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Spurenelemente und ihr Nutzen

Spurenelemente sind für das reibungslose Funktionieren Ihres Organismus lebenswichtig. Ihr Körper kann sie nicht selbst bilden, deshalb müssen sie mit der Nahrung aufgenommen werden. Viele fürchten, dass das nicht ausreicht. Spurenelemente sind deshalb derzeit Renner unter den käuflichen Nahrungsergänzungsmitteln.

Spurenelemente Mineralstoff Mineralstoffmangel Brausetabletten© Adobe Stock

Wie sinnvoll ist das?

Spurenelemente gehören zu den Mineralstoffen, die Sie neben den Vitaminen zum Funktionieren Ihres Körpers brauchen. Es gibt Mineralstoffe, die nur in Spuren benötigt werden – eben die Spurenelemente – und andere, die wir in größeren Mengen aufnehmen müssen. Zu den lebenswichtigen Spurenelementen zählen:

Spurenelemente: Wann besteht ein erhöhter Bedarf?

Alle sind wichtige Bestandteile unseres Körpers und haben eine Reihe bedeutender Funktionen. So sind sie Bausteine von Hormonen, Enzymen, Vitaminen und dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Sie sind an fast allen Stoffwechselreaktionen beteiligt -Zink etwa beeinflusst die Bildung von über 200 Enzymen.

Diese wiederum sind für Ihren Stoffwechsel und das Immunsystem wichtig. Spurenelemente tragen zum Funktionieren des Immunsystems essenziell bei. Sie sind aber auch am Aufbau und Erhalt von Knochen und Bindegewebe beteiligt und regulieren das Wachstum.

Wenn Sie sich ausgewogen ernähren, dabei auf eine ausreichende Jodversorgung achten (verwenden Sie am besten jodiertes Speisesalz), nehmen Sie automatisch genügend Spurenelemente zu sich. Sie brauchen dann keine Mineralstoffpräparate einzunehmen. Einen erhöhten Bedarf an Mineralstoffen und Spurenelementen (insbesondere Jod und Eisen) kann es bei Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit geben.

Auf keinen Fall sollten Sie vorsorglich ein Eisenpräparat einnehmen

Die Einnahme von Eisenpräparaten ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Dann sollte die Einnahme solcher Präparate jedoch unter Kontrolle des Arztes geschehen. Die prophylaktische Anwendung von Eisenpräparaten, wie sie in den USA in Mode ist, kann schädlich sein.

Eisenpräparate sind meist schlecht verträglich und stören die Darmflora. Erhöhte Eisenwerte gelten als Risikofaktor für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen und verschiedene Krebsarten. Sie fördern die Bildung von freien Radikalen, den aggressiven Teilchen, die im Stoffwechsel entstehen und schwere Zellschäden verursachen können.

Die meisten Vitamin- und Mineralstoffpräparate sind nicht empfehlenswert

Bei vielen ist die Einnahme von Zink und Vitamin C zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und der Abwehrkräfte en vogue. Dies ist jedoch überflüssig – denn weder schützen sie vor Erkältungen noch verkürzen sie deren Dauer. Die Zeitschrift „Ökotest“ nahm zu Beginn dieses Jahres 29 solcher Präparate unter die Lupe und kam zu dem Ergebnis, dass keines dieser Mittel empfehlenswert ist. Im Gegenteil: Überdosierungen können schädliche Wirkungen haben. Bereits eine kurzfristige Zufuhr von 50 Milligramm Zink kann den Eisen- und Kupferstoffwechsel beeinträchtigen. In hohen Konzentrationen wirkt Zinkgiftig.

Die Deutschen sind im Allgemeinen gut mit Zink versorgt, denn es ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Ältere Menschen und Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für einen leichten Zinkmangel. Ein schwerer Zinkmangel kann sich bei Nieren-, Leber- oder Magen- und Darm-Erkrankungen, bei Diabetes oder nach schweren Verbrennungen entwickeln.

Allerdings ist der Körper in der Lage, Schwankungen selbst auszugleichen: Benötigt er mehr Zink, verwertet er das Zink aus den Speisen besser und scheidet gleichzeitig weniger über Magen und Darm aus. Auch Sportler brauchen kein Extra-Zink, wie es manchmal empfohlen wird.

Was bewirkt Silizium im Körper?

