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Der wertvolle Powerstoff Selen

Selen ist ein chemisches Element. Es trägt das Elementesymbol „Se“ und die Ordnungszahl 34. Chemiker zählen es zur Gruppe der Chalkogene. Diese bezeichnet man auch als Sauerstoffgruppe, da an ihrer ersten Stelle Sauerstoff steht. Neben Selen gehören Schwefel und das radioaktive Polonium zu den Chalkogenen. Reines Selen ist giftig und führt bei Kontakt zu Irritationen der Haut und der Schleimhäute und zur Schädigung der Lungen.

Selen© Tatiana – Fotolia

Wofür wir Selen im Körper brauchen

In unserem Körper erfüllt der Stoff Aufgaben als Bestandteil mehrerer Enzyme. Enzyme sind Biokatalysatoren. Sie beschleunigen Stoffwechselreaktionen in unserem Körper. Sehr viele dieser Biokatalysatoren benötigen für ihre Arbeit neben einem Eiweißanteil auch einen Mineralstoffanteil, zum Beispiel Selen. Dazu gehört ein sehr wichtiges Enzym, die Glutathionperoxidase. Sie ermöglicht Entgiftungsvorgänge im Körper. Sie fängt zellschädigende Sauerstoffverbindungen (freie Radikale) ein und macht sie unschädlich. Auch für den Jodstoffwechsel spielt Selen eine wichtige Rolle. Hier ist es ein Baustein des Enzyms Typ-I-Jodthyronin-5-Dejodase, das Thyroxin in das aktivere Trijodthyronin umwandelt. Ist zu wenig davon vorhanden, kann es zu den Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion kommen.

Wie wichtig dem Körper die Funktion der Schilddrüsenhormone ist, zeigt sich daran, dass bei Mangel an dem hier im Fokus stehenden Stoff der Jodstoffwechsel auf Kosten der Entgiftungsfunktionen aufrechterhalten wird. Ein so gravierender Selenmangel ist bei Gesunden jedoch selten. Allerdings begünstigen chronische Verdauungsstörungen als Folge von Darmentzündungen eine Unterversorgung mit Nährstoffen, darunter auch Selen. Neben den Aufgaben, die es als Bestandteil von Enzymen hat, dient es der Immunabwehr. Nur mit Hilfe von Selen kann unser Körper die an der Immunabwehr beteiligten Zellen bilden.

Selen kann therapeutisch genutzt werden

Die orthomolekulare Medizin (eine Medizinrichtung, die therapeutisch hochdosierte Nährstoffe anwendet) nutzt die zellschützenden Eigenschaften des Stoffes für die Behandlung von Arthritis und Arteriosklerose. Einigen Experten zu Folge sollen Selengaben auch das Krebsrisiko reduzieren und im Frühstadium der Erkrankung hilfreich sein. Diese Wirkungen sind wissenschaftlich jedoch noch nicht eindeutig belegt.

Selen vertreibt trübe Gedanken

In den trüben Herbsttagen werden auch häufig die Gedanken trüb, denn das fehlende Licht führt zu depressiven Verstimmungen, die Mediziner SAD (saisonal abhängige Depression) nennen. Hier helfen nur Licht und Vitalstoffe, die über eine Beeinflussung der Nervenbotenstoffe im Gehirn die Stimmung wieder heben. Einer der wichtigsten Vitalstoffe ist hier Selen.

Selen ist ein unverzichtbarer Baustoff für Gehirnbotenstoffe wie Serotonin. Wenn Sie Ihrem Organismus genügend Selen zur Verfügung stellen, wird dieses Glückshormon verstärkt gebildet und Sie fühlen sich zufriedener und schwungsvoller. Bringen Sie daher besonders in den dunklen Monaten reichlich selenhaltige Lebensmittel auf den Tisch.

Welche Lebensmittel sind reich an Selen?

Trotz der Selenarmut unserer Böden enthalten einige heimische Nahrungsmittel nennenswerte Mengen an Selen, wenn diese auch Schwankungen unterworfen sind. Sie sollten sie bewusst in Ihren Speiseplan aufnehmen, um Ihren Selenbedarf zu decken. Untersuchungen haben übrigens gezeigt, dass Vegetarier nicht schlechter mit Selen versorgt sind als Normalköstler, sofern sie genügend Nüsse, Eier und Milch verzehren.

