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Verwechseln Sie Natriummangel nicht mit „Alterserscheinungen“

Neulich erzählte mir eine Bekannte, dass ihre Mutter weit über zwei Jahre lang anscheinend unter Alterserscheinungen gelitten hatte: Muskelkrämpfe, Müdigkeit, Gangunsicherheit und wenig Appetit. Erst jetzt, nach zwei Jahren, stellte sich heraus, dass diese Beschwerden bei ihr nichts mit dem Alter zu tun hatten, sondern dass es sich um die Folgen einer zu salzarmen Kost handelte.

Mittlerweile leiden rund 10 % der älteren Menschen unter einem solchen Natriummangel, der leider nur sehr selten als solcher diagnostiziert wird. Die Beschwerden gleichen im Anfang wirklich „harmlosen“ Alterserscheinungen; verschärft sich der Natriummangel, können aber auch Gedächtnisstörungen, Halluzinationen, Krampfanfälle und Inkontinenz hinzukommen.

Die Ursachen des Mangels sind neben Diabetes oft die Einnahme bestimmter Medikamente, die den Flüssigkeitshaushalt stören, sowie falsche Ernährungs- und Trinkgewohnheiten. Ältere Menschen haben meist wenig Durst und trinken daher auch zu wenig. Dadurch wird die Funktion der Nieren eingeschränkt; Sie nehmen weniger Natrium auf.

Ein weiterer Grund ist, dass viele ältere Menschen oft absichtlich ihren Natriumverbrauch einschränken in der Annahme, dass sie so einem Bluthochdruck vorbeugen. Andere leiden unter Blasenschwäche und trinken bewusst wenig, um nicht so häufig auf die Toilette zu müssen.

Mein Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Ihren Salzverbrauch einschränken wollen, um Bluthochdruck zu vermeiden oder wenn Sie Medikamente einnehmen, die in Ihren Flüssigkeitshaushalt eingreifen. Er kann Ihnen sagen, ob eine natriumarme Ernährung sinnvoll ist – oft ist sie das nämlich nur, wenn Sie schon krank sind.

Wie Sie gut zu Fuß bleiben, gerade dann, wenn am Ende dieser Woche hoffentlich das Sommerwetter kommt, dass uns die Meteorologen momentan versprechen, verrät Ihnen heute meine Kollegin Inga-Maria Richberg, Chefredakteurin von „Natur und Gesundheit“.

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