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Restless Legs Syndrom: Achten Sie auf Ihr Herz!

Eine US-Studie hat gezeigt, dass das Risiko für eine koronare Herzkrankheit (KHK, Vorstufe z. B. von Herzinfarkt und Schlaganfall) mit einem RLS offenbar höher ist als bei Gesunden. Patienten mit RLS hatten höhere Puls- und Blutdruckwerte. Je länger das Syndrom andauerte, desto ausgeprägter waren die Herzerkrankungen. Das ist sicher auch auf die mit dem RLS einhergehenden Schlafstörungen zurückzuführen. Das unangenehme Kribbeln in den Beinen tritt gehäuft auf bei:

  • Diabetes mellitus Typ II
  • Niereninsuffizienz
  • rheumatoide Arthritis
  • Multiple Sklerose
  • Nervenreizungen durch einen verengten Rückenmarkskanal (Spinalkanalstenose)
  • als Nebenwirkung bestimmter Medikamente (z. B. Antidepressiva, Neuroleptika)
  • bei einem Nährstoffdefizit (z. B. Eisen, Vitamin B12, Folsäure oder Magnesium)

Leiden Sie unter Nährstoffmangel?

Die Diagnose wird aufgrund Ihrer Beschwerden gestellt. Ihr Arzt wird dabei mögliche symptomatisch ähnliche Erkrankungen wie beispielsweise Polyneuropathie sowie arterielle und venöse Durchblutungsstörungen berücksichtigen. Beispiel: Patienten mit einer Polyneuropathie empfinden Wärme an den Beinen als angenehm, RLS-Betroffene eher nicht.

Lassen Sie von Ihrem Arzt auch mögliche Nährstoffdefizite überprüfen. Bei vielen Patienten tritt nach Einnahme eines vom Arzt verordneten Präparates eine deutliche Besserung der Beschwerden ein. Bei einem diagnostizierten Eisenmangel kann beispielsweise eine Eiseninfusion statt der oft über viele Wochen erforderlichen Einnahme eines oralen Eisenpräparats die Beschwerden schneller lindern.

Leben Sie gefäßgesund

Leiden Sie schon länger am RLS, sollten Sie aufgrund Ihres erhöhten Risikos für Herzerkrankungen von Ihrem Arzt entsprechend engmaschiger untersucht werden. Zudem ist es empfehlenswert, sich herzgesund zu ernähren: Drei Portionen Gemüse pro Tag, zwei Portionen Obst, Vollkornprodukte, pflanzliche Öle, Lachs, Makrele & Co. sowie wenige magere Fleischsorten.

5 goldene Regeln beim Restless Legs Syndrom

1. Bleiben Sie körperlich aktiv

Sowohl moderater Ausdauersport (z. B. Walken, Joggen) als auch leichte Gymnastikübungen (z. B. Qigong, Yoga) bringen vielen Betroffenen Linderung. Vermeiden Sie aber zu große Anstrengungen. Körperlich „passive“ Entspannungsübungen wie autogenes Training bringen seltener Erleichterung als aktives Training.

2. Verbessern Sie Ihre „Schlafhygiene“

Sorgen Sie für eine entspannte Schlafumgebung mit Einschlafritualen und halten Sie soweit möglich feste Schlaf- bzw. Aufstehzeiten ein.

3. Meiden Sie Alkohol und Koffein

Alkohol verändert die Schlafstruktur ungünstig. Coca Cola, schwarzer und grüner Tee sowie Kaffee können die Symptome verstärken. Trinken Sie stattdessen einen entspannenden Kräutertee (z. B. Melisse, Baldrian).

4. Erste Hilfe: Massieren Sie Ihre Beine und nehmen Sie kühlende Fußbäder

Massagen (z. B. mit Franzbranntwein) und/oder kühlende Fußbäder sowie Wechselduschen können Ihnen zumindest kurzfristige Linderung verschaffen. Als Einschlafritual kann das sehr sinnvoll sein.

5. Für mehr Verständnis: Informieren Sie Ihr soziales Umfeld

Informieren Sie Ihre Familie, Freunde und Bekannte über Ihre Erkrankung. So können Außenstehende Ihre Unruhe und das „ständige Umherlaufen“ besser verstehen.

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Prof. DHfPG Dr. Thomas Wessinghage
Über den Autor Prof. (DHfPG) Dr. Thomas Wessinghage

Prof. (DHfPG) Dr. Thomas Wessinghage ist Prorektor für Hochschulentwicklung und Transfer an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in […]

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