Obst und Gemüse: Anti-Krebs-Hoffnung leider nicht erfüllt

in Naturmedizin aktuell zum Thema Obst und Gemüse
vom


Vor wenigen Jahren wurde die Initiative "Fünf am Tag" unter der Schirmherrschaft des Bundesverbraucherministeriums vollmundig aus der Taufe gehoben. Auch die Deutsche Krebsgesellschaft stimmte in die mit EU-Geldern geförderten Kampagne mit ein, die den Verzehr von Obst und  Gemüse fördern sollte. Denn deren üppiger Genuss beugt vielen Krankheiten vor - so auch Krebs. Das stimmt auch nach wie vor. Doch die Ergebnisse zweier neuer Studien hat jetzt bei den eifrigen Fans der Kampagne zu langen Gesichtern geführt: Sie lassen Zweifel an der Wirksamkeit der Krebsvorbeugung aufkommen. Die erste Studie stammt aus der Harvard School of Public Health in Boston, wo die Essgewohnheiten von 72.000 Krankenschwesten und 38.000 Ärzten über 15 Jahre lang unter die Lupe genommen wurden. Hier zeigte sich, dass der Verzehr von Obst und Gemüse keinen Einfluss auf das Krebsrisiko hat. In der zweiten ebenfalls amerikanischen Untersuchung wurden 280.000 Frauen zwischen 25 und 70 Jahren aus acht Ländern über fünfeinhalb Jahre hinweg beobachtet, um einen Zusammenhang zwischen dem Genuss von Obst und Gemüse und dem Auftreten von Brustkrebs  zu finden. Ergebnis: Bei Frauen, die viel Obst und Gemüse aßen, trat Brustkrebs genauso häufig auf wie bei denen, die davon nur wenig zu sich nahmen.


Der bislang als wegweisend geltende Bericht "Krebsprävention durch Ernährung" - vor etwa sieben Jahren verfasst vom World Cancer Research Fund, dem American Institute for Cancer Research und dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke - sprach noch von etwa 15.000 durch den reichlichen Verzehr von Obst und Gemüse vermeidbaren Fällen von Brustkrebs. Dennoch sei davor gewarnt, diese Ergebnisse zu überschätzen, denn viele mögliche andere Einflussfaktoren wurden bei den Studien nicht berücksichtigt - etwa Übergewicht oder Bewegungsmangel. Zudem ist der Herzschutz durch den Genuss von Obst und Gemüse unbestritten und auch für manche andere Krebsarten ist der schützende Effekt unzweifelhaft. So bleibt es auch weiterhin bei der Empfehlung, soviel Obst und Gemüse wie möglich zu essen und dabei auf reichlich Abwechslung ein Auge zu halten.  

 

 


von
Sylvia Schneider

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Kommentar von Silvia

"Fünf am Tag" kann nicht helfen, wenn Menschen sich ansonsten unvernünftig ernähren (sprich viel Fleisch und Milchprodukte konsumieren) oder verhalten (rauchen, Alkohol, ...). Krebs und andere "Zivilationserscheinungen" wie Schlaganfälle, Herzinfarkte, Osteoporose, Adipositas oder Diabetes kommen in Ländern, in denen die Menschen sich fast ausschließlich von pflanzlichen, naturbelassenen Lebensmitteln ernähren (kein Fleisch, keine Milchprodukte, keine Eier, keine Fertigprodukte, keine Margarine, kein Zucker, keine Weißmehlprodukte) so gut wie nicht vor. Wenn man sich oder seine Familie vor Krankheiten schützen möchte, sollte man eine vegane Lebensweise anstreben, was wir nicht nur unserer Gesundheit, sondern auch den anderen Lebewesen auf unserem Planeten, den Tieren, schuldig sind. Tiere sind nicht dafür da, um vom Menschen gegessen oder ausgebeutet ("genutzt") zu werden, sie haben dieselben Gefühle wie Menschen (im Prinzip ist der Mensch auch "nur" ein Tier) und leiden schrecklich unter unseren grausamen Praktiken der Massentierhaltung, Schlachtung etc. Ich persönlich kann es kaum mehr ertragen, wie mit sogenannten "Nutz"-Tieren in unserer Gesellschaft umgegangen wird. Rinder, Schweine, Puten, Hühner, Gänse, Enten etc. sind genauso intelligent und liebens- und schützenswert wie Hunde, Katzen und andere "Haustiere". Die sogenannten Zivilisationskrankheiten haben wir uns selbst durch unsere Mißachtung der Tiere zuzuschreiben. Da helfen auch keine fünf Portionen Obst oder Gemüse am Tag, um gesund zu bleiben, wenn man sich ansonsten mit Produkten vom toten oder ausgebeuteten Tier vollstopft. Fleisch und Wurst sind nichts anderes als Kadaver und haben ein hohes Krankheitspotetential. Milch gehört den Kälbern und verursacht u.a. Diabetes Typ 1 und Brustkrebs. Mensch, fall nicht rein auf die Werbung der Fleisch-, Milch- und Pharmaindustrie, sondern benutzte Deinen Verstand!

