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Grundlagenwissen zum Thema Schlaganfall

Wenn jemand einen Schlaganfall erleidet, gibt es keine Zeit zu verlieren. Die Behandlung des am häufigsten auftretenden ischämischen Schlaganfalls wirkt im Allgemeinen nur effektiv, wenn sie innerhalb vondrei Stunden nach den ersten Symptomen erfolgt.

Menschliches Gehirn - Grafik© Elvira Gerecht – Fotolia

Schnelle Hilfe ist nötig!

Ein ischämischer Schlaganfall tritt auf, wenn ein Blutgerinnsel oder eine verstopfte Arterie die Blutversorgung eines Teiles des Gehirns unterbindet. Ein Schlaganfall kann darüber hinaus auftreten, wenn ein Blutgefäß im Gehirn reißt (hämorrhargischer Schlaganfall, Hirnblutung).

Nach einer Studie der amerikanischen Behörde für Gesundheitsschutz und Vorbeugung (Center for Disease Control und Prevention) erkennen die meisten Amerikaner zumindest einige Anzeichen eines Schlaganfalls. Lediglich 17 Prozent der Befragten kannten alle Symptome. Diese Personen gaben an, dass sie sofort den Notarzt rufen würden, wenn jemand in ihrer Umgebung einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erleiden würde.

Die wichtigsten Warnsignale

  • Verwirrung oder Probleme beim Sprechen oder Verstehen
  • Taubheit oder Schwäche im Gesicht, an den Armen oder Beinen, besonders dann, wenn nur eine Körperhälfte betroffen ist
  • Probleme beim Sehen mit einem oder mit beiden Augen
  • Probleme beim Gehen, Schwindel, Gleichgewichts- oder Koordinierungsstörungen
  • starke Kopfschmerzen ohne ersichtlichen Grund

Wählen Sie die Notrufnummer 112, auch wenn jemand nur eines dieser Symptome aufweist. Die betroffene Person weiß unter Umständen nicht, was mit ihr passiert, oder ist nicht in der Lage, selbst Hilfe zu holen.

Risikofaktoren

Die US-amerikanische Herzgesellschaft stellte vor einigen Jahren Ratschläge zur Lebensführung auf, mit denen Sie Ihr Risiko für Schlaganfälle senken. Im Juli 2013 untersuchten Forscher der Universität von Atlanta (USA) anhand der Daten von 22.000 Probanden die Effektivität dieser Maßnahmen für das Fachblatt Stroke. Danach ist es das Allerwichtigste, erhöhte Blutdruckwerte zu behandeln. Allein dadurch sinkt Ihr Schlaganfallrisiko um bis zu 60 Prozent. Einen deutlichen Einfluss hat auch das Rauchen: Wer seit mindestens einem Jahr die Finger von Zigaretten lässt, senkt sein Risiko um 40 Prozent. Genauso gut schützt ein gut eingestellter Blutzucker.

Statistisch nicht nachweisen ließ sich dagegen, dass auch die anderen vier Empfehlungen tatsächlich vor einem Schlaganfall schützen: Gesunde Ernährung, Bewegung, Normalgewicht und niedriger Cholesterinspiegel. Um Ihr Schlaganfallrisiko zu senken, sollten Sie also vor allem hohe Blutdruck- und Blutzuckerwerte behandeln lassen sowie das Rauchen einstellen. Auch die anderen vier Ratschläge sollten Sie nicht außer Acht lasen, da Sie sich mit ihnen auch vor anderen Krankheiten schützen.

Rauchen© pixabay.com © markusspiske (CC0 Public Domain)

Mit diesen Tipps senken Sie Ihr Schlaganfallrisiko

Ein Schlaganfall ist kein unabwendbares Schicksal: Mit einer entsprechenden Lebensführung können Sie den meisten Ursachen wirksam vorbeugen.

