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Ihr Schutz vor Bluthochdruck und Darmkrebs

Die Hauptaufgabe von Kalzium in Ihrem Körper ist bekannt: 99 % dieses Vitalstoffs werden in den Knochen und Zähnen eingelagert. Es sorgt hier dafür, dass diese stabil bleiben, Sie nicht unter Osteoporose leiden und Ihre Zähne nicht brüchig werden. Lassen Sie uns heute das restliche eine Prozent genauer anschauen, denn es übernimmt in Ihrem Körper vielfältige Aufgaben. Für die Übertragung von Nervensignalen und die Erregung von Nerven ist Kalzium genauso entscheidend wie für die Ausschüttung von Hormonen. Darüber hinaus ist es verantwortlich für

  • einen stabilen Herzrhythmus,
  • eine gute Muskelarbeit,
  • die Freisetzung von Botenstoffen,
  • die Regulierung des Flüssigkeitshaushalts in den Körperzellen,
  • eine funktionierende Blutgerinnung.

Mit Kalzium schützen Sie sich effektiv vor erneuten Darmpolypen

Wissenschaftler der University of Buffalo in den USA haben im Jahr 2005 alle bis dahin erstellten Kalzium-Studien ausgewertet. Diese Studien umfassten nicht nur die Aktivität von Kalzium beim Knochenaufbau, sondern auch Nachforschungen zu seinen weiteren Funktionen. In dieser so genannten Meta-Studie konzentrierten sich die Forscher auf die Patienten, die schon unter einer Vorstufe von Darmkrebs litten. Bei all diesen Teilnehmern der unterschiedlichen Studien sind Polypen gefunden worden, aus denen sich häufig Darmkrebs entwickeln kann. Während der Dauer der Studien bekamen die Patienten nach Entfernung der Polypen ein Kalziumpräparat. Die Forscher stellten fest, dass sich bei denjenigen, die 1 bis 1,2 g Kalzium pro Tag erhielten, das Risiko für das Auftreten eines erneuten Polypen und damit das Risiko für Darmkrebs um 20 % reduzierte. Der Grund dafür ist allerdings noch nicht genau geklärt.

Kalzium senkt Ihren Blutdruck

Auch als Schutz vor hohem Blutdruck ist zusätzliches Kalzium wichtig – es kann das Risiko für Bluthochdruck deutlich senken. Das hat die DASH-Studie, eine große wissenschaftliche Ernährungsstudie in Amerika, gezeigt. Bei ihr wurde unter anderem das Ernährungsverhalten von 17.000 Menschen über 20 Jahre lang beobachtet. Durchschnittlich nahmen die Teilnehmer rund 700 mg Kalzium pro Tag zu sich. Diejenigen mit einer hohen Kalziumaufnahme von durchschnittlich 1.200 mg pro Tag hatten ein um 40 % reduziertes Risiko für einen hohen Blutdruck.

Das scheint auf den ersten Blick ein verwirrendes Ergebnis. Denn normalerweise werden bei hohem Blutdruck so genannte Kalzium-Antagonisten verschrieben, also Kalziumgegenspieler.  Diese sollen verhindern, dass zu viel Kalzium über so genannte Kalziumkanäle in die Muskelzellen strömt. Dadurch werden die Muskelzellen, die um die Gefäße liegen, entspannt. Das erweitert die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt.

Die Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass eigentlich ein Kalziummangel der Grund für den Bluthochdruck ist. Kalzium strömt immer in die Muskelzellen, es entsteht aber durch den Mangel ein Missverhältnis zwischen dem Kalziumgehalt in den Zellen und dem Kalzium außerhalb der Zellen. So kommt es zur Verengung der Muskelzellen und der Gefäße. Durch eine Kalziumzufuhr wird der Kalziummangel im Körper ausgeglichen. Es kommt nicht zu einem Kalzium-Missverhältnis. Die Zellen können sich wieder entspannen – ganz ohne Medikamente sinkt der Blutdruck.

Die heutige Ernährung ist ein Grund für Kalziummangel

Obwohl Kalzium so wichtig für die Gesundheit ist, leiden heutzutage mindestens 60 % aller Deutschen unter einem Kalziummangel. Sie nehmen nur rund 700 mg Kalzium pro Tag zu sich – das liegt weit unter der Tagesdosis von 1.000 bis 1.200 mg, die ich meinen Patienten empfehle.

Hinzu kommt, dass der Anteil an phosphathaltigen Lebensmitteln bei uns immer mehr zunimmt. Das Problem daran: Phosphat entzieht Ihrem Körper das wichtige Kalzium und verstärkt den Mangel noch. Phosphathaltige Lebensmittel sind unter anderem Cola-Getränke und Schmelzkäse.