Silizium und Kieselsäure treten immer zusammen auf, denn das Silizium ist in der Kieselsäure feinstverteilt enthalten. Daher werden die Begriffe nicht unterschiedlich, sondern als Synonyme benutzt.

Silizium ist eines der ältesten Spurenelemente überhaupt und für den menschlichen Körper lebensnotwendig. Dessen gesamte Feinsteuerung läuft nur reibungslos, wenn genügend von dem mineralischen Spurenelement vorhanden ist. Etwa 1,4 Gramm Silizium befinden sich im Körper, 60 Milligramm werden jeden Tag ausgeschieden.

Das Spurenelement ist verantwortlich für den Zellaufbau und das -wachstum. Kein anderer Stoff ist in der Lage, so viel Wasser und Giftstoffe zu binden wie Silizium, nämlich bis zum 300-fachen seines eigenen Gewichts. So unterstützt Silizium einen gesunden Stoffwechsel im Gewebe und begünstigt den Nährstofftransport sowie den Abtransport schädlicher Stoffe.

Doch nicht nur bei der Entgiftung ist Silizium aktiv: Auch bei der Strukturbildung und Funktion von Knochen, Bindegewebe, Haut, Haaren und Nägeln ist der Körper auf Silizium angewiesen. Ein Siliziummangel zeigt sich deutlich an einem erschlafften Bindegewebe, einem fahlen, blassen Hautbild, unreiner, juckender Haut sowie stumpfen, splissigen Haaren und weichen, brüchigen Nägeln. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach einem geeigneten Präparat, wenn Sie einen Mangel vermuten.

Chrom lindert die Gier nach Süßigkeiten

Psychologen kennen das Problem: Etwa 40 Prozent ihrer depressiven Patienten bekommen regelmäßige Heißhungeranfälle auf Süßigkeiten und andere kohlenhydratreiche Lebensmittel wie etwa Nudeln. Darüber hinaus sind diese Attacken für Patienten mit einer Winterdepression typisch.

Der vermutete Zusammenhang: Nach dem Verzehr von Kohlenhydraten steigen die Insulinwerte im Blut an. Das wiederum fördert die Produktion des „Glückshormons“ Serotonin im Gehirn. Somit hellen Süßigkeiten die Stimmung immerhin ein wenig auf – mit katastrophalen Folgen: Viele depressive Patienten leiden an Übergewicht.

Chrom gegen Übergewicht?

Diesen Teufelskreis durchbrachen Forscher an der Cornell-Universität in New York mit der Gabe des natürlichen Spurenelements Chrom. Wie sie im Journal of Psychiatric Practice vom Oktober 2005 berichteten, behandelten sie 110 depressive Patienten acht Wochen lang entweder mit 600 mcg Chrom oder einem Scheinmedikament (Placebo).

Dabei sank in der Chrom-Gruppe nicht nur das Verlangen nach Kohlenhydraten, sondern auch die Stimmungsschwankungen gingen im Vergleich zur Placebo-Gruppe deutlich zurück. Von Chrom ist bekannt, dass es die Insulinwirkung verstärkt.

Das Spurenelement ist gut verträglich. Sie können einen Therapieversuch also ohne Bedenken wagen. Allerdings untersuchte man in der Studie nicht, ob Chrom „normale“ Heißhungerattacken dämpft, die nicht mit Depressionen im Zusammenhang stehen. Theoretisch denkbar ist dies nach dieser Studie. Dann wäre das Spurenelement eine ideale Ergänzung in der Therapie von Übergewicht.

Spurenelement senkt Blutzuckerwerte

Chrom spielt unter Umständen eine Rolle bei der Senkung der Blutzuckerwerte. Aus diesem Grund weisen einige Wissenschaftler darauf hin, dass Diabetiker oder Menschen mit einem hohen Diabetesrisiko von Chromzusätzen profitieren. Studien fanden bislang keinen deutlichen Zusammenhang zwischen Chromzusätzen und verbesserten Blutzuckerwerten.

Wenn Sie zu viel Chrom einnehmen, sind Nierenschäden die Folge oder das Krebsrisiko nimmt zu. Von Chromzusätzen profitieren aus dem Grund vor allem Menschen mit einem Chrommangel, was in Industrieländern äußerst selten auftritt. Biologisch wertvolles Chrom ist in nicht raffiniertem Zuckerrohr- und Zuckerrübensaft, Weizenkeimen, schwarzem Pfeffer, Bierhefe, Leber und Käse enthalten.