"Ordentliche" Mädchen häufiger von Allergien betroffen
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 27. April 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
noch immer gibt es das klassische Rollenverhalten: kleine (und auch größere) Jungs dürfen toben, im Dreck spielen, sich schmutzig machen. Kleine Mädchen dagegen bekommen häufiger zu hören, dass sie ordentlich sein und sich nicht „einsauen" sollen. Ein Erziehungsansatz, der sich deutlich auf die Gesundheit der Kinder auswirken kann.
Forscher haben schon vor einiger Zeit herausgefunden, dass der Kontakt mit Schmutz und Dreck dazu beiträgt, ein stärkeres Immunsystem zu entwickeln. Wissenschaftler der Oregon State University haben dieses Wissen nun genutzt und eine geschlechterspezifische Studie durchgeführt. Sie fanden heraus, dass Mädchen eher ordentlich gekleidet sind, diese Bekleidung nicht schmutzig machen dürfen. Auch spielen sie häufiger im Haus als draußen. So kommen sie deutlich weniger in Kontakt mit Bakterien und Keimen als Jungs.
Dieser Unterschied führt dazu, dass die Mädchen im späteren Leben eher an Allergien und Asthma, aber auch an Autoimmunerkrankungen wie Rheuma oder Morbus Crohn erkranken.
Bleiben Sie gesund,
Ihre Dr. Martina Hahn-Hübner
ähnliche Beiträge
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Lutz Pansegrau (27.04. 2011 17:22 Uhr):
Sehr geehrte Frau Dr. Hahn-Hübner, Es wundert mich schon sehr, dass unsere Wissenschaftler erst seit neustem herausgefunden haben das Dreck immun macht wenn man nur vorzeitig damit beginnt und sich auch weiterhin nicht allzu hygienisch verhält. Natürlich müssen wir uns reinlich halten, schon allein des Gestankes wegen. Aber BITTE nicht so wie die Erzeuger von Haushalts-, Toiletten-Reinigungsmitteln, Seifen u.dgl. die auch noch die letzte Bakterie vernichten. Die übertriebene Reinlichkeit schwächt unser Immunsystem und macht uns alle krank. Bitte verfassen Sie doch mal einen Artikel über den groben Unsinn der mit uns, speziell über die Medien, gemacht wird, auch wenn Sie möglicherweise eins von den Reinigungsmittelherstellern auf den Deckel kriegen. Nur Mut! Lutz Pansegrau
Antworten - Kommentar von Günter Müller (28.04. 2011 09:26 Uhr):
Dreck gibt Speck. Dies ist eine geläufige Aussage bei uns. Unter Speck ist natürlich Gesundheit zu verstehen! Ich habe eine persönliche Erfahrung zu diesem Thema. Meine ersten Kinder waren ein Zwillingspaar. Meine Frau war natürlich bemüht, dass es ihnen gut geht und sie gesund bleiben. Wie "im Büchle"zu lesen ist, sterilisierte sie die Trinkflaschen und Geräte und verbrauchte eine Menge Desinfektionsmittel. Da die Kinder zwangsläufig etwas schwächer waren, waren sie oft kränklich. Erst als sie auf den Boden gesetzt wurden, - dicker Wollspannteppich,waren die Wehwehchen vorbei. Der saubere, aber nicht sterile Teppich war geradezu eine Quelle der Gesundheit!
Antworten