Oft trifft Sie der Schmerz noch vor den Bläschen
Sylvia Schneider in Naturmedizin aktuell zum Thema Naturheilkunde
vom 19. September 2008, 08:42 Uhr
GNL5223
Die Gürtelrose kündigt sich meist durch ein allgemeines Krankheitsgefühl mit leichtem Fieber an. Typischerweise tritt häufig zuerst der Schmerz auf, noch bevor sich die Bläschen bilden. Danach tritt der Ausschlag auf, der mit heftigen Schmerzen verbunden sein kann. Je älter der Betroffene desto stärker die Schmerzen. Innerhalb der nächsten sieben bis zehn Tage entwickeln sich immer neue Hautausschläge, die dann nach zwei bis drei Wochen wieder abgeheilt sind.
Die typische Gürtelbildung der Bläschen ist darauf zurückzuführen, dass sich das Virus von einem Nervenknoten nur über die von dort ausgehenden Nervenbahnen ausbreitet, die ein begrenztes streifenförmiges Areal versorgen. Genauso wie die Windpocken enthalten die Bläschen auch bei der Gürtelrose aktive Viren. Wenn Sie noch keine Windpocken gehabt haben, besteht für Sie eine gewisse Ansteckungsgefahr, wenn Sie mit einem an Gürtelrose erkrankten Menschen in Kontakt kommen. Allerdings bekommen Sie dann erst mal Windpocken. Erst später kann sich dann aus den schlummernden Viren eine Gürtelrose entwickeln, das muss aber nicht sein.
Bekommen Erwachsene Windpocken oder eine Gürtelrose, sollte rasch ein Arzt zu Rate gezogen werden, bei ihnen kann es zu besonders schweren Verläufen mit ernsthaften Komplikationen kommen. Besonders gefürchtet ist die Gesichts-Rose, denn das Virus kann auch Hirnhaut, Augen und Ohren angreifen, wenn es unbehandelt bleibt.
Behandelt wird die Gürtelrose mit Virus hemmenden Medikamenten wie Aciclovir oder Brivudin, die ebenfalls als Salbe bei Herpes an den Lippen empfohlen werden. Bei der Gürtelrose werden die Mittel als Tabletten verordnet. Sie sollten gleich zu Beginn der Erkrankung eingesetzt werden, denn bereits nach drei Tagen können sie kaum noch etwas ausrichten, da sich die Viren dann so stark vermehrt haben. Das gelingt natürlich nur, wenn Sie und/oder Ihr Arzt die Symptome richtig einzuordnen wissen. Je früher behandelt wird (manchmal auch mit Kortison zum Abschwellen der Nervenknoten), um so eher kann eine Schädigung der Nervenknoten durch den Druck der Schwellung vermieden werden. Gute Erfahrungen hat man auch mit Akupunktur und der zusätzlichen Einnahme von Vitamin C und B-Vitaminen.
Die Gürtelrose kann mit außerordentlichen, unerträglichen Schmerzen verbunden sein, die allen Schmerzmitteln trotzen. Unbehandelt heilt der Ausschlag nach rund vier bis sechs Wochen ab. In 10 Prozent aller Fälle bleiben die Schmerzen jedoch nach dem Abheilen der Bläschen bestehen. Manchmal nehmen sie dann sogar noch zu und machen ein normales Leben unmöglich. Dann handelt es sich um die Post-Zoster-Neuralgie. Die zügige Behandlung der Gürtelrose mit Virushemmern und Schmerzmitteln verringert das Risiko einer Post-Zoster-Neuralgie.
Und nun zu Ihrer letzten Frage, liebe Sabine: Sind die Schmerzen mit normalen Schmerzmitteln nicht beherrschbar, werden heute Opioide verschrieben. Haben Sie keine Angst davor, denn bei diesen Medikamenten in neuer „Bauweise" wird der Wirkstoff nur langsam (retardiert) freigesetzt. Eine mögliche Suchtgefahr konnte damit weitgehend reduziert werden. Darüber hinaus werden Antidepressiva eingesetzt, um die Schmerzschwelle zu erhöhen. Antikonvulsiva lösen Krämpfe und können die Aussendung von Schmerzimpulsen verlangsamen. Ziehen Sie am besten zeitig einen erfahrenen Schmerztherapeuten zu Rate.
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