Nahrungsergänzung: Wirklich sinnvoll?
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Mangelversorgung mit Mineralstoffen
Ob in der Apotheke, im Drogeriemarkt oder im Discounter: Überall erhalten Sie heute kleine bunte Pillen, die Ihre Nährstoffversorgung garantieren sollen. Aber brauchen Sie solche Präparate wirklich? Und, wenn ja, worauf müssen Sie achten? Diese Fragen beantworte ich Ihnen, damit Sie sich im Pillen-Dschungel in Zukunft zurechtfinden.
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In meiner Lesersprechstunde werden mein Redaktionsteam und ich immer wieder nach bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln gefragt – oder wir bekommen die Frage gestellt, ob man denn überhaupt Vitalstofftabletten einnehmen muss. Die generelle Antwort, die Sie in einem solchen Fall von uns bekommen: Sie brauchen (fast) keine Nahrungsergänzungsmittel, schon gar nicht „einfach so“. Sind Sie ein gesunder Mensch, können Sie Ihren Bedarf über Ihre Nahrung decken. In jeder Ausgabe meines Gesundheitsdienstes finden Sie viele Anleitungen und Informationen, in welchem Lebensmittel welcher Vitalstoff enthalten ist.
Lassen Sie erst Ihr Blut untersuchen, bevor Sie zur Pille greifen
Bevor Sie sich also mit der zusätzlichen Einnahme von Vitalstoffen befassen, sollten Sie auf jeden Fall den Gehalt von Vitaminen und Spurenelementen in Ihrem Blut messen lassen. Erst wenn Ihnen die Ergebnisse vorliegen und Sie einen Mangel feststellen, können Sie weitere Schritte einleiten. In den meisten Fällen reicht es, wenn Sie nun verstärkt darauf achten, Nahrungsmittel zu essen, in denen der Stoff enthalten ist, der Ihnen fehlt. Lassen Sie Ihre Werte nach einem halben bis dreiviertel Jahr noch einmal nachkontrollieren, und Sie werden feststellen, dass eine deutliche Verbesserung zu erkennen ist.
Diese 4 Fragen sollten Sie an Ihr Ergänzungsmittel stellen
Nehmen wir an, Sie haben ein Blutbild machen lassen. Vielleicht brauchen Sie Folsäure oder Magnesium, wahrscheinlich Eiweiß. Was nun? Beim Lebensmitteleinkauf im Discounter sehen Sie Brausetabletten zur Ergänzung, in der Drogerie gibt es ein ganzes Regal mit Vitaminen und Mineralstoffen, und im Apothekenfenster wird ebenfalls mit Präparaten geworben. Zudem erscheinen auf Zeitschriftenrückseiten immer wieder Anzeigen von Wundermitteln. Der Markt ist also unüberschaubar. Was sollen Sie nun nehmen?
Auf diese 4 Punkte müssen Sie achten, wenn Sie Nahrungsergänzungsmittel kaufen.
Vitamin-und Mineralstoffpräparate gibt es viele auf dem Markt, in unterschiedlichen Darreichungsformen. Wichtig ist bei der Auswahl die Bioverfügbarkeit der Vitalstoffe.
- Wie viel Prozent der Tagesdosis des Vitalstoffs decken Sie mit der Dosis, die Sie maximal einnehmen dürfen, ab? Diese Angabe finden Sie auf der Verpackung, meist unter der englischen Abkürzung RDA (Recommended Daily Allowance).
Achtung: Bei den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K sollten es nie 100 % sein, denn sie nehmen ja auch Vitamine durch Ihre Nahrung zu sich. Ein Überschuss dieser Vitamine kann sich in Ihrem Körper anlagern und eventuell zu Nebenwirkungen führen. Bei den anderen Vitaminen können Sie ruhig 90 bis 100 % RDA zu sich nehmen, denn einen Überschuss scheidet Ihr Körper wieder aus.
- Wie hoch ist die Bioverfügbarkeit des Präparats? Was nützt es Ihnen, wenn Sie mit einem Vitalstoffpräparat zwar 100 % der empfohlenen Tagesdosis zu sich nehmen, Ihr Körper jedoch nur die Hälfte davon aufnimmt? Das kann schnell passieren und liegt zum Beispiel an der Tabletten-Zusam-menstellung, der Präparatform oder Ihrer körperlichen Verfassung.
Sehr groß ist dieser Unterschied zum Beispiel bei Magnesium. Aufgrund der Bioverfügbarkeit sind von den 50 Präparaten am Markt nur drei (von Cadion, Verla und Diasporal) empfehlenswert. Fragen Sie daher immer nach der Bioverfügbarkeit – worauf man Ihnen im Supermarkt wahrscheinlich kaum eine Antwort geben kann. Hier kann Ihnen nur ein Apotheker weiterhelfen. stellen“. Es kostet einfach nur ein bisschen mehr Mühe.
Bestellen Sie sich bitte nicht selbst Präparate aus dem Ausland. Sie wissen hier nicht, was Sie bekommen; häufig sind schon Fälschungen oder gepanschte Pillen verkauft worden. Diese können Ihrer Gesundheit schwer schaden. Schlimmstenfalls sind sogar giftige Substanzen enthalten. Und auch wenn Sie ein Original-Präparat erwischen, kann es bei der Einfuhr immer noch beim Zoll hängen bleiben. Sie haben dann umsonst Geld ausgegeben.
Ohne gesunde Ernährung nützt Ihnen kein Präparat
Wir wissen heute eines: Auf die richtige Kombination kommt es an. Was bringen Ihnen nur Vitamin- und Mineralstoffpillen, die Sie vor Infekten, vielleicht sogar vor Krebs schützen können? Wollen Sie nicht gleichzeitig auch Ihre mentale Fitness, Ihre Lebensfreude steigern? Dazu brauchen Sie eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig tierischem Fett. So kommt Ihr ganzer Körper in Schwung, und Sie können Ihre „neue“ Gesundheit bewusst genießen.