MenüMenü

Vitamin B2: Mehr Energie durch Riboflavin

von Dr. Ulrich Fricke, Chefredakteur von "Länger und gesünder Leben", dem Dienst, der Ihnen zeigt, wie Sie vorbeugen und heilen mit Vitaminen, Naturheilmitteln und neuesten Therapieverfahren

Ohne Enzyme läuft im Körper keine einzige biochemische Reaktion ab. Enzyme sind große Eiweißstoffe, die jedoch zu ihrer Funktion zusätzlich auf kleinere Moleküle angewiesen sind: die Co-Enzyme. Eines der wichtigsten Co-Enzyme ist das Riboflavin. Da der Organismus es nicht selbst produzieren kann, muss es mit der Nahrung aufgenommen werden; es wird daher auch als Vitamin B2 bezeichnet. Hier erfahren Sie, welche wichtigen Funktionen das Vitamin in Ihrem Körper erfüllt und in welchen Situationen die Zufuhr mit der Nahrung eventuell nicht ausreichend ist.

Riboflavin wandelt Fette und Kohlenhydrate in Energie um

Riboflavin ist als Coenzym vor allem am Energiestoffwechsel beteiligt.

Das sind die Aufgaben von Riboflavin im Körper:

  • Abbau von Kohlenhydraten und Fettsäuren zur Energiebereitstellung
  • Abbau von Purinen aus Eiweißstoffen (Entgiftung)
  • Synthese von Vitaminen
  • Abbau von Gehirnbotenstoffen (Serotonin, Noradrenalin)

Riboflavin wurde früher auch als Lactoflavin bezeichnet. In seiner oxidierten Form besitzt es eine gelbe Farbe (lat.: flavus = gelb). Der Tagesbedarf dieses Vitamins liegt für Erwachsene bei 1,7 mg (Männer) bzw. 1,5 mg (Frauen). Die hauptsächlichen Quellen aus der Nahrung sind neben Milchprodukten vor allem Vollkorngetreide sowie in geringerem Maße auch Eier, Fleisch und Fisch.

So äußert sich ein Mangel an Riboflavin:

  • Entzündungen der Schleimhäute von Mund, Nase und Magen-Darm-Trakt
  • Schuppung und Entzündung der Haut
  • schmerzhafte Einrisse an den Lippen (Rhagaden)
  • Linsentrübung und nachlassende Sehschärfe
  • Anämie (Blutarmut)
  • Gefühlsstörungen an Händen und Füßen

Bei einer ausgewogenen Ernährung und körperlicher Gesundheit sind diese Mangelerscheinungen eher selten. Aber die Vielfältigkeit der Liste zeigt, wie wichtig das Vitamin für Ihren Körper ist.

Bei fettreicher Ernährung und Medikamenteneinnahme ist der Bedarf erhöht

Doch es gibt Situationen, in denen die Versorgung mit Riboflavin ungenügend sein kann. In diesen Fällen sollten Sie erwägen, zusätzlich zur Aufnahme durch die Nahrung etwa 1,5 bis 5 mg Riboflavin täglich in Form von Präparaten zu sich zu nehmen. Wenn Sie ein Multi-Vitalstoffpräparat verwenden, sollten Sie darauf achten, dass es auf jeden Fall auch diese Mengen an Vitamin B2 enthält. Wenn Sie sich besonders fettreich ernähren, haben Sie einen erhöhten Riboflavinbedarf, da das Vitamin für den Fettabbau notwendig ist.

In diesen Situationen profitieren Sie von Riboflavin-Präparaten:

  • bei wenig Milch- und Vollkornprodukten in der Nahrung
  • bei regelmäßigem Alkoholkonsum
  • in Schwangerschaft und Stillzeit
  • bei chronischen Darmentzündungen (verringerte Aufnahme von Riboflavin)
  • bei Diabetes

Medikamente, die den Riboflavinhaushalt negativ beeinflussen, sind u. a. orale Kontrazeptiva („Pille“), Theophylline (bei Asthma), Penicillin, Chlorpromazin (Psychopharmakon). Auch wenn Sie auf eines dieser Mittel angewiesen sind, sollten Sie Riboflavin ergänzen. Riboflavin ist in den meisten gängigen Multivitalstoffpräparaten enthalten, die Sie in Apotheken, Reformhäusern oder im Versandhandel beziehen können. Überdosierungen sind bei diesem wasserlöslichen Vitamin nicht zu befürchten. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie Ihr Präparat nicht dem Licht aussetzen und immer fest verschlossen aufbewahren. Denn durch Licht und Sauerstoffzufuhr kann Riboflavin chemisch so verändert werden, dass es im Körper die Bildung von schädlichen freien Radikalen fördert. Und damit würden Sie die vielen positiven Wirkungen dieses wichtigen B-Vitamins ins Gegenteil verkehren.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten