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Trigeminus-Neuralgie: Wie Sie Gesichtsschmerzen behandeln

Obwohl sich die Trigeminus-Neuralgie bislang nicht heilen lässt, gibt es eine Reihe von Behandlungen für die Symptome.

Normalerweise vermitteln die sensorischen Fasern des Trigeminusnerves Reize im Gesichtsbereich an das Gehirn.

Jede Gesichtshälfte wird durch einen Trigeminusnerv versorgt, der sich in jeweils 3 Äste aufspaltet. Jeder Ast ist für einen bestimmten Gesichtsbereich zuständig.

Trigeminus-Neuralgie: Ursachen

Bislang ist der Auslöser für eine Trigeminus-Neuralgie nicht bekannt.

Wissenschaftler vermuten, dass der Schmerz ausgelöst wird, wenn ein nahe gelegenes Blutgefäß an der Basis des Gehirns in Kontakt mit dem Nerv kommt und auf die Nervenfasern drückt.

Unwahrscheinlicher sind dagegen Tumore oder Zysten, die auf den Nerv drücken.

Noch seltener besteht die Ursache in einer Multiplen Sklerose.

Eine Trigeminus-Neuralgie tritt häufiger bei Frauen als bei Männern auf.

Selten trifft es Menschen unter 50 Jahren; dagegen tritt die Störung häufiger nach dem siebten Lebensjahrzehnt auf.

Darunter leiden Betroffene

Die Symptome können stark variieren. Gesichtsschmerzen können Sekunden, aber auch Minuten dauern und treten meist nur in einer Gesichtshälfte auf.

Die Schmerzen können nur einen bestimmten Gesichtsteil befallen oder sich in einem großen Bereich ausbreiten. Patienten beschreiben eine schwere Attacke als blitzartig einschießende Schmerzen.

Die Attacken können Sie mehrmals am Tag heimsuchen oder sogar häufiger während einiger Stunden oder Tage.

Danach können die Attacken wochen-, monate- oder sogar jahrelang ausbleiben, nur um irgendwann wieder aufzutauchen.

Die Schmerzen können durch einfache Tätigkeiten, wie das Auftragen von Make-up, Rasieren oder Sprechen, ausgelöst werden. Um eine Trigeminus-Neuralgie zu diagnostizieren, müssen viele potenzielle Probleme ausgeschlossen werden.

Trigeminus-Neuralgie: Diagnose per MRT

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist dabei ein wichtiges Hilfsmittel.

Oft besteht eine erste Behandlung in der Verabreichung von Schmerzmedikamenten, wobei die herkömmlichen Schmerzmittel allerdings meistens nicht helfen.

Antiepileptika z. B. Carbamapezin (Timonil®, Tegretal®, u. a.; kann den Schmerz bis zu 80 % der Zeit unter Kontrolle halten) oder Phenytoin (Zentropil®, Epanutin®, u. a.) und das Muskelrelaxans Baclofen (z. B. Lioresal ®) werden bei dieser Indikation häufig verschrieben.

Falls diese Substanzen nicht die erwünschte Wirkung zeigen oder deutliche Nebenwirkungen hervorrufen, können auch andere Wirkstoffe verordnet werden.

Neben den Medikamenten gibt es noch weitere Behandlungsmöglichkeiten, die Ihr Arzt vielleicht in Betracht ziehen wird.

Dazu gehören:

Alkoholspritzen – Dabei wird Alkohol unter die Gesichtshaut injiziert, wo der Schmerz auftaucht. So kann diese Region über Tage oder Monate betäubt werden.

Glyzerinspritzen (Perkutane Glyzerin Rhizotomie oder PGR) – Glyzerin wird um die Nervenwurzel injiziert, um diese zu schädigen und den Schmerz zu blockieren. Anfängliche Ergebnisse sind meist gut, aber der Schmerz kann wiederkehren.

Elektrischer Strom (Perkutane Stereotaktische Thermische Langwellen Rhizotomie oder PSR) – Hierbei wird die Nervenwurzel mithilfe von elektrischem Strom beschädigt, um den Schmerz zu stoppen. Obwohl geringe bis mäßige Taubheit im Gesicht möglich ist, bekommt die PSR den Schmerz meistens in den Griff.

Ballonkompression (Perkutane Ballonkompression des Trigeminusnerves oder PBKTN) – Ein chirurgischer Ballon wird neben der Nervenwurzel aufgeblasen, sodass der Nerv geschädigt und die Schmerzen blockiert werden. Obwohl die PBKTN bei den meisten Patienten die Schmerzen lindert, können die Beschwerden wiederkehren.

Mikrovaskuläre Dekompression (MVD oder Operation nach Janetta) – Bei diesem chirurgischen Verfahren werden kleine Blutgefäße verschoben oder entfernt, die den Trigeminusnerv berühren.

Es ist das komplizierteste Verfahren und birgt ein kleines Risiko, wie deutlicher Hörverlust oder Schwäche der Gesichtsmuskeln. Schmerzen können bei einem Drittel der so behandelten Patienten wiederkehren.

– Vielleicht können Sie auch eine nicht-invasive, schmerzfreie Methode in Betracht ziehen – die Gamma-Strahlenchirurgie.

Dabei wird eine hohe Strahlendosis verwendet, um den Nerv zu schädigen und Schmerzen zu eliminieren.

Diese Methode ist sehr neu und wird nur von wenigen Krankenhäusern angeboten.

Aussagen über Langzeitergebnisse und mögliche Risiken, die auf der hohen Strahlendosis basieren, können zurzeit noch nicht gemacht werden.

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