In Lebensmitteln ist Selen an Eiweiß gebunden. Daher sind eiweissreiche Lebensmittel auch gute Selenquellen. Das gilt besonders für Fleisch von Schweinen und Geflügel und auch für Hühnereier. Auch Nüsse liefern reichlich Selen, ebenso bestimmte Fische (Karpfen, Thunfisch, Sardine, Hering). Rindfleisch und Milch können gute Selenquellen sein, wenn die Tiere selenreiches Futter erhalten und nicht ausschließlich auf der Weide gehalten werden. Einheimische Getreide tragen kaum zur Selenversorgung bei. Besonders weiße Mehle sind selenarm, denn die mineralstoffreichen Außenschichten wurden entfernt.

Überdosierung vs. Mangel an Selen

Neueste Studien belegen, dass Selen vorbeugend gegen eine Vielzahl von Krankheiten wirkt, darunter einige Krebsarten sowie Rheuma, chronische Infektionen und Immunschwäche. Darüber hinaus kommt Selen in der Therapie von HIV zum Einsatz, allerdings bleibt die Wirkung umstritten. Im Umgang mit Selen als Nahrungsergänzungsmittel ist Vorsicht geboten. Der Selengehalt im Blut gilt als entscheidender Faktor. Überdosierungen sind zu vermeiden, da eine zu hohe Selenkonzentration im Blut schädlich ist. Übliche Vergiftungssymptome sind unter anderem Übelkeit und Haarausfall.

Allerdings birgt auch Selenmangel eine Gefahr. Akute Erkrankungen im Zusammenhang mit Selenmangel treten in Deutschland jedoch selten auf. Diese kommen in der Regel nur in Regionen vor, die stark mit Selen unterversort sind, wie beispielsweise Nordkorea. In den westlichen Industrieländern kommt Selenmangel nur bei frühgeborenen Kindern und Alkoholikern vor.

So schützen Sie sich vor Umweltbelastungen

Gegen Umweltschadstoffe brauchen Sie eine gute Rundumversorgung mit Vitalstoffen. Magnesium, Kalzium und Zink bilden eine Einheit im Kampf gegen Schwermetalle, besonders wirkungsvoll aber ist Selen. Selen wirkt in mehreren Schritten:

  • Nehmen Sie Selen zu sich, dann konkurriert es mit den Schadstoffen schon um die Aufnahme im Darm und setzt sich hier meist durch.
  • Zudem bindet es sich an Schwermetalle und sorgt so für die Ausscheidung der Stoffe.
  • Im Körper selbst sorgt Selen dafür, dass die Schwermetalle nur in geringen Mengen in Gewebe, Hirn und Knochen eingebaut werden.
  • Es aktiviert die Produktion von Hunderten von Enzymen, welche die Schadstoffe aus dem Körper ausleiten.
  • Gleichzeitig werden antioxidative Enzyme produziert, die Ihre Zellen vor den freien Radikalen aus Schadstoffen schützen.

Mineralstoffe und Spurenelemente gehören eigentlich in jede Zelle Ihres Körpers. Heute aber hat ein gefährlicher Umverteilungsprozess begonnen. Immer weniger Zink, Magnesium und vor allem Selen finden sich im menschlichen Körper. Dafür werden wir nach und nach zu einer „Giftmülldeponie“. Schwermetalle dringen in jede Zelle ein, lagern sich im Gewebe, im Gehirn und in Ihren Knochen ab. Beides kombiniert, der Mangel an Selen und das Übermaß an Schadstoffen, vereint sich zu einer gefährlichen Mischung. Die Metalle reichern sich an. Über Jahre hinweg werden sie dann zu gefährlichen Krankheitsauslösern, die Alzheimer und Parkinson verursachen können.

Warum machen Schwermetalle Sie krank?

Ablagerungen von Schwermetallen stören Ihren Stoffwechsel. Enzyme, aber auch Botenstoffe müssen sich dann mit Stoffen auseinander setzen, die sie lähmen, in ihrer Funktion beeinträchtigen oder ganz hemmen. Nach und nach kommt Ihr Stoffwechsel völlig durcheinander. Sie werden depressiv, unkonzentriert, leiden unter Migräne, Gelenkentzündungen oder Ekzemen.

Darüber hinaus greifen die Schwermetalle direkt Ihr Immunsystem an: Sie werden anfälliger für Infekte und sind häufiger krank. Es kann allerdings auch das Gegenteil eintreten: Ihr Immunsystem wird durch die Schadstoffe überempfindlich. Sie reagieren dann besonders stark auf die Belastung durch Schadstoffe, bekommen Allergien oder Asthma.