  • Schon ein bisschen Bewegung senkt Ihr Schlaganfallrisiko: Bewegung ist die wichtigste und wirksamste Maßnahme, mit der Sie einem Schlaganfall vorbeugen. Nur wenige Schritte pro Tag haben bereits eine schützende Wirkung. Wenn Sie pro Woche durch Bewegung rund 500 kcal Energie zusätzlich verbrennen, erzielen Sie bereits einen messbaren Schutzeffekt: das bedeutet ungefähr 1 km Gehstrecke pro Tag. Das optimale Verhältnis von Aufwand zu Wirkung erreichen Sie mit etwa zwei Stunden Bewegung pro Woche (dreimal 40 Minuten). Der volle Schutzeffekt liegt bei rund einer halben Stunde Joggen oder Walking täglich (3,5 Stunden pro Woche) oder 5,5 Stunden Spazierengehen pro Woche.
  • Vermindern Sie Übergewicht: Übergewicht ist direkt mit dem Schlaganfallrisiko verbunden. Wenn Ihr Körpergewicht erhöht ist, steigt Ihr Schlaganfallrisiko durchschnittlich auf etwa das Doppelte gegenüber dem für Sie idealen Körpergewicht. Ausgehend vom Idealzustand (BMI ca. 21 bis 22) steigt das Schlaganfallrisiko pro Anstieg des Körpergewichts um eine BMI-Einheit um 6 Prozent.
  • Halten Sie Ihren Blutdruck unter Kontrolle: Lassen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig beim Arzt oder in der Apotheke messen. Günstig ist es, wenn Ihre Werte nicht über 130/80 mmHg liegen. Über die für Ihre Altersgruppe und Ihr Geschlecht idealen Werte sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Allein ein gut eingestellter Blutdruck (wenn nötig mit Medikamenten) senkt das Schlaganfallrisiko um bis zu 60 Prozent. Allein durch regelmäßige und angemessene Bewegung lässt sich der Blutdruck um ein beträchtliches Maß verringern lässt.
  • Achten Sie auf Ihre Cholesterinwerte: Dauerhaft erhöhte Cholesterinwerte begünstigen die Entwicklung von krankhaften Veränderungen der Blutgefäße. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten. Durch eine gesundheitsfördernde Ernährung beeinflussen Sie Ihre Blutfettwerte positiv.
  • Lassen Sie Ihre Augen regelmäßig untersuchen: Wichtige Details über Ihr persönliches Schlaganfallrisiko liefert die Untersuchung des Augenhintergrunds, also der Netzhaut mit Sehnerv und Blutgefäßen. Die Netzhaut ist die einzige Körperstelle, an der ein Arzt den Zustand Ihrer Gefäße von außen inspizieren kann. Ihr Augenarzt kann hier bereits kleine Veränderungen entdecken, die Rückschlüsse auf Ihr gesamtes Blutgefäßsystem zulassen. Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt und Ihrer Krankenkasse, ob die Kosten übernommen werden. Als Eigenleistung müssen Sie für die Untersuchung 20 bis 30 Euro hinblättern.
  • Verzichten Sie auf das Rauchen: Raucher haben ein doppelt so hohes Schlaganfallrisiko wie Nichtraucher. Die gute Nachricht: Dieses Risiko sinkt unmittelbar nach Ihrer letzten Zigarette. Nach etwa zehn Jahren entspricht das Risiko eines Ex-Rauchers dem eines lebenslangen Nichtrauchers.
  • Vorsicht bei Alkohol: Schon ein halber Liter Bier (20 Gramm Alkohol) oder ein Viertelliter Wein pro Tag erhöhen Ihr Schlaganfallrisiko erheblich. Bis vor Kurzem glaubte man, dass Alkohol in geringen Mengen genossen die Blutgefäße sogar schützen würde. Diese Einschätzungen kann nach neuesten Untersuchung nicht mehr aufrechterhalten werden. Das gilt auch für den sagenumwobenen Rotwein. Es empfiehlt sich ein sehr zurückhaltender Umgang mit Alkohol.
  • Genießen Sie regelmäßig Kaffee: Eine bis drei Tassen Kaffee (auch koffeinfrei) pro Tag schützen davor, einen Schlaganfall zu erleiden. Auf diese vorbeugende Wirkung von mäßigem Kaffeekonsum weist die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) anlässlich einer aktuellen von italienischen Forschern veröffentlichten Analyse hin. Demnach ist Kaffeekonsum nicht mit einem höheren Risiko für einen Schlaganfall verbunden, wie oft vermutet wurde.
  • Ernähren Sie sich gesund (mediterran): Genießen Sie die traditionelle Kost der Mittelmeerländer, eine einfache Maßnahme, mit der Sie Ihr Schlaganfallrisiko verringern können. Setzen Sie auf diese frischen und abwechslungsreichen Lebensmittel: Gemüse / Salate, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Brot / Nudeln / Reis, Kartoffeln, Fisch und Meeresfrüchte, Joghurt / Käse, wichtigste Fettquelle: Olivenöl. Essen Sie nur zweimal pro Woche Fleisch oder Eier.
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