Schlaganfall: Wenn das Gehirn betroffen ist
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Ein Schlaganfall tritt dann ein, wenn sich die Blutzufuhr verändert und das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird. Dies kann grundsätzlich auf zweierlei Weise geschehen: Wenn die Blutzufuhr zum Gehirn an einer Stelle blockiert ist oder wenn Blut in das Gehirn bzw. das umliegende Gewebe eindringt. Diese beiden Arten von Schlaganfällen - ischämisch und hämorrhagisch - können durch eine Reihe verschiedener zu Grunde liegender Probleme verursacht werden.
Die Schlaganfallhäufigkeit steigt mit zunehmendem Alter. In der Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen erleiden pro 100.000 Menschen 308 einen Schlaganfall. Während die Zahl der Betroffenen in der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen noch bei 454 liegt, klettert sie bei den 70- bis 74-Jährigen auf 684 und beträgt dann bei den über 75-Jährigen 1.305 pro 100.000.
Obwohl das Gehirn nur 2% des Gesamtkörpergewichtes ausmacht, verbraucht es 70% des Sauerstoffes. Da das Gehirn nicht wie die Muskulatur andere Nährstoffe speichern kann, ist eine ständige Durchblutung erforderlich, um seine Funktionsfähigkeit aufrechtzuerhalten.
Wenn die Gehirnzellen nur 4 Minuten lang Sauerstoff und die lebensnotwendigen Nährstoffe entbehren müssen, beginnen sie abzusterben. Dabei kann jede vom Gehirn abhängige Körperfunktion betroffen sein. Dazu gehören zum Beispiel folgende Bereiche:
Körperlich - Lähmungen, Schwäche, Gefühlsstörungen bzw. Mangel an Koordinationsfähigkeit können Gesicht, Arme oder Beine oder auch eine ganze Körperhälfte betreffen. Ebenfalls können Gleichgewichtsstörungen und Sehstörungen auftreten, die mit teilweiser Blindheit in einem oder beiden Augen verbunden sind, sowie Probleme beim Sprechen und Schlucken.
Kognitive Fähigkeiten - Die Art zu denken, mit anderen Menschen umzugehen oder auf Alltagsereignisse zu reagieren, kann beeinträchtigt sein. Schlaganfall-Patienten können auch Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle zu kontrollieren oder die Gefühls-, Seh- oder Höreindrücke zu verstehen. Schlaganfall-Patienten können auch Probleme haben, zu lesen oder Gesprochenes zu verstehen.
Psychisch - Zu den Regionen, die vom Schlaganfall betroffen sein können, gehört auch der Bereich im Gehirn, der mit den Gefühlen des Menschen zu tun hat. Schlaganfall-Patienten können sich hilflos und frustriert fühlen und sind häufig nicht mehr an Aktivitäten interessiert, denen sie vorher nachgegangen sind. Schlaganfall-Patienten können leichter weinen oder lachen sowie ohne erkennbaren Grund plötzlichen Gefühlsschwankungen unterliegen. Depressionen, Reizbarkeit und Selbstmordgedanken sind nichts Ungewöhnliches.