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Enzymtherapie: Mit diesen Multitalenten beschleunigen Sie die Heilung

von Dr. Ulrich Fricke, Chefredakteur von "Länger und gesünder Leben", dem Dienst, der Ihnen zeigt, wie Sie vorbeugen und heilen mit Vitaminen, Naturheilmitteln und neuesten Therapieverfahren

Die Heilkraft der Enzyme ist den Menschen schon seit der Antike bekannt. Denn durch Beobachtung hatten die Heilkundigen gelernt, dass ein Verband aus Feigen die Wundheilung fördert oder Bierhefe Darmbeschwerden lindert und Hautgeschwüre abklingen lässt. Hinter solchen Wirkungen stecken vor allem die in diesen Naturprodukten enthaltenen eiweißspaltenden Enzyme. Doch erst seit etwa 50 Jahren sind Präparate erhältlich, die diese Enzyme in gereinigter und konzentrierter Form enthalten. Die Haupteinsatzgebiete der Enzymtherapie, die wir Ihnen in diesem Beitrag vorstellen, reichen von Infektionen (z. B. der Harnwege oder bei Erkältungen) über chronische Entzündungen (u. a. Rheuma, Muskelschmerzen oder Nebenhöhlenvereiterungen) bis hin zu Verletzungen (z. B. Zerrungen beim Sport oder Blutergüsse nach einem Sturz).

Enzyme steuern lebenswichtige Stoffwechselreaktionen

Enzyme sorgen als "Biokatalysatoren" dafür, dass alle lebenswichtigen Stoffwechselreaktionen in den Körperzellen ablaufen können. Doch sie setzen nicht wahllos Reaktionen in Gang, sondern reagieren immer nur mit speziellen Reaktionspartnern. Wissenschaftler nehmen an, dass für alle biochemischen Reaktionen unseres Organismus weit mehr als 10.000 verschiedene Enzyme notwendig sind. Für medizinische Zwecke wird vor allem eine bestimmte Sorte von Enzymen eingesetzt, die so genannten Proteasen. Das sind Enzyme, die Eiweißstoffe an ganz genau festgelegten Stellen aufspalten. Die in Präparaten erhältlichen Enzyme stammen aus Pflanzen, Pilzen oder den Verdauungsorganen von Tieren.

Diese Enzyme werden heute medizinisch genutzt:

  • Bromelain (Ananas)
  • Papain (Papayas)
  • Chymotrypsin (Rind)
  • Trypsin (Schwein)
  • Pankreatin (Schwein)
  • Amylase (Pilze)
  • Lipase (Pilze)

Diese Enzyme sind entweder als Gemische oder auch einzeln in den Enzympräparaten enthalten. Je nach Einsatzgebiet enthalten die Fertigarzneien weitere Wirkstoffe, die die Funktion der Enzyme unterstützen, beispielsweise Rutin, einen sekundären Pflanzenstoff, der bei Venenschwäche eingesetzt wird.

Unterstützung für das Immunsystem

Anders als die körpereigenen Enzyme sind die therapeutisch eingesetzten Enzyme nicht dazu da, Stoffwechselprozesse zu beschleunigen. Sie sollen vor allem das Immunsystem unterstützen.

Das bewirken Enzyme im Körper:

  • Sie stärken die Abwehrkräfte.
  • Sie aktivieren die Selbstheilungskräfte.
  • Sie lindern Entzündungen.
  • Sie verringern Schwellungen.
  • Sie verbessern die Fließfähigkeit des Blutes.
  • Sie fördern die Heilung von Verletzungen und Wunden.

Um diese vielfältigen Wirkungen zu entfalten, müssen die Enzyme intakt ins Blut gelangen. Daher sind sie in den Fertigarzneimitteln von magensaftresistenten Hüllen umgeben. So kann die Salzsäure im Magen die Enzyme nicht zerstören, und sie gelangen unbeschadet in den Darm. Zwar können die großen Eiweißstoffe dort nur in sehr geringem Maße in den Körper aufgenommen werden – Schätzungen gehen von weniger als 10 % aus –, doch Tierversuche und auch Untersuchungen am Menschen belegen, dass zumindest ein Teil der Enzyme ins Blut gelangt.

In diesen Fällen sollten Sie Enzyme nicht einnehmen:

  • vor größeren Operationen, die mit einem hohen Blutverlust verbunden sind
  • bei Leber- und Nierenleiden
  • während der Schwangerschaft
  • bei Blutgerinnungsstörungen

Enzyme setzen die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herab. Falls Sie auf gerinnungshemmende Medikamente (z. B. Acetylsalicylsäure oder Marcumar®) angewiesen sind, sollten Sie vor der Einnahme von Enzympräparaten stets ärztlichen Rat einholen. Generell sollten Sie bei chronischen Erkrankungen immer mit Ihrem Therapeuten abstimmen, ob Sie Enzympräparate einnehmen können oder nicht. In der Regel ist dies kein Problem – ganz im Gegenteil: Enzyme können die meisten ärztlich verordneten Therapien hervorragend unterstützen und so einen wertvollen Beitrag zu Ihrer schnellen Genesung leisten.

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