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Kalzium senkt Ihr Risiko

Sicher wissen Sie, dass Kalzium ein wichtiger Baustoff für Ihre Knochen ist. Ist Ihnen bekannt, dass es darüber hinaus Ihr Darmkrebsrisiko um mindestens 20 Prozent verringert und Ihren Blutdruck senkt? Die Haut benötigt in den Sommerwochen eine Extraportion Kalzium, um sich gegen die aggressive Sonnenstrahlung zu wehren.

Kalzium gilt mengenmäßig als wichtigster Mineralstoff unseres Organismus. Sein Anteil liegt bei etwa 2 Prozent der Körpermasse, das bedeutet Ihr Körper enthält etwa 1 bis 1,5 kg Kalzium. Zu fast 99 Prozent liegt dieses Kalzium in den Knochen und Zähnen vor, für deren Festigkeit es eine entscheidende Rolle spielt. Daher gilt der Mineralstoff als wichtigster Schutzstoff vor Osteoporose (Knochenschwund). Doch auch das restliche 1 Prozent des Kalziumanteils ist von großer Bedeutung.

Die Aufgaben von Kalzium im Organismus

  • Es festigt Knochen und Zähne.
  • Es unterstützt die Erregungsleitung in den Nerven.
  • Es sorgt für die Kontraktion der Muskelzellen.
  • Es stimuliert die Freisetzung von Hormonen und Botenstoffen.
  • Es reguliert die Blutgerinnung.
  • Es dichtet die Zellverbände in Blutgefäßen und Darm ab.

Kalzium ist also viel mehr als „nur“ ein Baumaterial für Ihre Knochen. Beispielsweise steuert das Mineral die Übertragung von Nervenreizen auf die Muskelfasern oder die Freisetzung von Hormonen und anderen Botenstoffen (z. B. Histamin). Aus diesem Grund erscheint es umso erschreckender, dass in Deutschland jeder zweite Erwachsene die empfohlene Mindestmenge von 1 g Kalzium pro Tag nicht erreicht. Wenn Sie das 60. Lebensjahr überschreiten, empfehlen viele Experten sogar, 1,5 g Kalzium täglich aufzunehmen. Zum einen, weil in diesem Alter der altersbedingte Knochenabbau verstärkt einsetzt. Zum anderen, weil der Darm das Kalzium immer schlechter aufnimmt.

Milchprodukte: 3 Portionen pro Tag sind ideal

Die besten Kalziumquellen aus der Nahrung sind Milchprodukte. Darüber hinaus stellen Gemüse, Vollkornprodukte oder Nüsse wertvolle Lieferanten für den wichtigen Mineralstoff dar. Zusätzlich setzen Sie auf kalziumreiche Mineralwässer. Allerdings ist deren Anteil an der Kalziumversorgung in der Regel weniger bedeutend als viele Menschen glauben. Das zeigt folgendes Rechenbeispiel: Die wenigsten Mineralwässer enthalten mehr als 50 bis 100 mg/l Kalzium. Um Ihren Tagesbedarf von 1 g zu decken, müssten Sie mindestens 13 Flaschen (à 750 ml) davon trinken. Allein eine Scheibe Hartkäse enthält so viel Kalzium wie vier Flaschen der meisten Mineralwässer.

Im Prinzip ist eine ausreichende Kalziumzufuhr über die Nahrung durchaus möglich. Es empfehlen sich dazu etwa drei Portionen eines Milchprodukts täglich (z. B. eine Tasse Milch, ein Vollkornbrot mit Käse sowie ein Joghurt). Wenn Sie zusätzlich dazu viel Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse essen, stellt es kein Problem dar, auf 1 g Kalzium pro Tag zu kommen.

Wann sollten Sie ein Kalziumpräparat einnehmen?

