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Omega-3-Fettsäuren nicht gesünder als Olivenöl

Seit einigen Jahren gelten Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl als wahre Wunderwaffe gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. So schluckten viele Gesundheitsbewusste brav Fischölkapseln, um Herzinfarkten und Schlaganfällen vorzubeugen. Doch nun haben italienische Forscher den „Mythos Fischölkapseln“ entzaubert.

Die Wissenschaftler führten mit 12.500 Patienten, die ein Durchschnittsalter von 64 Jahren hatten, eine 5-jährige Beobachtungsstudie durch. Alle Probanden galten als Risikopatienten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einen Herzinfarkt hatte jedoch noch keiner von ihnen erlitten. Während des gesamten Studienzeitraums schluckte die eine Hälfte der Probanden täglich eine Kapseln mit 1 g Omega-3-Fettsäuren, die andere Hälfte bekam täglich eine Kapsel, die 1 g Olivenöl enthielt. Nach Auswertung aller Daten konnten die Forscher keinen nennenswerten Unterschied in Bezug auf aufgetretene Herzinfarkte, schwere Rhythmusstörungen oder plötzlichen Herztod zwischen den beiden Gruppen erkennen. Allerdings räumen die Wissenschaftler ein, dass Italiener generell ein geringeres kardiovaskuläres Risiko hätten.

Nach diesem Studienergebnis ist der Nutzen von Fischöl in Form von Nahrungsergänzungspräparaten dennoch fraglich. Außer Frage steht dabei allerdings die schützende Wirkung von regelmäßigem Fisch- und Olivenölverzehr, wie ihn die mediterrane Küche vorsieht. Mindestens drei Portionen Fisch pro Woche und in Olivenöl gedünstetes Gemüse sind für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems ganz sicher von Vorteil.

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Über den Autor Beate Rossbach

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Alte Kommentare
  • Brigitte Minati schrieb am 31.05.2013, 12:20 Uhr

    Ich habe Ihre heutige Mitteilung gelesen und frage, ist kaltgepresstes Leinoel (der Oelmühle Solling) und das schwedische ALBA-Oel nicht auch sehr, sehr empfehlenswert?? Ich freue mich auch Ihre Nachricht!!! mfG B. Minati

  • Bernd Michael schrieb am 31.05.2013, 14:47 Uhr

    Bei dieser Studie fehlt ein ganz wichtiger Faktor: das Verhältnis zwischen Omega 6 und Omega 3. Das liegt heutzutage meist bei ungesunden 20 : 1. Ideal sind aber 2 : 1 bis höchstens 4 : 1. Um dieses Verhältnis zu erreichen, muss erstens der Anteil Omega 6 gesenkt werden und dafür der Anteil Omega 3 erhöht werden. Dazu sind ein Gramm je Tag bei weitem nicht ausreichend. Drei bis fünf Gramm sind da schon eine ganz andere Größe, die auch eine bessere Prävention begünstigen.

  • heidi reindl schrieb am 01.06.2013, 21:15 Uhr

    Ein ganz besonders wertvolles Öl soll auch Leinöl sein. Darüber kommt in eurem Newsletter kaum jemals was. Wieso?

    • Ekkehard Bleidistel antwortete am 12.06.2013, 12:17 Uhr

      Liebe Frau Reindl, da ich nicht weiß, ob Sie eine Antwort erhalten haben, teile ich Ihnen meine Position mit, da ich auch zu denen gehöre, die das Öl- bzw. Fettthema als bedeutungsvoll ansehen. Leinöl ist wertvoll. Besonders in der Quarkkombination (Budwig) soll es infolge vieler zur Verfügung stehender Elektronen (hier wird Ernährung physikalisch) wertvoll sein. Außerdem korrigiert es durch seinen hohen Anteil an Omega-3-FS das meist bestehende Missverhältnis Omega-6 zu Omega-3-FS. Bei den Omaga-3-FS geht es aber speziell und EPA und DHA. Ersterer schreibt man besonders Entzündungshemmung und bessere Fließfähigkeit des Blutes, der DHA die bessere Qualität der Zellmembranen und der Situation der Nervenzellen zu. Da aber nur verschwindend wenig EPA und DHA aus den Fettsäuren des Leinöls im Körper synthetisiert werden kann, ist die Zufuhr dieser zwei besonders wichtigen FS notwendig. In jüngster Vergangenheit orientiert man dafür auch auf das Krillöl. Die Wahrheit zu finden und dann noch ehrliche und umsetzbare Hinweise zur praktischen Umsetzung zu geben, wäre wünschenswert. Da aber fast alles geldbestimmt ist, rückt die wahrheitsgemäße Information und Aufklärung meist zurück. Und das notwendige Geld für wissenschaftliche Untersuchungen bei natürlichen Substanzen steht auch meist nicht zur Verfügung.

  • Elle Bi schrieb am 04.06.2013, 19:17 Uhr

    Guten Tag, 30 Jahre war ich geschäftlich pro Jahr mindestens 3 Monate in der Toskana zwischen Florenz und Arezzo. Also mitten im Land. Gegessen habe ich fast immer in der Familie der Lieferanten. Fisch gab es äußerst selten. Obst und Nüsse nur während deren Erntezeit. Spaghetti täglich mit diversen Soßen. Daran isst sich der Italiener satt. Fleisch und Gemüse sind Beilagen. Salat mit viel Olivenöl oft. Pro Mahlzeit ein halbes Glas Rotwein. Aber: Nicht in Hetze hinunter schlingen, sondern in aller Ruhe lange Mittagspause, essen ohne Hetze. Das schont auch das Herz.

  • E Bleidistel schrieb am 10.06.2013, 11:17 Uhr

    Ich verstehe die Absicht, immer aktuell sein zu wollen. Aber muss man denn immer dann, wenn ein neues Ergebnis auftaucht - meist ist es hinsichtlich seiner Objektivität kaum einzuschätzen - die Dinge, die in der Vergangenheit als relevant und wirkungsvoll dargestellt wurden, über Bord schmeißen. Dieses stete Hin und Her zeugt nicht von Solidität und von mit eigenem Verstand geführter wissenschaftlicher Recherche; auch wenn wir wissen, wie schwer viele Dinge belegbar sind. Aber zu den Omega-3-FS wurden doch schon einige überzeugende Messen gelesen.