Omega-3-Fettsäuren könnten in Zukunft Leukämie heilen
Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund
vom 27. Dezember 2011, 16:00 Uhr
GNL5356
Die positiven Auswirkungen von Omega-3-Fettsäuren auf Herz und Kreislauf sind schon lange bekannt. Nun hat sich aber gezeigt, dass diese Fettsäuren auch auf einem ganz anderen Gebiet helfen können: Sie haben sich als hilfreich bei Leukämie erwiesen.
Forscher der Pennsylvania State University hatten an Leukämie erkrankten Mäusen eine Woche lang jeden Tag 600 Nanogramm D12-PGJ3 injiziert. Bei diesem Stoff handelt es sich um einen Bestandteil der Omega-3-Fettsäuren. Er entsteht aus der Eicosapentaensäure, die in Fisch, aber auch in Fischöl, also in Lebertran vorkommt. Der Stoff hat die Fähigkeit, die Stammzellen, die Leukämie auslösen, anzugreifen und zu töten. Dies geschieht, indem er ein bestimmtes Gen aktiviert. Dieses sorgt dafür, dass die Krebszellen absterben.
Als die Forscher die Mäuse nach dieser Behandlung mit D12-PGJ3 untersuchten, stellten sie fest, dass die Tiere komplett gesundet waren. Sie wiesen absolut normale Blutwerte auf. Auch die Milz der Tiere, die sich durch die Krankheit stark vergrößert hatte, war auf ihre normale Größe zurückgeschrumpft. Hinzu kam, dass keiner der Mäuse einen Rückfall erlitt. Zudem stellten die Wissenschaftler fest, dass der Stoff aus Omega-3-Fettsäure auch bei der so genannten virus-induzierten Leukämie hilft. Hierbei handelt es sich um ein Versuchsmodell von Leukämie beim Menschen.
Die Therapie mit dem Stoff aus den Omega-3-Fettsäuren könnte eine echte Alternative zu bisherigen Behandlungsformen der Leukämie werden. Bei den bisher angewandten Therapien konnte die Erkrankung lediglich eingedämmt werden: Es ging darum, die betroffenen Zellen im menschlichen Körper auf einem niedrigen Niveau zu halten. Dies bedeutet für Betroffene zwar, dass sie länger leben. Allerdings erfordert dies einen dauerhaften, konsequenten Medikamenteneinsatz. Zudem können sich aus den im Körper vorhandenen Leukämiezellen jederzeit neue Krebszellen entwickeln. Aus diesem Grund war bisher eine effektive Behandlung der Erkrankung beim Menschen nicht möglich.
Die Wissenschaftler wollen nun ihre Untersuchungen fortsetzen. Ziel ist es, sie so weit voranzutreiben, dass die Behandlung mit Omega-3-Fettsäuren in relativ kurzer Zeit auch am Menschen getestet werden kann. So erhoffen sich die Forscher, eine wirklich erfolgreiche Behandlungsmethode gegen diese Krebsart entwickeln zu können.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Silvia (28.12. 2011 13:57 Uhr):
Super Beitrag. Zwar bin ich strikt gegen Tierversuche, die Ergebnisse sind jedoch erstaunlich. Ich hoffe, dass Ärzte in Zukunft auch diese Art der Behandlung mit Omega-3-Fettsäuren bei Leukämie in Betracht ziehen werden. Mein Vater ist vor ca. zwei Jahren an akuter myeloischer Leukämie gestorben und es gab zu diesem Zeitpunkt leider nichts, was die Krankheit bei ihm hätte aufhalten können. Ich habe inzwischen sehr viel nachgedacht und gelesen und denke, dass Leukämie evt. durch einen extremen Mangel an Vitamin D und B12 ausgelöst worden sein könnte. Vitamin D-Mangel deshalb, weil mein Vater aus Angst vor neuen Basaliomen in seinen letzten Jahren nur noch selten an die Sonne ging und wenn, dann nur mit Hut, vollkommen bedeckt und mit Sonnenschutzfaktor 60 im Gesicht (hatte ihm die Hautärztin so empfohlen). Sonnenlicht ist jedoch wichtig für die Vitamin D3-Bildung in der Haut, das für eine Vielzahl von Stoffwechselvorgängen im Körper unbedingt benötigt wird. Vitamin B12-Mangel deshalb, weil es allgemein wichtig für die normale Blutbildung ist. Mein Vater hatte trotz "normaler" Fleischkost vermutlich einen Vitamin B12-Mangel (taube Beine und Füße sowie Kribbeln in den Gliedmaßen und Gangunsicherheit). Sein Hausarzt hatte jahrelang toleriert, dass seine Blutwerte (insbesondere die Erythrozyten waren immer zu niedrig) nicht im Normbereich lagen, und schob die anderen Beschwerden einfach auf das Alter (81 Jahre). Auf die Idee, das Blut mal auf Vitmain D oder B12 zu untersuchen, wäre er nie gekommen. Soviel zum Thema Leukämie - auch wenn es nur auf ganz persönlichen Erfahrungen und Vermutungen basiert.
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