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Was tun, wenn’s zuckt?

von Martina Hahn

Fast jeder kennt es, auch ich ertappe meine Augen immer mal wieder dabei: Ab und zu scheint das Augenlid verrückt zu spielen, es zuckt unwillkürlich. Ein Fall für den Arzt?

Nicht unbedingt. In den allermeisten Fällen ist ein Muskelzucken am Auge völlig harmlos. Nervöses Zucken kommt auch sonst am Körper immer wieder vor, ohne, dass Sie es wahrnehmen. Am Lid fällt es Ihnen auf, weil die verantwortlichen Muskeln in einer besonders empfindsamen Region direkt unter der Haut liegen.

Trotzdem sollten Sie zum Arzt gehen, wenn Sie beunruhigt sind und das Zucken über mehrere Wochen immer wieder auftritt. Meist kann ein Gespräch schnell klären, ob vielleicht im seltenen Fall doch mehr dahinter steckt – zum Beispiel eine Überfunktion der Schilddrüse.

Im Augenbereich zuckt am häufigsten der so genannte Lidheber, ein Muskel des Oberlids, der das Auge öffnet. Manchmal ist aber auch der Augenringmuskel beteiligt, der das Oberlid schließt. Bei den kleinen, sich wiederholenden Kontraktionen können zwei Mechanismen eine Rolle spielen: Der Muskel wird durch einen Nerv dazu gereizt, sich zusammenzuziehen. Dies geschieht auch bei anderen willkürlichen und unwillkürlichen Bewegungen. Davon unabhängig können Störungen im Salz- und Wasserhaushalt ohne Nervenimpulse Muskelkontraktionen verursachen.

Meist ist die Ursache der Zuckung harmlos – etwa ein Mangel an Mineralstoffen. Ausgelöst wird er durch körperliche Anstrengung, starkes Schwitzen, Durchfall, Schwangerschaft oder infolge der Einnahme bestimmter Medikamente wie Diuretika. Aber selbst wenn genügend Mineralien im Körper vorhanden sind, erhalten Muskeln und Nerven nicht immer ausreichend viel davon. Zum Beispiel beim Hyperventilieren – einem zu schnellen Atmen auf Grund von Übererregtheit bei Stress, Angst oder Panik. Auch eine Schilddrüsenüberfunktion hat einen ähnlichen Effekt. Dabei spielt nicht nur die Mineralstoffversorgung eine zentrale Rolle, sondern auch ein erhöhter Adrenalinspiegel. Das Stresshormon Adrenalin fördert die Bereitschaft der Muskeln, sich zusammenzuziehen. Deshalb sollten Sie für einen möglichst ausgeglichenen Alltag mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Erholung sorgen. Alkohol, Nikotin und Koffein steigern innere Erregung und sollten eher gemieden werden. Es kann mehrere Wochen dauern, bis der Körper sich nach einer Stressphase wieder umstellt.

Wenn sich das Auge beim Zucken ganz schließt, sollten Sie unbedingt zum Arzt. Dahinter kann sich manchmal ein „Blepharospasmus“ verbergen – eine Bewegungsstörung, bei der sich die Augenlider verkrampfen. Diese Fehlsteuerung des Gehirns ist meist gut in den Griff zu bekommen, indem der Arzt Botulinumtoxin in den betroffenen Muskel spritzt.

Ebenfalls selten ist ein „Hemispasmus facialis“ – eine Störung des Nervs für die mimische Gesichtsmuskulatur. Diese Erkrankung kann auch halbseitig auftreten und nicht nur Lider, sondern Stirn und Mund betreffen. Mit Medikamenten oder durch eine Operation ist sie in der Regel gut behandelbar. Bei Kindern kann zudem eine Vorstufe zu einem so genannten Tic dahinter stecken – eine neurologische Erkrankung, bei der die Betroffenen unwillkürliche, rasche Bewegungen vollziehen oder

Muskelzuckungen, etwa um das Augenlid, sind in den allermeisten Fällen harmlos. Verursacht werden sie von Störungen im Mineralstoffhaushalt, etwa nach Anstrengungen oder bei Stress. Mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Erholung sollte das Zucken in einigen Wochen abklingen.

Ich wünsche Ihnen einen gesunden Tag,

Ihre Martina Hahn

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