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Parkinson: Vibrations-Stuhl als Placebo-Effekt

Der Neurologe Jean-Martin Charcot hat gegen Ende des 19. Jahrhunderts den „Vibrations-Stuhl“ entwickelt. Nach eigenen Angaben wendete er ihn mit Erfolg bei Parkinson-Kranken an.

Als Anlass galten Berichte von Parkinson-Patienten, sich nach längeren Zugfahrten besser zu fühlen. Die reale Wirkung dieser „Stuhl-Therapie“ wurde lange Zeit nicht systematisch untersucht. Wissenschaftler vom „Rush University Medical Center“ in Chicago haben dies nachgeholt. Ihr Ergebnis stellte einenPlacebo-Effekt dar.

Die Forscher untersuchten die Therapie bei 23 Parkinson-Kranken, und zwar mit einem nachgebauten Vibrations-Stuhl und einem Stuhl ohne Vibration. Die Patienten setzten sich einen Monat lang täglich für 30 Minuten auf einen der Stühle. Während der „Sitzungen“ lief entspannende Musik.

In beiden Gruppen verbesserten sich motorische Funktionen der Parkinson-Patienten. Angst, Depressionen und Müdigkeit hätten abgenommen, der Schlaf sei besser geworden. Patienten beider Gruppen seien mit der Behandlung sehr zufrieden gewesen („Journal of Parkinson‘s Disease“).

Das Ergebnis fällt für den „Vibrations-Stuhl“ von Charcot zur Heilung von Parkinson negativ aus. Trotzdem belegt dies nicht, dass das moderne Vibrations-Training mit den unterschiedlichen Vibrationsplatten (vertikale, seitenalternierende Bewegungen) für an Parkinson Erkrankte nutzlos ist.

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