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Omega-3: Diese Wirkung hat es auf Ihren Körper

Omega-3-Fettsäuren, altertümlich auch als Vitamin F bezeichnet, gehören zu den Omega-n-Fettsäuren, welche zu den ungesättigten Fettsäuren zählen. Sie sind essentielle, also lebensnotwendige Stoffe.

Unser Körper stellt Omega-3-Fettsäuren nicht selbst her. Aus diesem Grund nehmen wir diese Fettsäuren mit der Nahrung zu uns. Omega-3-Fettsäuren stellen einen wichtigen Bestandteil der Zellmembranen dar. Sie bilden darüber hinaus den Ausgangsstoff für eine Reihe von Gewebshormonen, die sogenannten Eicosanoide.

Als Eicosanoide bezeichnet man eine Gruppe von hydrophoben (=Stoffe, die sich nicht mit Wasser mischen), hormonähnlichen Substanzen. Sie wirken als Immunmodulatoren und Neurotransmitter. Das heißt, diese Stoffe sorgen für die reibungslose Signalübertragung in Ihrem Körper. Dazu gehört zum Beispiel, dass Sie diesen Text lesen und sein Inhalt als Information in Ihrem Gehirn ankommt.

Eicosanoide gelten als Signalstoffe, die jede Zelle produzieren kann. Sie sind an Prozessen wie Blutgerinnung, Fieber, Allergie, Entzündung oder Schmerz beteiligt.

omega-3© Adobe Stock – airborne77

Wirkung der Eicosanoide

Die verschiedenen, aus den Omega-3-Fettsäuren aufgebauten Eicosanoide wirken auf Entzündungsprozesse. Darüber hinaus beeinflussen die mehrfach ungesättigten Fettsäuren in den Zellmembranen das komplexe Geschehen des Immunsystems.

So beeinflussen die Fettsäuren unter anderem einige Erkrankungen günstig, bei denen entzündliche Prozesse eine Rolle spielen. Dazu gehören rheumatische Erkrankungen, Schuppenflechte und chronische Darmerkrankungen. Nahrungsergänzungsmittel enthalten die wertvollen Omega-3-Fettsäuren und unterstützen Sie dabei, Krankheitssymptome zu lindern, medikamentöse Therapien zu unterstützen und entzündlichen Prozessen vorzubeugen.

Omega-3-Fettsäuren sind in hohem Maße in folgenden Nahrungsmitteln enthalten:

  • Leinsaat und Leinöl
  • Rapsöl
  • Sojaöl
  • Hanföl
  • Walnussöl
  • Perillaöl
  • Chiaöl
  • Atlantischem Lachs
  • Sardellen
  • Sardinen
  • Atlantischer Hering
  • Makrele
  • Thunfisch

Der Verzehr hochwertiger Speiseöle sowie von Fisch ist also zur Deckung des Bedarfs an Omega-3 anzuraten, wobei Fisch der Vorzug vor Speiseöl zu geben ist, weil der erwachsene Körper pflanzliche Fettsäuren nur ungenügend umwandeln kann, diese jedoch in Fischfleisch direkt zugänglich sind.

Klinische Studien lassen die Beobachtung zu, dass eine ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senkt und die Prävalenz des plötzlichen Herztods beeinflusst. Auch wurde nachgewiesen, dass verschiedene Omega-3-Fettsäuren Herzrhythmusstörungen vorbeugen, instabile Gefäßabschnitte stabilisieren, krankhafte Veränderungen der Herzkranzgefäße verlangsamen, Blutfettwerte senken und außerdem in gewissem Maße Entzündungsprozessen im Körper entgegenwirken.

Dieselben Studien widerlegen allerdings auch die Annahmen, Omega-3-Fettsäuren würden den Cholesterinspiegel senken, das Immunsystem stärken, den Blutzucker kontrollieren oder Sonnenschäden der Haut vorbeugen.

Schwangere sollten besonderen Wert auf eine Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren legen; nicht nur braucht der Fötus Omega-3 zur gesunden Entwicklung, sondern auch die Gefahr von Frühgeburten und Wochenbettdepressionen wird durch einen genügend hohen Omega-3-Spiegel gesenkt.

