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Ausreichend Kalium kann schwere Schlaganfall-Folgen mildern

von unserer Amerika-Korrespondentin Jenny Thompson

Lieber Leser,

das Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen, ist das größte Gesundheitsrisiko, dem wir gegenüberstehen, wenn wir älter werden. Ich möchte mich heute mit einer wichtigen Studie befassen, die zeigt, wie eine simple Veränderung der Ernährungsgewohnheiten Ihre Chancen verbessert, sich nach einem Schlaganfall vollständig zu erholen.

Wissenschaftler der State University of New York (SUNY) starteten eine Studie, um abzuschätzen, wie schnell Patienten mit einem niedrigen Kalium-Spiegel nach einem Schlaganfall wieder Genesungsfortschritte machen. Die Wissenschaftler wussten bereits aus anderen Studien, dass eine geringe Kalium-Einnahme mit einer höheren Sterblichkeitsrate nach einem Schlaganfall in Beziehung stehen kann. Tierversuche haben außerdem bereits gezeigt, dass ein geringer Kalium-Level mit höheren Schäden im Gehirngewebe in Verbindung stehen kann.

Die Forscher hatten Zugriff auf die Krankengeschichte von 66 Patienten, die nach einem Schlaganfall unter Gehirngewebeschäden litten und entwickelten daraus einen Test, um den Kaliumlevel aus Blutproben zu ermitteln, die direkt nach einem Schlaganfall entnommen wurden.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Patienten mit einem hohen Kaliumspiegel die Schlaganfall-Folgen besser meisterten als Patienten, die niedrigere Kalium-Level im Blut aufwiesen.

Aber wie sollen Sie nun diese Schlussfolgerung in praktische Schritte umsetzen, um langfristige Schäden durch einen Schlaganfall zu vermeiden? Es scheint so, dass ein guter Kalium-Level Ihnen eine bessere Chance gibt, sich nach einem Schlaganfall schneller und besser zu erholen. Aber in diesem Fall gilt: Nahrungsergänzungsmittel sind keine gute Wahl.

Kalium ist ein Mineral, das Ihnen hilft, die Muskelfunktion aufrecht zu erhalten, genau so wie den Körperflüssigkeits- und Elektrolyd-Haushalt. Sie sollten, so die Empfehlung der National Academy of Science, täglich 2.000 mg Kalium zu sich nehmen. In den meisten Fällen sit das einfach über die Nahrung möglich.

Hohe Kalium-Konzentrationen finden Sie in Früchten, wie zum Beispiel Bananen, Honigmelonen oder Zitrusfrüchten. Gemüse mit hohem Kalium-Gehalt sind Spargel, Bohnen, Kartoffeln, grüne Bohnen und Blumenkohl. Und es gibt noch weitere Nahrungsmittel, die viel Kalium enthalten: Vollkornprodukte, rotes Fleisch, Geflügel, Meeresfrüchte, Erbsen und Linsen.

Es wird fast unmöglich sein, dass Sie über die Nahrung zu viel Kalium aufnehmen. Aber Nahrungsergänzungsmittel bringen in diesem Fall ein Problem mit sich: Es kann sein, dass das Nahrungsergänzungsmittel Ihren Kaliumspiegel in die Höhe schießen lässt, ohne den Natriumspiegel zu verändern. Dies kann zu Nierenschäden und anderen schweren Gesundheitsproblemen führen. Auch wenn Sie also ein hohes Risiko für einen Schlaganfall in sich tragen, sollten Sie besser auf natürliche Quellen zurückgreifen.

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