Parkinson: Welche Medikamente helfen können
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Die Behandlung der Parkinson-Krankheit wird in hohem Maß individuell auf den Patienten abgestimmt. Zunächst kann eine Änderung des Lebensstils – wie zum Beispiel eine gesunde Ernährung oder sportliche Betätigung – hilfreich sein. Medikamente können helfen, die motorischen Störungen zu regulieren. Was jedoch für Ihre Situation angemessen ist, hängt von Ihren Symptomen und dem individuellen Verlauf der Krankheit ab.
Zu den wichtigsten therapeutischen Maßnahmen, die Sie zusammen mit Ihrem Arzt in Betracht ziehen sollten, gehören unter anderem:
Ausgleich des Dopamin-Mangels – Seit seiner Einführung in den 1960er Jahren hat sich L-Dopa (Abkürzung für Levodopa) als das wirksamste Medikament zur Behandlung der Parkinson-Krankheit erwiesen. Die Nervenzellen im Gehirn sind in der Lage, diesen Wirkstoff in Dopamin umzuwandeln. In der Regel wird L-Dopa in Kombination mit einem Decarboxylase-Inhibitor (dann z. B. als Madopar©, Nacom©, Stalevo, Dopadura®) verabreicht. Dadurch wird der bestmögliche Dopamin-Effekt erzielt.
Darüber hinaus können Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen, die bei L-Dopa als Monotherapie auftreten können, reduziert werden. Die anfängliche Wirkung ist häufig sehr beeindruckend. Viele Parkinson-Patienten halten die Einnahme über einen Zeitraum von mehr als 15 Jahren für nützlich, auch wenn die anfängliche Wirkung nachlässt und der Körper mit der Zeit nicht mehr so beständig auf die Medikamente reagiert.
Dopamin-Agonisten – Diese Medikamente ahmen die Wirkung des Dopamin nach, indem sie die Dopamin-Rezeptoren stimulieren. Sie können allein oder in Kombination mit L-Dopa eingesetzt werden. Dopamin-Agonisten wirken weniger stark als L-Dopa, dafür haben sie eine längere Wirkdauer. Zur Gruppe dieser Wirkstoffe gehören zum Beispiel Pramipexol (Mirapexin®), Ropinirol (Requip®) sowie der neuere Wirkstoff Rotigotin, der einmal täglich als Hautpflaster (Neupro®) angewendet wird.
Ein weiterer Dopamin-Agonist ist Apomorphin (APOgo®), das als Injektion oder Dauerinfusion eingesetzt wird. Wegen seiner starken AntiParkinson-Wirkung wird Apomorphin hauptsächlich bei Patienten in der Spätphase der Erkrankung eingesetzt. Es wird als Notfallmedizin verabreicht, die eine Stunde oder mehr wirkt, bis länger wirkende Medikamente verabreicht werden können. Die Nebenwirkungen treten härufiger auf als bei der L-Dopa-Carbidopa/Benserazid-Kombinationstherapie.
Zu den ersten Symptomen der ParkinsonKrankheit gehört ein leichtes Zittern der Hände oder sogar eines Fingers. In einigen Fällen führt dieser Handtremor dazu, dass Daumen und Zeigefinger ständig aneinander gerieben werden. Dies wird auch als Pillendreher-Phänomen bezeichnet
MAO-B-Hemmer – Die Wirkstoffe Selegilin (z. B. Movergan®) und Rasagilin (Azilect®) können den Dopamin-Spiegel im Gehirn erhöhen, indem sie ein bestimmtes Enyzm hemmen. Das Enyzm mit dem Namen MAO-B (Monoaminooxidase-B) baut unter anderem Neurotransmitter wie Dopamin ab.
COMT-Inhibitoren – Der Wirkstoff Entacapon (z. B. Comtess®) oder der in Deutschland seit 2005 wieder zugelassene Wirkstoff Tolcapon (Tasmar®) werden gleichzeitig mit L-Dopa gegeben. Ein COMT-Hemmer vermindert ebenfalls den Abbau von Dopamin und verbessert somit die Konzentration von L-Dopa im Gehirn.