Organspende - denken Sie mal darüber nach!
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 7. November 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
wie stehen Sie eigentlich zur Organspende? Ich trage schon viele Jahre einen Ausweis mit mir herum. Ich glaube, den ersten habe ich mit Anfang 20 ausgefüllt. Daher überrascht es mich immer wieder, wie wenige Menschen sich überhaupt mit diesem Thema auseinandersetzen. Woran liegt es? Ist das Thema unangenehm, weil viele Angst davor haben, sich gleichzeitig mit dem eigenen Tod befassen zu müssen? Oder ist es die Angst, dass man vielleicht noch leben könnte, wenn die Organe „einfach so" herausgeschnitten werden? Vielleicht herrscht bei einigen Menschen auch die Haltung vor: „Warum sollte ich, das kann mir doch egal sein."
Gerade letzteres finde ich schade. Denn jeder von uns kann in die Situation gelangen, schwer krank zu werden, eine neue Niere, vielleicht sogar ein neues Herz zu benötigen. Dann brauchen wir, Sie und ich, einen Menschen, der sich bereit erklärt hat, (nach seinem Tod) ein Organ zu spenden - damit wir weiterleben können.
Allein vor dem Hintergrund dieses Gedankens finde ich es wichtig, noch einmal über das Thema „Organspende" nachzudenken - und dann eventuell selbst auch einen Ausweis auszufüllen?
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Henning Fahrtmann (07.11. 2011 16:24 Uhr):
Hallo und Guten Tag, ich hab zwar auch seit einiger Zeit einen OSA, meine Frage wäre mal die, bis zu welchem Alter ist denn so ein Ausweis sinnvoll, ich hab mal was von deer Grenze von 50 Jahren gehört, aber das dürfte nicht verbindlich sein....? Vielen Dank
Antworten - Kommentar von Steiger (07.11. 2011 16:30 Uhr):
was ist, wenn ich eine chronische Krankheit habe, z.B. Hepatitis C. Dann komme ich vermutlich als Organspender nicht in Frage oder?
Antworten - Kommentar von karlo Bronson (07.11. 2011 16:38 Uhr):
Ich habe mich ausführlichst mit mir incl. Tod usw. auseinandergesetzt. Mein Fazit: ich will weder Organe erhalten noch spenden; mir ist das zu viel körperbezogene "Technik". Und mir fehlen analoge humene Entwicklungen in der Welt. Vielleicht würde ich darüber anders nach- denken, wenn man auch gute Wege gefunden hätte, die Seele und den Geist 'reparieren', und das nicht nur im reichen Deutschland, sondern in armen Ländern.
Antworten- Antwort von Luzi (08.11. 2011 02:51 Uhr):
Ganz deiner Meinung!!! Der Mensch ist kein Ersatzteillager! Krankheit sollte nicht nur körperlich betrachtet werden.
- Antwort von Brigitte Pechtrager (09.11. 2011 10:42 Uhr):
diesen Worten möchte ich mich anschliessen.allerdings habe ich mich nicht ausführlich mit dem Tod befasst, aber doch so weit, dass ich meine, wenn die Lebenszeit ihr vorgesehens Ende hat , soll es auch sein, möchte aber kein negatives Urteil über Spender wie auch über Empfänger abgeben. Aber als pervers betrachte ich es schon, wenn jemand Geld hat, er/sie sich in ärmeren Ländern Organe kaufen kann. Was ist das für eine Gesellschaft.
