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RLS: Zu viel Glutamat verhindert genügend Schlaf

Restless Legs Syndrom ist eine der häufigsten Nervenerkrankungen. Immerhin rund 10 Prozent aller Deutschen sind von dieser Krankheit betroffen, von der wir nur wissen, dass Dopamin, ein Nervenbotenstoff, an ihr beteiligt ist. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Patienten gerade abends und nachts unter einem starken Drang leiden, sich zu bewegen. Jeder Entspannungsversuch sorgt dafür, dass die Symptome noch stärker werden – erst wenn dem Drang nachgegeben wird, verringern sich die Beschwerden. Hinzu kommen starke Schlafprobleme, die auch dann oft nicht verschwinden, wenn die Beschwerden mit Medikamenten behandelt werden.

Forscher der John Hopkins University School of Medicine haben nun herausgefunden, dass die schlaflose Nächte, die viele der RLS-Patienten zusätzlich quälen, durch Glutamat, einen bestimmten Botenstoff, ausgelöst werden können. Sie hatten eine kleine Musterstudie mit 28 erkrankten und 20 gesunden Menschen durchgeführt. Angewandt wurde die Magnetresonanztherapie – mit ihr wurde die Aktivität von eben diesem Glutamat bestimmt. Es handelt sich dabei um einen Neurotransmitter, der regelt, wie wach wir wann sind. Bei der Untersuchung konzentrierten sich die Forscher auf den Thalamus. Dieser Bereich im Gehirn reguliert Bewusstsein und Schlaf.

Die Wissenschaftler entdeckten, dass die Patienten, die unter RLS litten, einen unnormal hohen Glutamat-Spiegel im Gehirn aufwiesen. Je mehr Glutamat sich nachweisen ließ, umso schlechter war der Schlaf. Bei den gesunden Studienteilnehmern war dieser Zusammenhang nicht zu finden. Auch lässt sich so eventuell erklären, warum Patienten mit RLS nur rund 5,5 Stunden pro Nacht schlafen, tagsüber aber nicht müde sind. Das Glutamat hält das Gehirn Tag und Nacht wach.

Nach Aussage der Forscher sollte die Therapie von RLS überdacht werden – es gibt bereits Medikamente, die sich auf den Glutamatspiegel auswirken; diese werden aber nur selten eingesetzt.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
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