Mangelversorgung: Allgemeines
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In Deutschland besteht häufig eine Mangelversorgung an bestimmten Mineralstoffen – häufig wird dann versucht, diesen Mangel durch Multivitaminpräparate auszugleichen. Die Diskussion um Sinn und Notwendigkeit von solchen Präparaten führt oft zu einer Verunsicherung des Verbrauchers und des Patienten, dessen Arzt zu so einem Produkt rät.
Da gibt es auf der einen Seite die Vertreter der gesunden Ernährung, die solche Produkte als überflüssig und Geldmacherei vehement ablehnen. Auf der anderen Seite stehen die Menschen, deren Ernährung sich überwiegend aus Fast-Food, fettreichen Lebensmitteln und wenig frischen pflanzlichen Bestandteilen zusammensetzt und die ihre groben Ernährungsfehler mit einer Reihe von Pillen und Pulvern auszugleichen versuchen. Diese polarisierende Betrachtungsweise vernachlässigt, dass in Deutschland häufig eine Mangelversorgung an bestimmten Mineralstoffen besteht sowie die Tatsache, dass verschiedene Lebensumstände eine ausreichende Zufuhr über die Nahrung stark erschweren.
Verschiedene Punkte verhindern Ihre gesunde Ernährung
Vitaminpräparate brauchen Sie dann nicht anzuwenden, wenn Sie sich ausreichend und abwechslungsreich ernähren. Aber eine optimale Ernährung ist im Alltag nicht immer gewährleistet. Gründe dafür können sein:
- Zeitmangel
- Mangelnde Kenntnisse über Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe
- Persönliche Abneigung gegenüber bestimmten Lebensmitteln z. B. Fisch
- Kantinenessen, Essen in Schulen oderKindergärten
- Bei älteren Menschen Kaubeschwerden oder durch körperliche Schwäche eingeschränkte Einkaufs- und Zubereitungsmöglichkeiten
- Bei Kindern die Präferenz für wenige Gerichte, Ablehnung von Obst und Gemüse
In diesen Fällen haben Mutivitaminpräparate durchaus ihre Berechtigung und schließen als Ergänzung die Lücken, die sich in der täglichen Ernährung auftun. Sie sind jedoch nicht als Alibi für eine leichtsinnige Ernährungsweise misszuverstehen.
Gleichen Sie mit Präparaten die Mängel der Nahrung aus
In vielen Fällen ist eine Zufuhr in Form von Multivitaminpräparaten sinnvoll, teilweise sogar unbedingt erforderlich. Insgesamt ist die Zufuhr an Mineralstoffen und Spurenelementen in den letzten Jahrzehnten durch den verstärkten Verzehr von industriell verarbeiteten Lebensmitteln in den westlichen Industrieländern rückläufig. Hier stammen nur noch 15 Prozent der Nahrungsenergie aus Nahrungsmitteln in unveränderter Form, die ihren natürlichen Mineralstoffgehalt aufweisen. 40 Prozent der Nahrungsenergie stammen aus Fett und Öl, 20 Prozent aus Saccharose, 10 Prozent aus Alkohol und 15 Prozent aus Weißmehl. Es ist durchaus möglich, seinen gesamten Vitamin und Mineralstoffbedarf durch eine optimal zusammengesetzte Nahrung zu decken. Eine ausgewogene Ernährung, die den gesamten Bedarf deckt, ist nicht einfach umzusetzen. Sie erfordert ein fundiertes Wissen über Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe sowie über die Mengen, die der Organismus täglich benötigt.
In bestimmten Situationen brauchen Sie bestimmte Vitamine
Erschwert wird die Situation dadurch, dass eine fleischarme Ernährung zwar zu einer erwünschten Verringerung an ungünstigen gesättigten Fettsäuren führt, gleichzeitig aber eine unerwünschte verringerte Mineralstoffaufnahme, vor allem beim Eisen, bedeutet. Vegetarier haben häufig ein gesünderes Körpergewicht, die Ballaststoffzufuhr ist ausreichend, die Vitamin-C-Versorgung gut, jedoch fehlen häufig die B-Vitamine, Zink und Eisen. In verschiedenen Situationen wie beispielsweise der Schwangerschaft oder Stillzeit ist der Bedarf an einigen Nährstoffen deutlich erhöht und eine ausreichende Versorgung nicht möglich. Hierzu zählen insbesondere Folsäure und Eisen. Ebenso haben ältere Menschen häufig einen erhöhten Bedarf an bestimmten Nährstoffen, demgegenüber aber einen nachlassenden Appetit und einen niedrigeren Energiebedarf aufgrund von geringerer körperlicher Aktivität.