  • bei geringem Verzehr von Milchprodukten und Gemüse
  • im Alter über 60 (vor allem Frauen nach den Wechseljahren)
  • in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • bei der Einnahme von Kortisonpräparaten
  • bei hohen Schweißverlusten (Schwerarbeit, Sport)
  • bei hohem Alkohol- und Zigarettenkonsum
  • bei chronischen Darmkrankheiten (geringere Kalziumaufnahme)

Kalziumpräparate (meist als Brausetabletten) erhalten Sie preisgünstig in jedem Supermarkt zu Monatstherapiekosten von weniger als 5 Euro. Diese Präparate enthalten in der Regel das anorganische Kalziumcarbonat. In der Apotheke bekommt man darüber hinaus deutlich teurere Präparate mit organischen Kalziumverbindungen (z. B. Kalziumgluconat, Kalziumcitrat oder Kalziumlactat). Diese lösen sich im Wasser besser auf. Für die Verwertbarkeit im Körper spielt das jedoch eine untergeordnete Rolle. Beispielsweise nahmen die Teilnehmer einer Testreihe der Creighton-Universität in Omaha/Nebraska aus dem Jahr 1999 Kalziumcarbonat und -citrat gleich gut im Darm auf.

Wenn Sie die preisgünstigen Kalziumcarbonat-Brausetabletten auflösen, achten Sie jedoch darauf, dass kein Bodensatz im Glas zurückbleibt. Rühren Sie das Getränk kurz vor dem Trinken gründlich auf.

Medikamente erhöhen den Bedarf

Auf Kalzium-Präparate sollten Sie nicht verzichten, wenn Sie dauerhaft Kortison-Präparate einnehmen (z. B. bei rheumatischen Erkrankungen, Asthma oder chronischen Entzündungen). Das Medikament greift in den Knochenstoffwechsel ein und führt auf lange Sicht zu einer Osteoporose. Dem wirken Sie mit Kalziumpräparaten entgegen.

Gegen diese Krankheiten wirkt Kalzium

Außer zur Grundversorgung des Körpers setzen Sie Kalziumpräparate gezielt zur Vorbeugung und Therapie von vielen Krankheiten ein.

  • Osteoporose (Stabilisierung der Knochen)
  • Allergien, Sonnenallergien (Hemmung der Symptome)
  • Bluthochdruck (Entspannung der Blutgefäße)
  • Übergewicht (Ankurbelung des Energieverbrauchs)
  • Darmkrebs
  • Muskelkrämpfe (entspannende Wirkung)
  • rheumatische Erkrankungen (bei Einnahme von Kortison)

In vielen Fällen ist es sinnvoll, wenn Sie zusätzlich zum Kalzium Vitamin D einnehmen. Das Vitamin verbessert die Kalziumaufnahme im Darm deutlich. Beispielsweise erhalten Sie zur Vorbeugung und begleitenden Behandlung der Osteoporose entsprechende Kombinationspräparate in Apotheken (z. B. Calcium D3® oder Calcivit®; Monatstherapiekosten etwa 6 bis 12 Euro, bei Versandapotheken zum Teil deutlich günstiger).

Dermatologische Vorteile

Mit Kalziumpräparaten reduziert man des Weiteren die Neigung zu Allergien. Vor allem allergische Hautreaktionen (Juckreiz, Pusteln, Rötungen) sprechen gut auf den Mineralstoff an. Die Wirkung beruht darauf, dass Kalzium die Ausschüttung von Histamin in der Haut und den Schleimhäuten verhindert. Das Gewebshormon beteiligt sich maßgeblich an der Auslösung allergischer Symptome.

Diese Wirkung nutzen Sie darüber hinaus bei einer Sonnenempfindlichkeit („Sonnenallergie“). Um Ihre Haut zu schützen, nehmen Sie neben einer starken Sonnencreme in den ersten Sommerwochen vorbeugend ein Kalziumpräparat ein (z. B. Calzium-Sandoz® Sun, Wochentherapiekosten ca. 5 Euro). Das Präparat enthält als zusätzliche Schutzstoffe Beta-Carotin sowie Vitamin E und C. Diese schützen ebenfalls vor UV-bedingten Hautschäden.