- Antwort von S Hoffmann (06.04. 2012 13:59 Uhr):
Ich will auch weder Fremdorgane (Fremdkörper!) erhalten noch spenden. Ein Mensch DARF nicht tot sein, wenn ihm die Organe genommen werden, zudem ist das von der Natur nicht vorgesehen. Es gibt etliche Berichte über Spender und auch Empfänger, mit welch massiven Problemen bis hin zu Wesensänderungen (aus Seiten des Empfängers) sie zu kämpfen haben. Vergessen darf man auch nicht die lebenslange Medikamenteneinnahme GEGEN die Abstossung des Fremdkörpers. In meinen augen ist das nur ein Milliardengeschäft auf Kosten der Patienten!! Ich sage: NEIN DANKE!! Ich will natürlich sterben und ich will auch nicht in einem anderen Menschen weiterleben. (Es heißt, in jeder menschlichen Zelle ist auch das Wesen gespeichert, bitte erst kritisch informieren, bevor man meint, aus "Nächstenliebe" zu handeln! Ich finde es von Dr. Hahn-Hübner verantwortungslos, Menschen zum Organspenden auffordern zu wollen. Organspende KANN NICHT natürlich sein! Damit stopfen sich Ärzte und Organhändler die Taschen voll! Schönen Tag noch.
- Antwort von Luzi (08.11. 2011 02:51 Uhr):
- Kommentar von gisela speck (07.11. 2011 16:42 Uhr):
ich habe panische angst vor schmerzen beim abnehmen der Organspende. ich habe gelesen, ärzte und schwestern würden sich abwenden usw. weil "klinisch-tote" patienten schmerzen empfinden. Was sagen Sie hierzu?
Antworten - Kommentar von Thomas (07.11. 2011 16:55 Uhr):
Den Pass habe ich auch bei mir getragen. Seit ich das Prozedere aber bei meinem Cousin miterleben musste (Schlaganfall mit 45 und die Ärzte drängten geradezu die Familie zur Unterschrift wegen der Organentnahme zu bewegen). Sicher, Koma 3 Monate, dann Reha und heute spricht und lebt er wieder.Meiner Meinung nach geht das alles viel zu schnell. Bei ihm war kein Hirntod attestiert.
Antworten- Antwort von Michael Franck (07.11. 2011 21:14 Uhr):
Lieber Thomas. Dein Cousin hat genau das erleben müssen wovor sicherlich viele Angst haben und beschreibt wunderschön die Problematik "menschliches Ersatzteillager". Schön dass Deine Familie sich nicht zur Unterschrift hat drängen lassen. Solange es diese Fälle immer wieder gibt, (auch wenn es nur Ausnahmen sind) werde ich kaum einer Organspende zusagen. Im Falle einer Krankheit (Schlaganfall o.ä.) werden meine Familie und ich bis zum letzten Funken Hoffnung kämpfen und ein "wohlmögliches Drängen auf Organentnahme" wird diesen Funken Lebenshoffnung mit Sicherheit nicht ersticken.
- Antwort von Michael Franck (07.11. 2011 21:14 Uhr):
- Kommentar von Josef Poremba (07.11. 2011 16:59 Uhr):
Vor kurzem habe ich auf einem deutschen TV-Sender eine Diskussion darüber gesehen. Ein Arzt sagte, dass als Voraussetzung für die meisten Organspenden der "Gehirntod" genommen wird (ausgen. Nieren), der Mensch aber erst mit dem Herztod wirklich tot ist (dann wäre aber vermutlich eine Herzspende nicht mehr möglich). Außerdem frage ich mich, ob Organe von alten Meinschen (bin selbst 68) noch sinnvoll transplantierbar sind. Habe mich daher entschieden, nicht zu spenden (und einen entsprechenden Widerspruch abgegeben). Josef Poremba
Antworten - Kommentar von Michael Franck (07.11. 2011 17:13 Uhr):
Sehr guter Beitrag zu diesem Thema. Grundsätzlich stimme ich dem Beitrag zu, da jeder (auch meine Person) einmal in die Lage kommen könnte ein Spenderorgan zu benötigen. Mir ist es also nicht egal. Leider musste ich miterleben wie meine Großeltern frühzeitig in den Tod behandelt / "gepflegt" wurden. Man könnte es auch als Behandlungsfehler betiteln, was jedoch abgestritten wurde. Wie so oft will keiner Verantwortung übernehmen oder zumindest ein Eingeständnis abgegeben. Da Krankenkassen Wirtschaftsunternehmen sind und im Kapitalismus Entscheidungen ausschliesslich