Schlaganfall: Was Sie wissen sollten
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Es passierte vor einem Monat, und jetzt ist es wieder passiert. Plötzlich haben Sie ein Taubheitsgefühl im Arm und Bein. An einem Auge ist Ihre Sehkraft getrübt. Sie müssen sich hinsetzen, weil Ihnen schwindelig ist und Sie das Gefühl haben, zu schwanken. „Beweg dich nicht und in Ruhe abwarten“, sagen Sie sich selbst. Das Gefühl von Taubheit und Schwäche wird wie beim letzten mal schon vorüber gehen. Und schließlich wollen Sie nicht aus irgendeinem zu vernachlässigenden Anlass einen Aufstand machen, denken Sie. Falsch!
Denn die oben beschriebenen Symptome deuten auf eine transitorisch-ischämische Attacke (TIA) oder einen Schlaganfall hin – Grund genug, einen „Aufstand“ zu machen, also sofort zu reagieren.
Eine TIA ist eine zeitweilig auftretende neurologische Störung, wie etwa Schwäche oder Verlust des Koordinationsvermögens, die zwischen 5 und 30 Minuten andauern und keine bleibenden Folgen hinterlassen bzw. deren Symptome sich spätestens innerhalb von 24 Stunden zurückbilden. Eine TIA ist jedoch ein Warnzeichen für einen drohenden Schlaganfall.
In Deutschland erleiden etwa 250.000 Menschen im Jahr einen Schlaganfall. Ein Drittel der Betroffenen stirbt in den ersten 30 Tagen danach. Damit ist der Schlaganfall nach dem Herzinfarkt und bösartigen Tumoren die dritthäufigste Todesursache. Etwa 30% der Patienten, die einen Schlaganfall erleiden, behalten mehr oder weniger starke Behinderungen zurück. In Deutschland leben derzeit rund 800.000 Menschen, die an den gesundheitlichen Folgen eines Schlaganfalls leiden.
Die Schlaganfallhäufigkeit steigt mit zunehmendem Alter an. Nach Angaben einer deutschen Studie erleiden in der Altersgruppe der 60- bis 64jährigen pro 100.000 Einwohner 308 Menschen einen Schlaganfall. Während die Zahl der Betroffenen in der Altersgruppe der 65- bis 69jährigen noch bei 454 liegt, klettert sie bei den 70- bis 74jährigen auf 684 und beträgt dann bei den über 75jährigen 1.305 pro 100.000 Einwohner.
Sie können jedoch das Risiko eines Todes oder einer Behinderung durch einen Schlaganfall vermindern, indem Sie:
- geeignete Maßnahmen ergreifen, um Ihr Schlaganfallrisiko zu reduzieren
- die Warnzeichen und Symptome kennen und sofort einen Notarzt rufen, wenn diese auftreten.
Bei der ärztlichen Notfallbehandlung des Schlaganfalls zählt jede Minute. Die jüngsten Fortschritte zielen auf eine so genannte thrombolytische Behandlung ab, bei der innerhalb von 3 Stunden nach einem ischämischen Schlaganfall eine Blutgerinnsel auflösenden Substanz injiziert wird.
Die Notfallbehandlung sollte jedoch nicht die einzige Maßnahme gegen einen Schlaganfall sein. Mit Hilfe Ihres Arztes können Sie Entscheidungen treffen, die ihre individuellen Risikofaktoren betreffen und die eine Veränderung Ihrer Lebensweise beinhalten, so dass Sie die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls deutlich vermindern.