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Lohnen sich die Ausgaben für Coenzym Q10 nicht?

Bestimmt haben Sie auch schon davon gehört. In manchen Werbeaussagen wird das Nahrungsergänzungsmittel Coenzym Q10 fast als Wundermittel dargestellt. Es wird zum Beispiel behauptet, dass Coenzym Q10 den Blutdruck senken, das Immunsystem stärken, bestimmte Herzerkrankungen verbessern und sogar vor Herzoperationen helfen könne. Ferner wird behauptet, dass die Substanz bei Krebs, Parkinson-Krankheit, Falten, Diabetes, Paradontose und vielen anderen Problemen hilft. Es mehren sich die Theorien über den potenziellen Nutzen einer regelmäßigen Einnahme von Coenzym Q10. Oberflächlich betrachtet, scheint die Einnahme vorteilhaft zu sein. Leider sind die wissenschaftlichen Beweise für die meisten Behauptungen nicht so überzeugend wie bei verschreibungspflichtigen Medikamenten.

Coenzym Q10 (Ubichinon) ist ein vitaminähnlicher Stoff, der in den Energie produzierenden Zentren jeder Körperzelle vorkommt. Er spielt eine wesentliche Rolle bei der Energieerzeugung und unterstützt vielleicht die Arbeit des Immunsystems. Er hat außerdem antioxidative Eigenschaften, denen man einen Schutz vor Herz-Kreislauf-Krankheiten und Krebs nachsagt, weil schädliche Nebenprodukte des Zellstoffwechsels und von Entzündungen neutralisiert werden.

Ubichinon kommt in besonders hohen Konzentrationen in Muskeln und Organen vor, die viel Energie verbrauchen wie Herz, Leber, Nieren und Gehirn. Doch die Konzentration des Coenzyms nimmt im Alter ab, und sie ist besonders niedrig bei Menschen mit Herzinsuffizienz, Parkinson-Krankheit, Krebs und Diabetes.

Der mögliche Zusammenhang von niedriger Konzentration des Coenzyms Q10 mit Alter und bestimmten Erkrankungen ist für die große Aufregung rund um eine entsprechende Nahrungsmittelergänzung verantwortlich. Obwohl die entscheidende Rolle von Ubichinon bei der Erhaltung von Körperfunktionen unbestritten ist, bleibt die Frage unbeantwortet, ob ein niedriger Coenzymspiegel eine Krankheit verursacht, oder ob die Einnahme eines Coenzym-Q10-Präparats eine Krankheit verhindern oder behandeln kann. Ob eine Nahrungsmittelergänzung mit Coenzym Q10 die Gesundheit verbessert, bleibt unsicher.

Wirkung ist wissenschaftlich nicht vollständig belegt

Die meisten der zahlreichen Studien mit Coenzym Q10 haben nur eine kleine Teilnehmerzahl eingeschlossen. Viele waren nicht kontrolliert“ (niemand erhielt ein Placebo) oder blind“ Teilnehmer oder Wissenschaftler wussten, wer welchen Wirkstoff erhielt). Aber nur kontrollierte, doppelblinde Studien bieten anerkannte Voraussetzungen für eine wissenschaftliche Beweisführung. In vielen Studien, die über einen Nutzen durch die Einnahme von Ubichinon berichten, bleibt unklar, ob sich der positive Effekt auf das Coenzym oder einen anderen Faktor zurückführen lässt. Einige Studien scheinen jedoch wissenschaftlich verdienstvoll zu sein. Vorläufige Daten deuten darauf hin, dass die Einnahme von Coenzym Q10 unter bestimmten Umständen vorteilhaft sein kann. Die Datenlage reicht noch nicht aus, um zuverlässige medizinische Empfehlungen auszusprechen, aber sie spornt zu weiteren, besser konzipierten Studien an, mit denen die Wirkung von Ubichinon auf eine Reihe von Erkrankungen untersucht wird. Man hofft, dass innerhalb der nächsten Jahren bessere Informationen verfügbar sein werden.

Fazit: Das Coenzym Q10 ist kein Ersatz für eine medizinische Behandlung

Wenn Sie die Einnahme von Coenzym Q10 zur Behandlung einer Krankheit erwägen, sollten Sie vorher mit Ihrem Arzt über die Vor- und Nachteile sprechen – ebenso über die Dosierung. Denken Sie daran, dass die Rolle der Nahrungsmittelergänzung nur eine unterstützende sein kann. Sie ist kein Ersatz für eine richtige medizinische Behandlung. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin hat in einer Stellungnahme bereits 2001 eindeutig erklärt: Für Coenzym Q10 lässt sich feststellen, dass bezüglich der Zufuhr dieses Stoffes als Nahrungsergänzungsmittel keine signifikanten positiven Wirkungen auf die Funktion des menschlichen Körpers nachgewiesen werden konnten. Behauptungen eines vorbeugenden oder therapeutischen positiven Effekts sind wissenschaftlich unbegründet und für den Verbraucher irreführend.“

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