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Restless Legs Syndrom und was Sie darüber wissen sollten

Inhaltsverzeichnis:

  1. Symptome beim Restless Legs Syndrom
  2. Ursachen und Behandlung
  3. Keine Therapie ohne vorhergehenden Eisen-Check
  4. Restless Legs Syndrom: Achten Sie auf Ihr Herz!
  5. 5 goldene Regeln beim Restless Legs Syndrom

Das Restless Legs Syndrom, auch RSL, Unruhige Beine, Wittmaack-Ekbom-Syndrom oder nach einem Beschluss der International Restless Legs Study Group Willis-Ekbom Disease genannt, ist eine neurologische Erkrankung der Beine und Füße, seltener auch der Arme.

Es gehört zu den extrapyramidalen Hyperkinesen; hierbei handelt es sich um Bewegungsstörungen, die auf eine Fehlfunktion des extrapyramidalmotorischen Systems, einem bestimmten Teil des Gehirns, zurückzuführen sind.

In Deutschland sind zwischen fünf und zehn Prozent der Bevölkerung vom Restless Legs Syndrom betroffen, was es zu einer der häufigsten neurologischen Erkrankungen macht; 60 Prozent der Betroffenen sind Frauen.

Die Ursachen der Erkrankung sind bisher nicht geklärt; man vermutet aber eine Fehlfunktion des Nervenstoffwechsels, da Patienten häufig gut auf die Gabe einer dem Botenstoff Dopamin nachempfundenen Medikation reagieren.

Symptome beim Restless Legs Syndrom

Die Symptome können von Patient zu Patient variieren; typisch sind jedoch ein Ziehen, Reißen oder Kribbeln in den Beinen sowie Muskelzuckungen, die sich bemerkbar machen, wenn der Betroffene zur Ruhe kommt – gerne also abends oder nachts.

Die Beschwerden können einseitig, beidseitig oder auch abwechselnd auftreten. Kurzfristige Linderung verschafft Bewegung, wie beispielsweise aufstehen und herumgehen.

Das Restless Legs Syndrom ist somit nicht nur ausgesprochen unangenehm, sondern stört auch den Schlaf, was in der Folge zu Erschöpfungszuständen führen kann.

Die Diagnose wird nach gründlicher Anamnese gestellt.

Ursachen und Behandlung

Beim Restless Legs Syndrom unterscheidet man zwischen symptomatischer oder idiopathischer RLS. Erstere ist die Folge einer Grunderkrankung, wie beispielsweise Eisenmangelanämie, Niereninsuffizienz oder Arthritis.

RLS kann auch nach Einnahme bestimmter Medikamente entstehen oder durch eine Schwangerschaft ausgelöst werden. Die Veranlagung für die idiopathische Form des RLS ist vererbbar.

Die Ursachen für Restless Legs bei Schwangeren sind bisher unbekannt.

Bei jeder dritten bis vierten Frau kommt es im letzten Drittel der Schwangerschaft zu den Symptomen, die meistens nach der Geburt schwächer werden und wieder verschwinden.

Ein symptomatisches Restless Legs Syndrom muss häufig nicht speziell behandelt werden: Kann die Ursache für unruhige Beine herausgefunden und erfolgreich therapiert werden, verschwindet es in den meisten Fällen von alleine.

Beim idiopathischen Restless Legs Syndrom ist nach heutigem Kenntnisstand keine Heilung möglich. Die Beschwerden können aber durchaus gelindert werden.

Hierzu wird bei der Therapie nach eingehender Überprüfung aktueller Medikamentengaben und dem Ausschluss zugrundeliegender Erkrankungen auf Medikamente zurückgegriffen, die die Kommunikation zwischen den Nervenzellen verbessern sollen.

Keine Therapie ohne vorhergehenden Eisen-Check

Bevor Ihr Arzt jedoch eine Therapie gegen RLS beginnt, sollte er Ihre Eisenwerte überprüfen lassen. Amerikanischen Medizinern war erstmals im Jahr 1998 aufgefallen, dass Patienten mit einem Eisenmangel unter besonders starken RLS-Symptomen litten.

Im Jahr 2009 haben Forscher der Universität Göteborg diesen neuen Therapieansatz erfolgreich getestet.

Jeweils 60 RLS-Patienten erhielten entweder eine Eiseninfusion oder zur Kontrolle lediglich eine Kochsalzlösung. In der Eisen-Gruppe hatten sich die Beschwerden nach sieben Wochen um 71 Prozent gebessert, in der Kontrollgruppe nur um 35 Prozent.

Ihr Arzt darf jedoch keinesfalls nur den üblichen Eisen-Serumwert bestimmen. Entscheidend ist der Wert des „Speichereisens“, der Ferritin-Wert.

Ferritin ist ein Transportprotein, an das der größte Teil des Körpereisens gebunden ist. Wenn Ihr Ferritin-Wert unter 50 μg/l liegt, ist eine Eisen-Therapie angezeigt. Das gilt auch, wenn der Serum- Eisenwert (ein Maß für das ungebundene Eisen im Blut) noch normal ist.

Denn selbst in diesen Fällen können die wichtigen Eisenspeicher Ihres Körpers bereits erschöpft sein.

Fragen Sie also gezielt nach, welcher Wert gemeint ist, wenn Ihr Arzt behauptet: „Ihr Eisenwert ist normal.“

Restless Legs Syndrom: Achten Sie auf Ihr Herz!

Leiden Sie schon länger am RLS, sollten Sie aufgrund Ihres erhöhten Risikos für Herzerkrankungen von Ihrem Arzt entsprechend engmaschiger untersucht werden.

Zudem ist es empfehlenswert, sich herzgesund zu ernähren: Drei Portionen Gemüse pro Tag, zwei Portionen Obst, Vollkornprodukte, pflanzliche Öle, Lachs, Makrele & Co. sowie wenige magere Fleischsorten.

5 goldene Regeln beim Restless Legs Syndrom

1. Bleiben Sie körperlich aktiv

Sowohl moderater Ausdauersport (z. B. Walken, Joggen) als auch leichte Gymnastikübungen (z. B. Qigong, Yoga) bringen vielen Betroffenen Linderung. Vermeiden Sie aber zu große Anstrengungen. Körperlich „passive“ Entspannungsübungen wie autogenes Training bringen seltener Erleichterung als aktives Training.

2. Verbessern Sie Ihre „Schlafhygiene“

Sorgen Sie für eine entspannte Schlafumgebung mit Einschlafritualen und halten Sie soweit möglich feste Schlaf- bzw. Aufstehzeiten ein.

3. Meiden Sie Alkohol und Koffein

Alkohol verändert die Schlafstruktur ungünstig. Coca Cola, schwarzer und grüner Tee sowie Kaffee können die Symptome verstärken. Trinken Sie stattdessen einen entspannenden Kräutertee (z. B. Melisse, Baldrian).

4. Erste Hilfe: Massieren Sie Ihre Beine und nehmen Sie kühlende Fußbäder

Massagen (z. B. mit Franzbranntwein) und/oder kühlende Fußbäder sowie Wechselduschen können Ihnen zumindest kurzfristige Linderung verschaffen. Als Einschlafritual kann das sehr sinnvoll sein.

5. Für mehr Verständnis: Informieren Sie Ihr soziales Umfeld

Informieren Sie Ihre Familie, Freunde und Bekannte über Ihre Erkrankung. So können Außenstehende Ihre Unruhe und das „ständige Umherlaufen“ besser verstehen.

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