Achten Sie ab 60 besonders auf Ihre Kalziumzufuhr

Wenn Sie über 60 Jahre alt sind, haben Sie schnell einen Kalziummangel. Das liegt daran, dass sich die Kalziumaufnahme im Darm verändert und weniger Kalzium aus der Nahrung tatsächlich von Ihrem Körper verwertet werden kann. Ihr Kalziumbedarf ist außerdem größer, weil der Knochenabbau schneller voranschreitet. Um den Knochenneubau optimal zu unterstützen, ist daher auch mehr Kalzium nötig.

So versorgen Sie sich ausreichend mit Kalzium

Wenn Sie Kalzium über Ihre Ernährung zu sich nehmen wollen, geht das am besten über Milchprodukte. Hüttenkäse, Quark und Emmentaler enthalten beispielsweise viel Kalzium. Aber auch grünes Gemüse ist reich daran. Vor allem Löwenzahn und gekeimte Kresse haben ein gutes Kalzium-Phosphat-Verhältnis. Zusätzlich müssen Sie für eine optimale Versorgung zwei bis drei Portionen Gemüse zu sich nehmen.

In diesen Fällen müssen Sie Kalzium ergänzen

Manchmal reicht eine Kalzium-Versorgung allein über die Nahrung nicht aus. Das ist der Fall, wenn Sie

  • nur wenig Milchprodukte zu sich nehmen,
  • geringe Mengen Gemüse essen,
  • über 60 Jahre alt sind,
  • Kortisonpräparate, Säureblocker, Abführmittel oder Schilddrüsenhormone einnehmen,
  • viel schwitzen, zum Beispiel beim Sport,
  • rauchen,
  • unter einer Darmkrankheit leiden.

In diesen Fällen empfehle ich Ihnen, Ihren Kalziumbedarf zusätzlich durch ein Nahrungsergänzungsmittel zu decken.

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Alte Kommentare
  • weisensee schrieb am 28.09.2011, 09:17 Uhr

    Grundsätzlicher guter Artikel mit den richtigen Schlußfolgerungen. SIe sollten jedoch auch darauf hinweisen, dass normale Kalziumtabletten (in aller Regel Kalziumcarbonatprodukte), so wie man sie normaler Weise in Drogerien und Apotheken erhält nicht viel helfen, da Kalziumcarbonat der Körper nicht richtig bzw. optimal aufnehmen kann. Sonst meint der unbedarfte Leser leicht, nun gut dann schlucke ich halt ein paar Kalziumtabletten und es ist dann o.k. Ist es jedoch leider nicht, Neben Kalzium ( am besten die drei vom Körper optimal absorbierenden Kalziumlaktat, Kalziumzitrat und Kalziumgluconat ) bedarf es eine Mischung aus Vitaminen ( Vitamin D und K2 ) sowie Magnesium damit das Kalzium optimal in die Knochen gelangt und nicht in Arterien und Gewebe abgelagert wird. Eine Empfehlung hierzu : Calzium K2 von SISEL ! Sh. auch: http://bit.ly/qthea3

  • Jordan schrieb am 28.09.2011, 09:41 Uhr

    Guter Artikel, wegen Marcumareinnahme soll ich aber wenig Käse und Grünzeug essen. Sollte ich da Kalzium in Tablettenform einnehmen? Im Voraus Danke für die Antwort.

  • Martina Rathmayer schrieb am 29.09.2011, 10:48 Uhr

    Ihr Artikel bringt viel Wissenswertes und sollte besonders von älteren Personen und solchen mit Bluthochdruck zur Kenntnis genommen werden. Der Kommentar über die richtige Anwendung (s.u.) ist zu beherzigen. Kalziumzitrat kann man übrigens sehr gut aus dem billigen Kalziumcarbonat selbst mit Zitronensaft herstellen! Kritik: Sie sprechen davon, dass man anstatt 700mg Ca besser 1.2 mg einnehmen sollte, es sind wohl 1.2g gemeint!

  • Paul Brechtel schrieb am 30.09.2011, 10:23 Uhr

    An der Empfehlung, dem Kalziummangel mit Milchprodukten vorzubeugen, kann wohl etwas nicht stimmen: Deutschland hat mit den höchsten Milchkonsum weltweit und trotzdem sind die Deutschen mit Kalzium unterversorgt, leiden mit am stärksten unter Osteoporose! Kann es sein, daß Kuhmilch doch nur für das Kälbchen vorgesehen ist? , daß es falsch ist, wenn der Mensch als einziges "Säugetier" artfremde Milch zu sich nimmt - und das auch noch im Erwachsenenalter? Kann mir hier jemand eine gute Antwort geben, ohne für die Milchwirtschaft zu werben? (Die Milchproduktion hängt ja direkt mit der Fleischproduktion zusammen.)

  • A Schön schrieb am 03.10.2011, 22:03 Uhr

    Schade, dass auch Sie zwecks Kalziumzufuhr Milchprodukte empfehlen, denn unter Medizinern ist es längst kein nur heimlich geflüstertes Geheimnis mehr, dass Milchprodukte mehr kalzium-ABBAUENDE Stoffe enthalten, als sie dem Körper an Kalzium zuführen.