Nichts schadet Ihrer Wirbelsäule mehr als Bewegungsmangel
Helmut Erb in Fit in 8 Minuten
vom 23. November 2011, 05:00 Uhr
GNL5356
Die Krankenkassen nennen Rückenschmerzen inzwischen ein Volksleiden. Doch zunächst einmal gehört ein gelegentliches „Ziepen und Piepen" in der Rückengegend zum Leben dazu. Oft sind die Beschwerden harmlos und verschwinden nach einigen Tagen wieder. Hauptursache der Rückenbeschwerden ist der aufrechte Gang des Menschen. Denn der Rücken muss dadurch die Hauptlast Ihres Gewichts tragen. Gleichzeitig muss er flexibel sein und sich bücken, strecken und in alle Richtungen drehen können. Ganz offenbar hat sich das Rückgrat daran noch nicht wirklich gewöhnt, denn es ist bei den meisten Menschen eine ausgemachte Schwachstelle.
Die Behandlung von Rückenbeschwerden ist oft mühsam und selten von dauerhaftem Erfolg gekrönt. Viele Rückengeplagte wandern von Arzt zu Arzt, ohne dass diese „etwas Organisches" finden. Das liegt unter anderem daran, dass Röntgenärzte und Orthopäden den Übeltäter oft an der falschen Stelle suchen. Denn die Quelle von Rückenweh, Ischiasschmerzen oder Beschwerden im Schulter-Nackenbereich muss nicht direkt an der Stelle begraben sein, wo es Ihnen wehtut. Nur in 10 Prozent aller Fälle stecken beispielsweise tatsächlich Schädigungen der Wirbelsäule wie Verschleißerscheinungen hinter den Rückenbeschwerden.
Das sind die häufigsten Ursachen, die zu Rückenbeschwerden führen :
- Hexenschuss (Lumbago)
- Bandscheibenvorfall (verursacht z. B. Ischiasbeschwerden)
- Ischiasbeschwerden
- Gelenkverschleiß/Arthrose
- Osteoporose
- Morbus Bechterew
In den vergangenen Jahren hat sich bei Rückenexperten die Ansicht durchgesetzt, dass wesentlich seltener ein handfester Verschleißprozess des Knochenskeletts durch Arbeit oder Altern hinter den Beschwerden steckt. Vielmehr wird den Muskeln eine tragende Rolle zugeschrieben. Werden diese nicht ausreichend in Bewegung gehalten und gestärkt, werden sie immer schwächer und können ihre Haltefunktion für das Skelett nicht mehr ausreichend erfüllen. Dadurch wird die Wirbelsäule destabilisiert, das heißt, sie verliert ihre natürliche Haltung und verschiebt sich. Durch diese Haltungsschäden kann es dann auch zu Abnutzungserscheinungen an der Wirbelsäule kommen. Auf jeden Fall ziehen die Fehlhaltung Verspannungen, Schonhaltung und Schmerzen nach sich.
Das sind die zehn häufigsten Auslöser von Rückenbeschwerden:
- Stress, Ängste und Überlastung
- verspannte Muskeln
- falsche Körperhaltung
- einseitige Belastung
- Verschleißerscheinungen wie Osteoporose oder Arthrose
- regelmäßiges schweres Heben und Tragen etwa im Beruf
- Übergewicht
- Wirbelsäulenverkrümmung
- Bandscheibenprobleme
- Kälte, Zugluft, Klimaanlagen
Morgen berichte ich Ihnen mehr über das Thema Rückenbeschwerden!