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Selen: Dieses Mineral bringt Ihre Killerzellen auf Trab

Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit werden wir verstärkt von ihnen geplagt: Viren und Bakterien versuchen, unseren Körper zu attackieren. Damit Sie möglichst gesund durch die kalte Zeit kommen, brauchen Sie ein intaktes Immunsystem, das Sie auch mit Selen stabilisieren können.

Selen© www.fzd.it - Fotolia

Selen zählt zu den Spurenelementen und spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem. Der Selenbestand eines Erwachsenen beträgt ungefähr 10 bis 15 mg Selen, das hauptsächlich in der Muskulatur, aber auch in Leber, Nieren und Herz gespeichert ist. Als Bestandteil von Enzymen greift Selen an verschiedenen Stellen in unseren Stoffwechsel ein:

  • Selen ist ein wichtiges Antioxidant und schützt unsere Zellen vor der Zerstörung durch freie Radikale und vor der Entstehung von Krebs.
  • Selen bindet Schwermetalle wie Arsen, Blei oder Quecksilber, unterstützt somit die Entgiftung dieser Stoffe und schützt die Körperzellen.
  • Selen ist mit an der Umwandlung und Aktivierung von Schilddrüsenhormonen beteiligt und beugt einer Unterfunktion vor.
  • Selen stärkt das Immunsystem, indem es die Produktion von Antikörpern, Gamma-Interferon sowie des Tumor-Nekrose-Faktors und die Aktivität der natürlichen Killerzellen stimuliert.

Selenmangel äußert sich in verschiedenen Faktoren

Ein Mangel oder eine Unterversorgung an Selen kann mit Veränderungen der Nägel, Aufhellung der Haarfarbe oder der Haut und vermutlich auch einer Trübung der Augen einhergehen. Verschiedene Studien haben einen Zusammenhang zwischen Selenmangel und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Kardiomyopathie und rheumatischen Beschwerden gezeigt. Bei Selenmangel ist das Immunsystem häufig geschwächt und die Fruchtbarkeit kann verringert sein. Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Krebs oder entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen zeigen oft niedrige Selenspiegel im Blut und ein geschwächtes Immunsystem. Auch wird ein Zusammenhang zwischen dem plötzlichen Kindstod und Selenmangel diskutiert.

Gründe für die Selen-Knappheit

Neben saurem Regen ist insbesondere schwefelhaltiger Dünger verantwortlich für die Selenarmut unserer Nutzpflanzen. In der ökologischen Landwirtschaft sind schwefelhaltige Düngemittel daher verboten. In Finnland, Neuseeland und den USA wird Selen dem Pflanzendünger beigemischt. Hierzulande wird Selen dem Schweinefutter beigemengt, weil auch diese Tiere über ihr Futter zu wenig Selen aufnehmen. Chronische Erkrankungen im Bereich des Magen-Darm-Traktes wie Bauchspeicheldrüsenentzündung, Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa können die Selenaufnahme über die Nahrung vermindern und zu einem Mangel führen. Auch Schwermetallbelastungen, Rauchen, Stress, Schwangerschaft und Krebserkrankungen gehen mit einem erhöhten Bedarf an Selen einher.

Einseitige Ernährung kann ebenfalls zu Selenmangel führen; bei nichtausgewogener Ernährung liegt die Selenaufnahme gerade noch zwischen 30 und 50 µm pro Tag.

So ernähren Sie sich selenreich

Süß- und Seewasserfische, Eigelb, Fleisch, Leber, Getreideprodukte und Nüsse gelten als Hauptlieferanten von Selen. Selen wird an Eiweiß gebunden aufgenommen, achten Sie daher darauf, dass Sie immer eine Eiweißquelle mit selenhaltiger Nahrung kombinieren. Ich empfehle meinen Patienten eine Aufnahme von bis zu 100 µm Selen täglich.

Ist eine zusätzliche Zufuhr nötig?

Die Einnahme von Selen bei Krebserkrankungen, bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen und speziellen Formen der Arthritis ist empfehlenswert. Die dabei jeweils einzunehmenden Mengen an Selen schwanken aber je nach Erkrankung, bei Krebs auch in Abhängigkeit vom jeweiligen Behandlungsstatus. Daher sollten Sie unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt über eine Selenzufuhr sprechen. Auch bei Rheuma sollten Sie Ihren Arzt bitten, Ihren Selenspiegel einmal zu untersuchen. In vielen Fällen ist er zu niedrig. Ein Selenpräparat kann allerdings erst richtig wirken, wenn Sie es zusammen mit den Vitaminen A, C und E zu sich nehmen.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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