Trigeminus-Neuralgie: Allgemeines
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Es ist ein blitzartig einschießender Gesichtsschmerz, der früher manche Betroffene sogar in den Selbstmord trieb. Die Trigemi-nusneuralgie befällt Frauen doppelt so häufig wie Männer, insbesondere nach dem 50. Lebensjahr. Die Gründe dafür sind noch ungeklärt, aber immerhin lässt sie sich heute behandeln.
Unter Neuralgie versteht die Medizin einen akuten, anfallsartig einsetzenden, äußerst heftigen Schmerz im Versorgungsgebiet eines bestimmten Nerven. Solche Neuralgien können überall am Körper auftreten. Die bekannteste von ihnen ist die Trigemi-nusneuralgie. Der Trigeminus ist ein Hirnnerv mit drei Ästen (lateinisch tri = drei, geminus = doppelt, zwillingshaft). Diese drei Äste versorgen die Stirn, den Ober- und den Unterkiefer mit sensiblen Fasern. Wenn es an einer Stelle in einem dieser Bereiche schmerzt, etwa in den Zähnen, leitet der Trigeminus diese Missempfindung an das Gehirn weiter. Da die Betroffenen beim Einschießen des Schmerzes unwillkürlich das Gesicht verziehen, heißt dieses Leiden auch Tic doulou-reux (schmerzhafter Tic).
Es gibt zwei Formen der Trigeminusneuralgie
Unbekannt ist, warum dieses Leiden das weibliche Geschlecht und obendrein insgesamt ältere Personen häufiger befällt. Tritt eine Trigeminusneural-gie bei Jüngeren auf, handelt es sich meist um eine so genannte symptomatische Form, d. h. sie ist ein Symptom konkreter Ursachen wie Tumoren oder entzündliche Veränderungen im Gehirn. Im Gegensatz dazu lassen sich bei der essentiellen Form, um die es hier geht, keine neurologischen Veränderungen nachweisen, insbesondere keine Empfindungsstörungen (d. h. Berührungen im Gesicht werden ganz normal wahrgenommen).
Die Ursachen einer essentiellen Tri-geminusneuralgie sind nicht bis ins Letzte geklärt. Es wird vermutet, dass arteriosklerotisch verhärtete Blutgefäße, die auf die Nervenwurzel drücken, eine Rolle spielen. Wahrscheinlich sind auch winzige Veränderungen in den Nerven selbst an der Entstehung des Leidens beteiligt.