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Bei nächtlichen Muskelkrämpfen lieber Chinin als Magnesium

Bei nächtlichen Wadenkrämpfen wird gerne die Einnahme eines Magnesium-Präparats empfohlen. Aber ist das wirklich erforderlich? Magnesium ist ein Mineralstoff, der im Körper eine besondere Rolle spielt. Deswegen brauchen Sie davon ausreichende Mengen. Magnesium ist an der Bildung von etwa 300 Enzymen in Ihrem Körper beteiligt. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Mineralisierung der Knochen, bei der Reizübertragung im Nervensystem sowie bei der Speicherung und Freisetzung von Hormonen. Und Magnesium ist an der Kontraktion der Muskeln beteiligt. Dabei sollten Sie vor allem daran denken, dass auch Ihr Herz ein Muskel ist. Darüber hinaus wirkt das Mineral wie ein natürliches Beruhigungsmittel.

Ein Magnesiummangel macht sich an diesen Symptomen bemerkbar:

  • Gefühllosigkeit oder Kribbeln in Händen und Füßen
  • Schwächegefühl in den Muskeln
  • Muskelkrämpfe und -zittern
  • Gereiztheit, Nervosität, Stimmungsverschlechterung
  • Schlafprobleme
  • Herzrhythmusstörungen

Ein erhöhter Bedarf an Magnesium besteht:

  • bei anhaltendem Durchfall
  • bei Missbrauch von Abführmitteln
  • bei Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes wie Reizdarm, Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn
  • in schlimmen Stressphasen
  • beim Prämenstruellen Syndrom
  • bei Diabetes mellitus
  • nach einem Hörsturz
  • bei Alkoholmissbrauch
  • bei Störungen der Schilddrüse
  • während Schwangerschaft und Stillzeit
  • bei Leistungssportlern
  • wenn Sie zu viele phosphathaltige Nahrungsmittel wie Cola-Getränke oder geräucherte Fleisch- und Wurstwaren zu sich nehmen
  • wenn Sie ein Kalziumpräparat einnehmen
  • wenn Sie bestimmte Medikamente einnehmen – etwa die Pille, Entwässerungsmittel, Diuretika, Kortison, ACE-Hemmer oder Digitalis-Herzmittel

Mein Rat: Ob eine zusätzliche Magnesiumaufnahme bei nächtlichen Wadenkrämpfen hilft, ist umstritten. Trinken Sie vor dem Schlafengehen lieber ein Glas Tonic-Water oder Bitterlemon. Das darin enthaltene Chinin sorgt an den Verbindungsstellen zwischen Muskeln und Nerven für die notwendige Beruhigung. Für hartnäckige Fälle gibt es Chinin- Tabletten in der Apotheke. Da Chinin in hohen Dosen schwere Nebenwirkungen haben kann, sollte die Einnahme allerdings nicht ohne die Kontrolle Ihres Arztes erfolgen. Dieser kann in schweren Fällen auch ein Arzneimittel verordnen.

Wenn Sie ausgewogen essen, ist Ihr Tagesbedarf in der Regel gedeckt.

Essen Sie auf alle Fälle mehr magnesiumreiche Nahrungsmittel. Der Mineralstoff kommt in den meisten tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln vor. Besonders reich an Magnesium sind Vollkorngetreide, Nüsse und Hülsenfrüchte. Gute Lieferanten sind auch grüne Gemüsesorten, die meisten Mineralwässer, hartes Leitungswasser, Fleisch, Fisch und Milch. Machen Sie einen Bogen um fertig zubereitete Lebensmittel. Bereiten Sie sich Ihre Speisen lieber frisch zu. Reduzieren Sie Ihren Fettkonsum, dann kann Ihr Darm das Magnesium besser aufnehmen. Sparen Sie Kochsalz ein, denn Salz fördert die Magnesiumausscheidung Ihres Körpers. Auch Alkohol begünstigt die Magnesiumausscheidung.

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Über den Autor Sylvia Schneider

Expertin im Bereich Ernährungs- und Kommunikationswissenschaft Sie begann ihre journalistische Karriere nach den Studienabschlüssen mit einem Volontariat bei der dpa […]