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Chrom lindert die Gier nach Süßigkeiten

Psychologen kennen das Problem: Etwa 40 Prozent ihrer depressiven Patienten bekommen regelmäßige Heißhungeranfälle auf Süßigkeiten und andere kohlenhydratreiche Lebensmittel wie etwa Nudeln. Darüber hinaus sind diese Attacken für Patienten mit einer Winterdepression typisch. Der vermutete Zusammenhang: Nach dem Verzehr von Kohlenhydraten steigen die Insulinwerte im Blut an. Das wiederum fördert die Produktion des „Glückshormons“ Serotonin im Gehirn. Somit hellen Süßigkeiten die Stimmung immerhin ein wenig auf – mit katastrophalen Folgen: Viele depressive Patienten leiden an Übergewicht.

Chrom gegen Übergewicht?

Diesen Teufelskreis durchbrachen Forscher an der Cornell-Universität in New York mit der Gabe des natürlichen Spurenelements Chrom. Wie sie im Journal of Psychiatric Practice vom Oktober 2005 berichteten, behandelten sie 110 depressive Patienten acht Wochen lang entweder mit 600 mcg Chrom oder einem Scheinmedikament (Placebo). Dabei sank in der Chrom-Gruppe nicht nur das Verlangen nach Kohlenhydraten, sondern auch die Stimmungsschwankungen gingen im Vergleich zur Placebo-Gruppe deutlich zurück. Von Chrom ist bekannt, dass es die Insulinwirkung verstärkt.

Das Spurenelement ist gut verträglich. Sie können einen Therapieversuch also ohne Bedenken wagen. Allerdings untersuchte man in der Studie nicht, ob Chrom „normale“ Heißhungerattacken dämpft, die nicht mit Depressionen im Zusammenhang stehen. Theoretisch denkbar ist dies nach dieser Studie. Dann wäre das Spurenelement eine ideale Ergänzung in der Therapie von Übergewicht.

Spurenelement senkt Blutzuckerwerte

Chrom spielt unter Umständen eine Rolle bei der Senkung der Blutzuckerwerte. Aus diesem Grund weisen einige Wissenschaftler darauf hin, dass Diabetiker oder Menschen mit einem hohen Diabetesrisiko von Chromzusätzen profitieren. Studien fanden bislang keinen deutlichen Zusammenhang zwischen Chromzusätzen und verbesserten Blutzuckerwerten.

Wenn Sie zu viel Chrom einnehmen, sind Nierenschäden die Folge oder das Krebsrisiko nimmt zu. Von Chromzusätzen profitieren aus dem Grund vor allem Menschen mit einem Chrommangel, was in Industrieländern äußerst selten auftritt. Biologisch wertvolles Chrom ist in nicht raffiniertem Zuckerrohr- und Zuckerrübensaft, Weizenkeimen, schwarzem Pfeffer, Bierhefe, Leber und Käse enthalten.

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