Vorbeugung von Darmkrebs

Mit einer Extra-Portion Kalzium schützen Sie sich wirkungsvoll vor Darmkrebs. In den letzten zehn Jahren fanden verschiedene Wissenschaftlerteams weltweit Beweise für die Schutzwirkung von Kalzium gegen Darmkrebs. Forscher der Universität Buffalo/USA werteten 2005 sämtliche bis dahin verfügbaren Studiendaten zusammenfassend aus. Das American Journal of Gastroenterology veröffentlichte diese Analyse im März 2005. Die Wissenschaftler berücksichtigten dabei Patienten, bei denen bereits Vorstufen von Darmkrebs (Darmpolypen) vorlagen und entfernt wurden. Durch Kalzium-Präparate (täglich etwa 1 bis 1,2 g) sank das Risiko für das Widerauftreten der Polypen nach vier Jahren um 20 Prozent im Vergleich zu einem Scheinmedikament (Placebo).

Falls der Arzt bei Ihnen im Rahmen einer Früherkennungsuntersuchung bereits Darmpolypen entdeckte und entfernte, nehmen Sie also unbedingt ein Kalziumpräparat ein, um Ihr Krebsrisiko zu reduzieren. Doch wie schützt Kalzium vor Darmkrebs?Freie Fettsäuren und Gallensäuren aus dem Nahrungsbrei lösen in der Darmschleimhaut ein krebsartiges Wachstum aus. Das Kalzium bindet die Säuren und schützt so die Darmzellen vor Krebs.

Kalzium gegen Bluthochdruck

Darüber hinaus profitieren Sie als Bluthochdruck-Patient von zusätzlichen Kalziumgaben. Das ergab eine große Bevölkerungsstudie in den USA aus dem Jahr 2003 an der Universität South Carolina in Columbia/USA. Dort beobachtete man 17.000 Menschen über 20 Jahre lang. Ihre durchschnittliche Kalziumaufnahme lag bei 760 mg pro Tag. Allerdings wiesen diejenigen, die täglich mehr als 1.200 mg des Mineralstoffs zu sich nahmen, ein um 40 Prozent geringeres Risiko für Bluthochdruck auf.

Das sollten Sie bei der Einnahme beachten

  • Ein Kalziumpräparat nehmen Sie nach Möglichkeit nach dem Essen ein. Das steigert die Aufnahmefähigkeit im Dünndarm um 30 bis 40 Prozent.
  • Verteilen Sie Ihre Tagesdosis auf mehrere kleinere Portionen (z. B. 4 x 250 mg statt 1 x 1.000 mg). Dadurch nehmen Sie ebenfalls 30 Prozent des Minerals mehr auf.
  • Nehmen Sie Präparate nicht zusammen mit phosphathaltigen Nahrungsmitteln (z. B. Colagetränke, Pökelfleisch und -wurst, Schmelzkäse) ein. Phosphat behindert die Aufnahme des Kalziums im Darm.
  • Die früher vertretene Auffassung, wonach Kalziumpräparate Nierensteine auslösen, erwies sich als falsch. Ebenso unrichtig ist es, dass Kalzium Arteriosklerose („Arterienverkalkung“) begünstigt.
  • Mehr als2 g Kalzium täglich sollten Sie ohne ärztliche Kontrolle in Form von Präparaten nicht zuführen. Das gilt vor allem dann, wenn Sie zusätzlich Vitamin-D-Präparate einnehmen, die die Kalziumaufnahme im Darm steigern.
  • Bei einer chronischen Nierenschwäche nehmen Sie Kalziumpräparate nicht auf eigene Faust ein. Ihr Arzt überwacht die Blut-Kalziumwerte stets genau. Bei Störungen der Nebenschilddrüse verzichten Sie auf Kalziumpräparate.

Diese Medikamente führen zu einem Kalziummangel

  • Kortison
  • Säureblocker (Antazida, z. B. bei Magenproblemen)
  • Epilepsiemittel
  • Schilddrüsenhormone
  • Abführmittel
  • Antibiotika (Tetracycline)

Wenn Sie dauerhaft auf diese Mittel angewiesen sind, sollten Sie unbedingt mehr Milchprodukte in Ihren täglichen Speiseplan integrieren oder ein Kalziumpräparat einnehmen.

Auch wenn Sie keine Medikamente benötigen und sich vollkommen gesund fühlen: Vernachlässigen Sie Ihre Kalziumzufuhr nicht. Mit keinem zweiten Mineralstoff unterstützen Sie Ihre Gesundheit besser und beugen gleichzeitig gegen viele Alterskrankheiten vor.

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