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Vitamin B1: Schutz vor Alzheimer und Gedächtnisschwäche

Herzschwäche, Nervenentzündungen und Gedächtnisstörungen: Diese Symptome waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Ostasien weit verbreitet und sorgten für viele Todesfälle. Dahinter steckte die berüchtigte Beriberi-Krankheit, die durch einen Mangel an Vitamin B1 ausgelöst wird. Dieser entstand durch das Übermaß an poliertem Reis, der Speise der Armen zu dieser Zeit. Heute ist diese Krankheit wieder recht unbekannt. Aber wenn der Trend zur Fast-Food-Ernährung weitergeht, wird sie sicherlich schon bald wieder gehäuft auftreten.

Wenn Sie Ihr Gehirn bis ins hohe Alter hinein fit halten wollen, ist es wichtig, dass Sie ihm den richtigen „Treibstoff“ zur Verfügung stellen. Denn für seine Arbeit braucht es Glucose. Allerdings funktioniert die Glucosegewinnung nicht einfach so. Die Grundlage dafür ist ausreichend Vitamin B1. Wenn dieses fehlt, dann kann nicht nur Ihr Denkvermögen nachlassen. Auf Dauer kann es sogar zu Erkrankungen wie Alzheimer kommen.

Moderne Lebensweise schuld an Mangel

Mangel im Überfluss: Das gilt für manchen Nährstoff, besonders aber für Vitamin B1. Fast die Hälfte aller Frauen und über 60 Prozent der Männer nehmen nicht einmal mehr die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Tagesdosis von 1 bis 3 mg Vitamin B1 zu sich. Der Grund dafür ist unsere heutige Ernährung.

Vitamin B1 ist ein Vitamin der gesunden Ernährung, denn es steckt vor allem in Vollkornprodukten. Leider aber bevorzugen viele Menschen die „leichtere“ Variante dieser Lebensmittel in Form von Weißmehlprodukten. Diese enthalten gerade einmal ein Fünftel der Vitamin-B1-Menge. Außerdem gehen bis zu 30 Prozent davon verloren, wenn die Lebensmittel erhitzt werden oder zu lange dem Licht ausgesetzt werden. Dies ist aber heute fast Normalzustand, zum Beispiel in Supermärkten.

So arbeitet Vitamin B1 in Ihrem Körper

Obwohl Vitamin B1 nur eines von vielen aus der B-Gruppe ist und gar nicht so bedeutend erscheint, erfüllt es wichtige Aufgaben. Es sorgt dafür, dass

  • Ihr Körper Energie aus den Nahrungsbestandteilen gewinnen kann
  • Nerven und Gehirn mit Energie versorgt werden
  • Nervenbotenstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden
  • Nervenimpulse richtig weitergegeben werden

Alzheimer und nachlassende Konzentration

Ein ausreichend hoher Vitamin-B1-Spiegel sorgt nicht nur für eine schnelle Weiterleitung der Nervenimpulse, er stärkt auch Ihr Gehirn mit Energie und unterstützt so die Denk- und Erinnerungsleistung. In den letzten Jahren ist Vitamin B1 aufgrund dieser Eigenschaften auf seine Beteiligung bei der Entstehung von Alzheimer untersucht worden. Forscher fanden heraus, dass Menschen mit einem Vitamin-B1-Mangel eher vergesslich waren und sich schlechter konzentrieren konnten. Vor drei Jahren gaben französische Forscher daher Alzheimerpatienten, die unter einer leichten Form der Erkrankung litten, zusätzlich zu ihren Medikamenten entweder eine Vorstufe von Vitamin B1 oder ein Scheinmedikament. Das Vitamin zeigte deutliche Wirkung: Nach drei Monaten verbesserte sich die Gedächtnisleistung der Patienten, die zusätzlich Vitamin B1 bekommen hatten, erheblich.

Der Grund dafür: Vitamin B1 regt die Produktion von Acetylcholin an. Dieser Nervenbotenstoff sorgt dafür, dass Erlebnisse sowie Erlerntes in Ihrem Gedächtnis festgehalten werden und Sie diese Erinnerungen jederzeit wieder abrufen können. Zudem verhindert dieses Vitamin B1 den zu schnellen Abbau des Nervenbotenstoffs und verbessert so noch einmal Ihre Gedächtnisleistung.

So versorgen Sie sich ausreichend

Wollen Sie Ihr Gedächtnis stärken oder sich als Diabetiker ausreichend mit Vitamin B1 zum Schutz vor Nervenschäden versorgen (denn auch das leistet dieses Mega-Vitamin), reicht leider der Vitamingehalt in Lebensmitteln nicht aus. Auch die üblichen Vitamin-B1-Präparate sind meist zu gering dosiert. Sie enthalten häufig nur die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Mindestmenge von 3 mg, maximal aber 20 mg. Daher sollten Sie gezielt nach der Vitamin-B1-Vorstufe Benfotiamin fragen. Die gibt es in Dosierungen von 100 bis 300 mg, sodass Sie Ihren B1-Bedarf auf jeden Fall decken können.

So versorgen Sie sich über die Nahrung

Wollen Sie Ihren Vitamin-B1-Bedarf über die Nahrung decken, ist es wichtig, dass Sie ausreichend Lebensmittel verzehren, die diesen Vitalstoff enthalten. Hierzu gehören:

  • Sonnenblumenkerne (1,9 g pro 100 g)
  • Schinken, ohne Fett (1,15 g pro 100 g)
  • Schweinefilet (1,10 g pro 100 g)
  • Sojabohnen (1 g pro 100 g)
  • Erbsen (0,76 g pro 100 g)

Vitamin B1 kann Diabetiker vor Nierenschäden schützen

Bei Diabetes Typ II kommt es häufig zum Versagen der Nieren. Forscher der Universität Warwick haben nun herausgefunden, wie diese Diabetes-Nebenwirkung eventuell verhindert werden kann. Die Wissenschaftler gingen davon aus, das Menschen, die unter Nierenkrankheiten leiden, viel Albumin, ein spezielles Eiweiß, ausscheiden. Darüber hinaus wussten sie aus einer früheren, eigenen Studie, dass Diabetiker häufig einen Vitamin B1-Mangel haben bzw. einen sehr niedrigen Vitamin B1 (Thiamin)-Spiegel im Blut.

40 Diabetiker nahmen daraufhin an einer kleinen Studie teil, bei der ihnen drei Monate lang 300 mg Thiamin pro Tag gegeben wurde. Die Forscher stellten fest, dass die Produktion des Albumins sank und die Nierenprobleme in einem sehr frühen Stadium gebremst werden konnten. Bei jedem dritten Teilnehmer sank der Albumin-Ausstoß sogar wieder auf das Maß eines gesunden Menschen ab. Thiamin in so hohen Mengen können Sie natürlich nicht über die Nahrung zu sich nehmen. Aber Sie können einem Mangel vorbeugen, wenn Sie sich thiaminreich ernähren. Gute Quellen sind Weizenkeime, Sojabohnen oder Vollkorngetreide.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
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