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Antwort von Regina:

In der Natur herrscht das Prinzip Fressen oder gefressen werden. Die lieben Veganer schützen das Tier und "fressen" ihm nur das Futter weg.

Kommentar von martin

Ist denn auch bekannt wo das jeweilige Obst oder Gemüse herkam? Wenn man natürlich mit Spritzmitteln, Kunstdünger und nitratverseuchtes Gemüse und Obst verzehrt .... Gleiches gilt auch für den Fisch - könnte ja sein, daß der Fisch, den man gerade isst, einmal an der Ostküste Japans vorbei geschwommen ist. also viel Glück Martin

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Kommentar von Regina

Massenproduktion, unreife Ernte, Transporte über kontinente und die nach 3 Jahren Kühlheuslagerung als frisch verkauften Früchte sind teilweise wertlos wie ein Tempo. Nee stimmt nicht, das Tempo ist ohne Bestrahlung und Pestizide länger haltbar. Der Codex Alimentarius sorgt dafür das keiner zu gesund bleibt.

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Antwort von Silvia:

Hallo Regina, es gibt auch die Möglichkeit, Obst und Gemüse aus biologischem Anbau aus der Region zu kaufen. Die Wahl steht Ihnen frei und Sie brauchen auch keine Angst zu haben, dass diese Lebensmittel für Sie wertlos wären. Ich nehme mal stark an, dass Sie mir auch die Antwort auf meinen Kommentar geschrieben haben (von wegen "Fressen oder Gefressen werden". Ich wußte ja nicht, dass Sie noch in der Steinzeit leben und sich von wilden Rindern, Schweinen, Kälbern, Lämmern, Puten, Gänsen, Enten, Hühnern und Kaninchen verfolgt und gejagt fühlen. Ich kann Sie aber beruhigen: Sie von der Gattung Mensch stehen garantiert nicht auf deren Speiseplan. Sie haben also Ihrerseits auch nicht die Notwendigkeit, diese Tiere Ihrerseits zu "fressen" oder ihnen Schaden zuzufügen. Zum anderen finde ich es rührend, wie Sie Partei für die Tiere ergreifen, denen die Veganer das "Futter wegfressen" (Ihr Zitat). Leider ist Mitleid an dieser Stelle nicht angebracht, Sie "verschwenden" es an der falschen Stelle (Besuchen Sie mal einen Schlachthof, da werden Sie am eigenen Leibe spüren, was Mitleid heißt). Zum anderen ist es so, dass die "Fleischfresser" den Menschen in Entwicklungsländern indirekt das Getreide "wegfressen" und diese nur deshalb am Verhungern sind. Die Zerstörung der Regenwälder und der Klimawandel hängen ebenso mit unserer Massenhierhaltung und Völlerei zusammen. Falls Sie sich weiter über dieses Thema informieren möchten, kann ich Ihnen u.a. das Buch "Der Verrat des Menschen an den Tieren" von Helmut F. Kaplan wärmstens empfehlen. Vom gesundheitlichen Standpunkt gesehen, der Sie vermutlich eher interessiert, da Sie das Leider der Tiere offenbar nicht wirklich berührt, ist das Buch "Die China Study" von Campbell sehr aufschlußreich. Freundliche Grüße und Guten Appetit!

Kommentar von PeDi

Zunächst müssten mal die Begriffe genau definiert werden, was ist Frische bei Obst und Gemüse (übrigens auch bei Fleisch und Fisch). Otto-Normalverbraucher versteht da nämlich was ganz anderes als Supermarkt und Co. (Kodex Alimentarius ist Basis, leider) Wie wird es hergestellt (Bio oder konventionell), heißt 5 am Tag "5 x Smoothies aus der TK-Theke oder aus der Dose oder..."?. Dann kommt, wie verhält sich der Mensch sonst? Auch hier bleibt Gesundheit leider ein reines Informationsproblem. Da geht es wie bei der Steuer, wer sich auskennt, ist besser dran! Es gilt für jeden: Nachfragen und lesen, z.B. was auf der "Rückseite" steht. Bei Qualität sind die Menschen sehr genau bei der Auswahl ihres Autos bzw. dessen Öl. Wären sie es doch auch bei ihrem Kraftstoff!

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