So viele Schwermetalle nehmen Sie pro Tag zu sich:

  • bis zu 300 Mikrogramm Blei: Blei ist das häufigste Schwermetall in der Umwelt. Es gelangt durch bleihaltige Kraftstoffe in die Luft und in die Böden. In einem normalen Acker finden sich durchschnittlich 25 mg Blei pro Quadratmeter, in einem Garten in der Stadt 225 mg. Auch Lebensmittel bleiben nicht verschont davon. Weizenkeime enthalten im Durchschnitt 200 Mikrogramm Blei pro 100 g, Brot und Reis rund 35 Mikrogramm. Besonders betroffen ist die Rinderleber. Bis vor rund 100 Jahren war sie die erste Wahl, wenn es um die Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen ging. Heute ist sie fast schon Sondermüll, mit 490 Mikrogramm Blei pro 100 g. Blei wird in Ihrem Körper in Enzyme eingebaut. So wirkt es sich negativ auf Ihre Gesundheit aus und kann zu Müdigkeit oder Schlaflosigkeit, Depressionen und Konzentrationsstörungen führen.
  • bis zu 35 Mikrogramm Kadmium: 20.000 Tonnen Kadmium werden pro Jahr hergestellt, ein Schwermetall, das es vor der industriellen Revolution auf der Erde nicht gab. Stahlwerke und Müllverbrennungsanlagen sind dafür verantwortlich, dass es in die Luft geschleudert wird. In allen Lebensmitteln ist es enthalten, so zum Beispiel rund 40 Mikrogramm pro 100 g Brot, bis zu 150 Mikrogramm in Innereien und rund 500 Mikrogramm in Tunfisch. Das Problem: Kadmium sammelt sich im Körper an, denn es kann nicht ausgeschieden werden. Es steht im Verdacht, Alzheimer oder Parkinson auszulösen.
  • bis zu 20 Mikrogramm Quecksilber: Quecksilber kann Ihnen schon aus zu alten und damit verwitterten Amalgamfüllungen drohen. Aber auch Wildpilze sind stark quecksilberhaltig, ebenso wie zu viel Flussfisch. Wenn Sie sehr häufig Fisch aus Flüssen essen, also fünf- bis siebenmal pro Woche, lässt sich ein deutlicher Quecksilbergehalt in Ihrem Blut nachweisen. Das gilt allerdings kaum bei Seefischen. Auch Innereien sind belastet. So weist Leber zehnmal so viel Quecksilber auf wie das dazugehörige Muskelfleisch. Quecksilber, das Sie aus tierischen Quellen zu sich nehmen, gelangt zu 90 Prozent in Ihren Körper. 10 Prozent davon wandern sofort in Ihr Gehirn und können dort 20 Jahre lang als Nervengift wirken.
  • bis zu 150 Mikrogramm Aluminium: Getränkedosen, Jogurtdeckel oder Alu-Kochtöpfe sondern das Metall ab. Aber auch andere Produkte enthalten Aluminium. Es kommt zum Beispiel in Magenmitteln, Deos oder auch Mundwässern vor. Zwar wird immer wieder behauptet, dass das zugesetzte Aluminium in diesen Mengen unschädlich sei, aber ob wir das so unbedingt glauben können?

Optimale Selenwerte sind selten vorhanden

Selen ist einer der Stoffe, der sich im Blut der meisten Menschen in zu geringer Menge befindet. Bei vielen Patienten liegen die Werte zwischen 30 und 90 Mikrogramm pro Liter Blutserum. Das ist viel zu wenig. Sie weisen dann keinen Zellschutz auf und eine Schadstoffentsorgung findet praktisch nicht statt.

Im besten Fall sollten Sie einen Blutserum-Wert von 120 bis 200 Mikrogramm pro Liter Selen aufweisen. Das ist ein optimaler Schutz, auch vor Krebs und Zellzerstörung. Ein solcher Wert entspricht einer Selenzufuhr von 100 bis 200 Mikrogramm pro Tag. Wenn der Selenspiegel sehr niedrig ist, funktioniert das mit der Nahrung allein nicht. Dann müssen Sie Selen zuführen. Es empfiehlt sich Selenmethionin aus den USA, das Sie sich über Ihre Apotheke beschaffen können.

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