im Interesse der "Wirtschaft" getätigt werden, bleibt für kranke Menschen nur das Notwendigste übrig. Und selbst das ist für die Krankenkassen noch zuviel. Kranke Meschen kosten nun einmal Geld. Da ich keine Lust habe "vorzeitig" als Ersatzteillager abgestempelt/hingewrackt zu werden, werde ich vom Organspenderausweis Abstand halten und zwar solange, bis sich in unserem Gesundheitssystem grundlegend etwas geändert hat. Schade. An mir soll es nicht liegen. Nun muss "nur" noch an anderer Stelle gearbeitet werden!!! Bis dahin halte ich mir das Recht vor, nur einer Lebendspende uneingeschränkt zuzustimmen. Viele Grüße
Antworten - Kommentar von Paul Brechtel (07.11. 2011 18:28 Uhr):
Die Antwort auf die Frage: Organspende ja - oder nein - ist eine höchst persönliche und jeder sollte sich damit intensiv auseinandersetzen. Zur Zeit überwiegt in den Medien die Werbung für die Organspende - auch ich hatte bereits mit 20 einen Organspender-Ausweis. Aber im Alter von etwa 50 Jahren habe ich ihn ersetzt durch einen Ausweis, worin ich mich gegen eine Spende ausspreche. Mir wurde klar, daß der eigene Tod ein Erlebnis sein wird, das nicht durch Organentnahme gestört werden sollte: Denn erst mit dem Tod der letzten Zelle ist der Körper tatsächlich tot - und dann als Spender nicht mehr zu verwenden! Also muß doch zum Zeitpunkt der Organentnahme noch Leben im Körper sein! - Mir ist bei dieser Entscheidung auch klar, daß ich im Falle des Falles auch kein Organempänger sein darf!
Antworten- Antwort von Hannelore Winkler (07.11. 2011 23:48 Uhr):
M.E. sind Sie alle sehr schlecht informiert. Mein Mann starb vor 7 Jahren am Schlaganfall. 3 Gehirnblutungen führten letztendlich zu seinem Tod. Er war Organspender. Als der Gehirntod festgestellt wurde, wurde er an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, die die Organe noch "beatmete". Er merkte nichts mehr davon. Bevor die Organe entnommen wurden, stellten zwei Amtsärzte noch einmal seinen Tod fest. Sein Herz war krank, aber Lunge und Nieren waren in Ordnung, sodass zwei Menschen geholfen werden kontte. Ich bin seitdem auch Organspender. Denn der Körper stirbt, aber der Geist lebt weiter. Das ist das Entscheidende.
- Antwort von Hannelore Winkler (07.11. 2011 23:48 Uhr):
- Kommentar von Elmar wegner (07.11. 2011 18:29 Uhr):
Ich bin ganz Ihrer Meinung; Organspende ist sicherlich eine sehr gute Sache; in anderen Ländern eine Selbverständlichkeit. Doch wo gibt es diesen Spenderausweis ohne daß man zum Arzt muß und vorher Praxisgebühr bezahlt? Vielleicht können Sie das noch erklären! Danke und Gruß Elmar Wegner
Antworten- Antwort von Michael Franck (07.11. 2011 22:11 Uhr):
Hallo Herr Wegner, in der Broschüre meiner Krankenkasse, welche ich regelmässig zugeschickt bekomme, war mal ein umfassender Bericht zum Thema und ein Spenderausweis zum Ausfüllen drin. Der einfachste Weg: Einfach mal die Krankenkasse ansprechen. Das spart den Weg zum Arzt und die mögliche Praxisgebühr. Viele Grüße
- Antwort von Michael Franck (07.11. 2011 22:11 Uhr):
- Kommentar von Jürgen Ackermann (07.11. 2011 19:11 Uhr):
In der letzten Zeit wird viel über Organ-spende geschrieben. Das ist in bestimmter Hinsicht gut so. Als Patient über 70 Jahre würde ich es aber auch für angebracht halten, die Grenzen mit aufzuzeigen: - Ich habe gehört, daß Personen über 50 Jahre kein Blut mehr spenden sollen. Bei Organspenden dürften die Gründe nicht anders sein. - Ich habe Krebs und würde es für unverantwortlich halten, wenn der Spendenempfänger Gefahr läuft, meine Krankheit auch zu bekommen. Ich würde es also für angebracht halten, nicht nur die Forderung nach einer Spende aufzustellen, sondern die Menschen mehr aufzuklären. Ich habe als interessierter Mensch darüber noch nichts gefunden.
