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Parkinson: Sturz-Prävention durch Tai-Chi

Bei Parkinson-Patienten kommt es vermehrt zu Stürzen. Grund dafür sind Gleichgewichtsstörungen, ein Bewegungsverharren sowie eine Blutdruckregulationsstörung. Tai Chi soll diesen Stürzen vorbeugen. Parkinson-Patienten stürzen seltener und bewältigen alltägliche Erledigungen besser, wenn sie zwei Mal in der Woche jeweils eine Stunde lang Tai Chi üben. Dies teilte die Deutsche Gesellschaft für Neurologie zum Welt-Parkinson-Tag mit.

Tai Chi bezeichnet eine in China entwickelte Kampfkunst, die heutzutage für seinen wohltuenden Einfluss auf die Gesundheit bekannt ist. Das chinesische Schattenboxen betrachtet man heute hauptsächlich als Übung der Gymnastik, das unter anderem der Meditation dient.

Tai Chi als wirksame Methode

Die US-amerikanische Forschergruppe um Dr. Fuzhong Li vom „Oregon Research Institute“ ermittelte die positive Wirkung der Tai Chi-Übungen bei 195 Patienten mit leicht bis mittelstark ausgeprägter Parkinson-Erkrankung. Die Forscher trainierten mit einem Drittel der Patienten über einen Zeitraum von sechs Monaten zweimal in der Woche eine Stunde lang das Tai Chi. Das zweite Drittel absolvierte stattdessen Krafttraining und das letzte Drittel Dehnübungen.

Beim Parameter Haltungssicherheit schnitt Tai Chi am besten ab, Dehnungsübungen brachten keine Besserung. Während der sechs Monate stürzten insgesamt 76 Patienten. Die Stürze traten am seltensten in der Tai Chi-Gruppe und am häufigsten in der Stretching-Gruppe auf. Insgesamt 62 Parkinson-Patienten stürzten in der Tai Chi-Gruppe, in den beiden anderen Gruppen 133 (Krafttraining) und 186 (Stretching). Die Arbeit erschien vor kurzem im Fachblatt „New England Journal of Medicine“.

Chinesischer Stand

Mit dieser Übung kräftigen Sie wichtige Muskelpartien und verbessern gleichzeitig Ihre Körperwahrnehmung (Propriozeption). Das hilft, im Notfall besser zu reagieren und Stürze abzufangen.

  • Gehen Sie leicht in die Knie. Sie spüren die Spannung der Oberschenkel.
  • Schieben Sie das Becken nach vorn und bauen Sie eine sanfte Spannung im Gesäß auf.
  • Schieben Sie die Schultern nach hinten. Das Kinn bleibt gerade, wird aber leicht nachgeschoben.

Spannen Sie die blau hervorgehobenen Muskelpartien an. Die korrekte Haltung kontrollieren Sie am Anfang leicht vor einem Spiegel. Wenn Sie sie beherrschen, nehmen Sie sie nach Möglichkeit zwischendurch ein.

Windmühlenflügel

Diese Übung aus dem Tai Chi fördert Ihren Gleichgewichtssinn und gibt Ihnen einen festen Stand.

  • Sie stehen aufrecht, die Füße schulterbreit auseinander. Die Hände liegen auf den Oberschenkeln.
  • Jetzt atmen Sie ein, drehen die Hüfte nach rechts und heben dabei die Arme auf Brusthöhe an.
  • Danach heben Sie die Arme über den Kopf und drehen dabei die Hüfte wieder gerade.
  • Jetzt drehen Sie die Hüfte nach links, führen die Arme wieder herunter und atmen aus.

Wiederholen Sie die Übung, aber drehen Sie jetzt Ihre „Mühlenflügel“ in die andere Richtung. Insgesamt drehen Sie sich injede Richtung fünfmal. Absolvieren Sie einen solchen Übungsblock dreimal täglich.

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