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Restless Legs Syndrom: Sind Sie betroffen?

Kribbeln und schmerzen Ihre Beine, wenn Sie sitzen oder liegen? Vielleicht leiden Sie unter dem Restless-Legs-Syndrom.

Die Schwierigkeiten der Diagnose

Vom Hausarzt zum Rheumatologen und weiter zum Orthopäden. Der empfiehlt den Spezialisten für Gefäßerkrankungen oder einen Psychotherapeuten und irgendwann landen die Betroffenen schließlich beim Neurologen. Bis ein Restless-Legs-Syndrom diagnostiziert wird, dauert es oft Jahre.

Häufig wird die Erkrankung falsch diagnostiziert oder nicht erkannt. Neue Studien aus Europa und den USA belegen, dass eine große Zahl von RLS-Patienten auch nach einem Arztbesuch ohne richtige Diagnose nach Hause geht. Dabei handelt es sich um eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit.

Schlaflosigkeit als wichtiger Hinweis

Tatsächlich ist das Erkennen eines RLS-Syndroms für den Arzt nicht leicht. Die Beschwerden sind schwer zu erklären und werden von Mensch zu Mensch anders empfunden. Die einen beschreiben ein Kribbeln in den Beinen, andere berichten von Brennen, Ziehen oder Schmerzen. Beim Arztbesuch steht oft die daraus resultierende Schlaflosigkeit im Vordergrund. Wichtig ist daher auch die Aufklärung in der Bevölkerung über das Restless-Legs-Syndrom, sodass die Patienten selbst schon mit einem gezielten Verdacht den Arzt aufsuchen können.

Um die Diagnose und Behandlung des „Syndroms der ruhelosen Beine“ (RLS) zu verbessern, haben die europäischen Experten klare Ablaufpläne entwickelt, die die Befragung und Untersuchung des Patienten sowie die spätere Behandlung gliedern. Wenn ein Patient über Schlaflosigkeit oder Schlafprobleme klagt oder sich über ein störendes Gefühl in den Beinen beklagt, sollte der Arzt eine gezielte Befragung zu RLS vornehmen.

Typische Erscheinungsformen

Sie müssen im Sitzen oder Liegen ständig Ihre Beine bewegen, da Sie darin ein Kribbeln, Prickeln oder Reißen verspüren. Gegen Abend werden die Beschwerden stärker, verhindern einen erholsamen Schlaf und am Morgen klingen sie etwas ab. Viele Menschen haben sich mit diesen Erscheinungen arrangiert, sie nehmen sie häufig nicht mehr oder nur noch unbewusst wahr. Andere verspüren einen mehr oder weniger großen Leidensdruck durch das RLS.

Ihr Arzt kann Ihnen ein in vielen Fällen wirksames Medikament verschreiben. Darüber hinaus können Sie selbst die Therapie aktiv unterstützen,beispielsweise durch Bäder, Massagen und Gymnastik, aber auch, indem Sie einen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus einhalten, also möglichst immer zur selben Zeit ins Bett gehen und zur selben Zeit aufstehen, auch am Wochenende.

Nehmen Sie diese Hinweise ernst!

Ihr Kopf will schlafen, aber Ihre Beine machen nicht mit: Sie treiben Sie aus dem Bett und verlangen nach Bewegung. Mitten in der Nacht! Nur umhergehen hilft. Manchmal bis zum Morgengrauen. Wer dies öfter erlebt, leidet womöglich unter dem Restless-Legs-Syndrom. Manchmal sind auch die Arme betroffen, andere leiden zudem tagsüber unter dem ununterdrückbaren Bewegungsdrang. Ob Sie eventuell an RLS leidet ist, beantworten Ihnen diese vier Fragen:

  1. Missempfindungen: Leiden Sie unter Missempfindungen wie Kribbeln, Ziehen oder Schmerzen in den Beinen, verbunden mit einem unnatürlichen Bewegungsdrang der Beine?
  2. Auch im Ruhezustand: Treten die Beschwerden in Ruhe auf bzw. verstärken sie sich in Ruhe?
  3. Hilfe durch Bewegung: Verschafft Ihnen Bewegung eine Erleichterung der genannten Symptome?
  4. Abends oder nachts stärker: Nehmen die Beschwerden abends und nachts zu oder treten sie ausschließlich dann auf?

Haben Sie diese Fragen mit „Ja“ beantwortet, sollten Sie einen Arzt, am besten einen Neurologen aufsuchen. Der kann anhand dieser Hinweise und weiterer Untersuchungen eine Diagnose erstellen. Das Restless Legs Syndrom ist mittlerweile gut behandelbar, so dass wieder Ruhe in die Beine und das Leben der Betroffenen einkehren kann. Bei der Therapie kommen je nach Schwere der Symptome unterschiedliche Wirkstoffe zum Einsatz.

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Helmut Erb
Über den Autor Helmut Erb

Experte im Bereich Sport und Fitness Helmut Erb war weit über 30 Jahre Kampfschwimmer bei der Deutschen Marine. Seine beruflichen […]

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