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Magnesium: Neues aus der Schlafforschung

Kann Magnesium Gedächtnisleistungen und Aufmerksamkeit steigern, Unruhe mindern und den Schlaf verbessern?

Dass Magnesium den Schlaf verbessert, lassen Studien vermuten, die deutsche Forscher in den vergangenen Jahren vornahmen. Die forschende Arzneimittelindustrie sei wenig daran interessiert, die Entwicklung einer nicht-patentierbaren Substanz zu übernehmen und voranzutreiben. So zitiert das britische Wissenschaftsmagazin „Nature“ Dr. Harald Murck (Universität Marburg).

Er führte diese Schlaf-Studien mit intravenös und oral verabreichtem Magnesium durch. Das Hauptproblem sei, ein Magnesium-Präparat zu haben, das den Magnesium-Gehalt im Gehirn ausreichend erhöhe. Ein solches Präparat gibt es inzwischen. Magtein (Magnesium-L-Threonat) heißt das orale Präparat, welches das kalifornische Unternehmen Magceutics entwickelte.

Magtein und Orexine

Tierversuche ergaben, dass dieses Präparat den Magnesium-Spiegel im Gehirn innerhalb von 24 Tagen um 15 Prozent erhöhte. Eine Fülle experimenteller Daten zeigte laut Unternehmen, dass das Magnesium-Präparat Gedächtnisleistungen stärke. Laut „Nature“ prüfen Forscher Magtein in einer kleinen klinischen Studie. Ob das Präparat gemäß den Hoffnungen des Unternehmens hält, ist unklar.

Große Hoffnungen setzen Schlafforscher auf eine neue Gruppe von Wirkstoffen, die so genannten Orexin-Hemmer. Bei den Orexinen (Orexin A und Orexin B) handelt es sich um kleine Eiweiße. Sie sind in ihrem Produktionsort, dem Gehirn, unter anderem an der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt. Am weitesten in der Entwicklung vorangeschritten ist das Orexin mit dem Namen Suvorexant vom US-Unternehmen MSD. Bis das verschreibungspflichtige Präparat auf den Markt kommt, vergehen noch einige Monate.

Das Salz der inneren Ruhe

Magnesium macht Ihre Nerven belastbar wie Stahlseile. Menschen, die immer eine stoische Ruhe ausstrahlen und im größten Trubel lächeln, haben vermutlich einen ausreichend hohen Magnesiumspiegel im Blut. Während die, die oft unter Migräne leiden oder einen Hörsturz erlitten, drastisch unterversorgt sind. Besonders dunkelgrünes Blattgemüse und Obst enthalten das wertvolle Blutsalz. Noch höhere Magnesiumkonzentrationen finden sich in allen Samen, Nüssen und dem keimfähigen Getreidekorn: überall dort, wo die Natur neues Leben vorbereitet.

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 300 mg Magnesium täglich. Diese Menge schaffen Sie nur, wenn Sie mindestens 1 kg Kartoffeln, 11 Bananen oder 3 Tafeln Schokolade essen. Damit die empfohlenen 300 mg in Ihrem Blut ankommen, brauchen Sie die doppelte Menge an Magnesium-Aufnahme. Sind wenn Sie besonders gestresst, benötigt Ihr Körper das 5- bis 10-Fache. Tatsache ist: Allein aus der Nahrung genug Magnesium aufzunehmen ist in unseren Industrieländern ein Ding der Unmöglichkeit. Darum ist es besonders in Zeiten hoher Stressbeanspruchung oder bei einem strammen Fitness-Programm empfehlenswert, die normale Ernährung gezielt zu ergänzen. 

Weitere Informationen

Informationen rund um den Schlaf und zu Schlafstörungen gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), Kontakt: Birgit Tonn-Wilde

HEPHATA-Klinik, Schimmelpfengstraße 6, 34613 Schwalmstadt-Treysa Tel: 06691-2733, Fax: 06691-2823 E-mail: dgsm.mayer@t-online.de

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