Fischöl bekämpft Entzündungen

Die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren spielen bei der Entzündungsbekämpfung eine bedeutende Rolle. Das sind mehrfach ungesättigte lebenswichtige Fettsäuren, die Sie mit der Nahrung zuführen müssen.

Während Omega-6-Fettsäuren das Entzündungsgeschehen verstärken, wird es von Omega-3-Fettsäuren ausgebremst. Ein Zuviel an Omega-6-Fettsäuren behindert die günstige Wirkung von Omega-3-Fettsäuren.

Diese stecken vor allem in Fischöl aus Kaltwasserfischen. Experten deshalb zu zwei bis drei Fischmahlzeiten in der Woche. Dagegen spricht jedoch die Tatsache, dass viele Menschen Fisch nicht besonders oder nicht in dieser Häufigkeit essen mögen. Hinzu kommt, dass Fisch immer frisch, fettarm und schonend zubereitet werden sollte.

Zudem ist aufgrund der Überfischung der Meere und der Schadstoffbelastung mancher Fischarten nicht zu einem so hohen Fischverzehr zu raten. Als Alternative bieten sich  Fischöl-Kapseln aus der Apotheke an.

Die optimale Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren liegt beim Gesunden bei täglich 0,4 g. Dies entspricht einer Fischölkapsel mit 0,5 g Fischöl. Bei akuten entzündlichen Prozessen sind 3 – 4 g pro Tag empfehlenswert, das sind 6 bis 8 Kapseln am Tag. Zur Vorbeugung von Entzündungen reicht 1 g täglich aus, also 2 Kapseln.

Manche Experten empfehlen zusätzlich ein Vitamin-E-Präparat zu den Fischölkapseln einzunehmen, denn dieses wirkt ebenfalls entzündungshemmend und verhindert, dass die Fette oxidieren. Allerdings besteht bei Vitamin-E-Präparaten die Gefahr der Überdosierung.

Fischöl-Kapseln gibt es von unterschiedlichen Anbietern. Ihnen gemeinsam ist, dass sie recht teuer sind und Sie diese aus eigener Tasche zahlen müssen. Lassen Sie sich dennoch nicht von irgendwelchen Schnäppchen-Angeboten verleiten. Kaufen Sie diese Präparate immer in der Apotheke, denn hier erhalten Sie kontrollierte Qualität.

Leinöl als Alternative zu Fisch?

Vor allem fetter Fisch wie Lachs, Hering und Makrele ist reich an Omega-3-Fetsäuren, die das Herz-Kreislauf-System schützen. Daher empfiehlt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) mindestens zwei Portionen Fisch pro Woche auf den Speisezettel zu bringen.

Ob Leinöl eine Alternative sein kann, hat gerade eine Wissenschaftlerin der Universität Jena in einer kleinen Studie überprüft. Leinöl ist sehr reich an Alpha-Linolensäure, einer Fettsäure die der menschliche Körper in Omega-3-Fettsäuren umwandeln kann.

Die Forscherin hatte für Ihre Studie 19 Probanden gewählt, die im Schnitt 62 Jahre alt waren und an Bluthochdruck sowie Störungen des Blutzuckerstoffwechsels litten. Außerdem waren alle Studienteilnehmer übergewichtig. Alle Studienteilnehmer musten acht Wochen lang täglich zwei Esslöffel Leinöl zu sich nehmen. Fisch durften sie in dieser Zeit nicht essen.

Auf dem 50. Wissenschaftlichen Kongress der Gesellschaft für Ernährung in Bonn stellte die Wissenschaftlerin nun soeben das Ergebnis ihrer Untersuchung vor: Alle Probanden hatten nach den acht Wochen Leinöl-Einnahme doppelt so viele Omega-3 Fettsäuren im Blut wie vorher.

Außerdem waren die Blutdruckwerte gesunken und die Werte der Blutfette hatten sich gebessert. Es ist also durchaus gesundheitsförderlich, regelmäßig Leinöl auf den Tisch zu bringen. Ob mit Quark zu Pellkartoffeln oder im Salatdressing – probieren Sie einfach aus, welche Variante Ihnen am besten schmeckt.