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Calcium

Kalzium ist nicht nur bei heranwachsenden Kindern und Jugendlichen wichtig. Eine Unterversorgung mit Kalzium ist bei erwachsenen Menschen mit Osteoporose verbunden. Dünne und spröde Knochen verursachen jährlich mehr als 1,5 Millionen Knochenbrüche in den USA. In Deutschland geht man etwa von einer halben Million Knochbrüchen jährlich aus.

Vor einigen Jahren wertete eine Gruppe von Wissenschaftlern im Auftrag des National Institute of Health (NIH) die neuesten Informationen über die Rolle von Kalzium bei der Osteoporoseprophylaxe aus. Ihr einhelliges Fazit: Die bisher empfohlene Tagesdosis entspricht nicht dem Bedarf an Kalzium im zunehmenden Alter.

Wie viel ist genug?

Der Kalziumbedarf verändert sich im Laufe des Lebens. Der höchste Bedarf besteht in der Hauptwachstumsphase der Kinder und Jugendlichen und während der Schwangerschaft und Stillzeit der Frauen. Im Alter von 30 Jahren erreicht man üblicherweise den Höhepunkt im Aufbau der Knochenmasse. Knochenbildung und Knochenabbau halten sich die Waage. Aus diesem Grund liegt der empfohlene Tagesbedarf an Kalzium für Heranwachsende bei 1.200 mg und für Erwachsene über 25 Jahren bei 800 mg.

Angesichts neuerer Forschungserkenntnisse auf dem Gebiet der Erkrankungen, bei denen Kalzium eine Rolle spielt, empfiehlt der Ausschuss des NIH jedoch höhere Kalziumdosen für Erwachsene. Ebenso empfahl er Heranwachsenden eine höhere Kalziumaufnahme, um das Osteoporoserisiko zu senken, wenn diese älter sind.

Gründe für erhöhten Kalziumbedarf

Der Ausschuss kam überein, dass man aus folgenden Gründen mehr Kalzium benötigt:

  • der Körper resorbiert weniger Kalzium – Mit zunehmendem Alter verringert sich die Kalziumresorption, besonders ab dem 65. Lebensjahr.
  • herabgesetzter Aufbau von Vitamin D – Vitamin D ist zur Steigerung der Kalziummenge erforderlich, die schließlich die Knochen erreicht.
  • bei Frauen:sinkender Östrogenspiegel – Östrogen mindert den Kalziumverlust der Knochen. Das Absinken des Östrogenspiegels in den Wechseljahren beschleunigt den Abbauprozess der Knochen.

In den ersten sechs bis acht Jahren der Menopause verlangsamt eine Östrogentherapie den Knochenabbau. Aus diesem Grund benötigen Frauen, die Östrogenpräparate einnehmen, weniger Kalzium als Frauen, die dieses Hormon nicht einnehmen. Nach etwa zehn Jahren sind die Auswirkungen des Östrogens weniger ausgeprägt, während die Bedeutung von Kalzium zunimmt. Kalziumgaben von etwa 1.500 mg täglich vermindern offenbar den Knochenschwund.

Die Einnahme von Phosphor

Ein Artikel, der im Januar 2004 in den Mayo Clinic Proceedings erschien, zeigt, dass man den Phosphorspiegeln mehr Aufmerksamkeit widmen muss. Sie beeinflussen ebenfalls die Knochengesundheit. Kalzium und Phosphor stellen entscheidende Bestandteile der Knochenbildung dar. Unzureichende Mengen dieser beiden Mineralstoffe stören den Zyklus von zellulärem Ab- und Aufbau (Remodellierung), der ständig im Knochen abläuft.

Die meisten Menschen nehmen ausreichende Phosphormengen mit der Nahrung ein, etwa durch Milch, Fleisch, Fisch und Eier. Jedoch reicht das bei manchen Osteoporose-Patienten (besonders alte Menschen mit eingeschränkter Ernährung) nicht aus. Dann führen geringe Phosphormengen in Kombination mit Kalziumzusätzen zu Schwierigkeiten. Zusätze in Form von Kalziumkarbonat oder -zitrat blockieren Phosphor in der Nahrung. Darüber hinaus sorgen bestimmte Knochen bildende Wirkstoffe wie Teriparatid (Forteo®) für einen erhöhten Phosphorbedarf, sodass es noch schwerer ist, genügend Mineralstoffe aufzunehmen. Der Artikel in der Zeitschrift Mayo Clinic Proceedings kommt zu dem Schluss, dass eine ausreichende Phosphorzufuhr bei Frauen mit Osteoporose entweder durch eine besondere Ernährung oder durch die Gabe von Kalziumphosphat-Zusätzen statt Karbonat- oder Zitratkombinationen erreicht werden sollte.

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