Antworten- Antwort von Günter de Winkel (07.11. 2011 22:27 Uhr):
sie müssen sich keine Sorgen machen .ich habe lange Zeit Blut gespendet ,aber nachdem ich Botx erhalte , werde ich nicht mehr zugelassen ,also es kommt nicht jeder, der möchte zur spende infrage .
- Antwort von Hannelore Winkler (07.11. 2011 23:55 Uhr):
Blutspenden kann man bis ins hohe Alter hinein, wenn man gesund ist. Wenn man krank ist, ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man seine Organe nicht spenden kann. Eine Rückenmarkspende kann man nur bis zum 60. Lebensjahr geben. Bei Interesse kann sich Jeder selbst informieren, im Internet, bei seinem Arzt, im Krankenhaus, Heilpraktiker etc. Warum müssen wir uns immer auf Andere verlassen wollen?
- Antwort von Günter de Winkel (07.11. 2011 22:27 Uhr):
- Kommentar von Steffen (07.11. 2011 22:12 Uhr):
Ich trage auch schon seit Jahren einen OSA mit mir. Bezüglich des Alters des Spendens mache ich mir keine Gedanken es kommt doch auf den Zustand der Organe an und die können dank reichlicher Vitalstoffzufur wesentlich im alter noch besser intakt sein als bei Jüngeren.
Antworten - Kommentar von Franz (07.11. 2011 22:31 Uhr):
ich möchte kein fremdes organ darum macht spenden für mich keinen sinn neu inkarnieren ist besser
Antworten - Kommentar von Karin Bethscheider (07.11. 2011 23:47 Uhr):
Vor ein paar Tagen gab es im Fernsehen eine interessante Diskussion über das Für und Wider einer Organspende. Prinzipiell bin ich durchaus bereit nach meinem Tod Organe zu spenden, sofern sie nicht aus Altersgründen sowieso unbrauch- bar sind. Zum Einen stellt sich also die Frage, bis zu welchem Alter eine Organspende sinnvoll ist, zum Anderen wurde auch in der Diskussion die Frage aufgeworfen, kann man trotz Hirntod bei der Organentnahme noch Schmerzen empfinden? Das Beispiel einer jungen schwangeren Frau, die trotz Hirntod, aber bei Aufrechterhaltung der übrigen Körperfunktionen, ein gesundes Kind zur Welt brachte, lässt immerhin auch die Frage zu, wann der Mensch wirklich tot ist und nichts mehr spürt von der Organentnahme. Vielleicht sollte man die Anregung eines Diskussionsteilnehmers (übrigens auch ein Arzt) aufgreifen und prinzipiell den Menschen eine Narkose verabreichen, bevor die Organe entnommen werden. Auf jeden Fall muß die Aufklärung verbessert werden und zwar früh genug. Leider wissen aber viele Ärzte auch nicht genau, wie sie auf entsprechende Fragen reagieren sollen und sagen nur, dass das jeder für sich allein entscheiden muss.
Antworten - Kommentar von Harald Guist (08.11. 2011 08:36 Uhr):
Wir brauchen eine gesetzliche Lösung. z.B. Jeder der nicht widerspricht ist automatisch Organspender im Todesfalle. Ich finde es lästig einen zusätzlichen Ausweis mit mir herumzutragen (wir haben heutzutage genug Karten im Geldbeutel) der mich jedesmal wenn ich den Geldbeutel öffne an meine Sterblichkeit und eine mögliche Organspende erinnert. Denke dass das eine Hürde für viele Menschen ist. Den meisten ist doch eh egal was nach dem Ableben mit ihrem Köärper passiert.
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