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PARKINSON-KRANKHEIT

Vertrauen Sie nicht nur auf die übliche medizinische Hilfe: Im Austausch mit Leidensgenossen erhalten Sie wertvolle Informationen für die Bewältigung Ihrer Krankheit. Chronisch Kranke müssen überhaupt erst einmal lernen, was es heißt: „Ich bin Diabetiker, und zwar für immer.“ oder „Ich leide für den Rest meines Lebens unter der Bechterew-Krankheit.“ Auch die einfühlsamste ärztliche Betreuung kann den Betroffenen die aufkommenden Ängste nicht vollständig nehmen und die zahlreichen Fragen zum veränderten Alltag beantworten. Selbsthilfegruppen bieten eine sehr gute Unterstützung.

Chronisch Kranke geraten schnell in die Isolation. Zum einen verlieren Angehörige, Freunde und Kollegen oft aufgrund eigener Hilflosigkeit die Geduld. Zum anderen ziehen sich die Patienten von selbst zurück, weil sie niemandem zur Last fallen wollen. Damit beginnt ein Teufelskreis, der nicht selten in schweren Depressionen endet. Deshalb sollten Sie sich baldmöglichst nach der Diagnose Ihrer Erkrankung einer Selbsthilfegruppe anschließen, um sich im Kontakt mit Leidensgenossen zu stärken.

Vorteile der Gruppen

  • Informationen über den voraussichtlichen Krankheitsverlauf, Therapie- und Reha-Verfahren, spezialisierte Ärzte und Kliniken sowie über rechtliche Fragen
  • gegenseitige seelische Hilfe und Mutzuspruch
  • Verhinderung von Einsamkeit
  • praktische Hilfen wie Einkaufs- und Fahrdienste
  • gemeinsame Freizeitgestaltung
  • Möglichkeiten zur geistigseelischen Weiterentwicklung

Der letzte Punkt spielt bei der Bewältigung einer chronischen Erkrankung eine oft unterschätzte Rolle. Das Überwinden von hemmenden Gewohnheiten erleichtert den Alltag ungemein und stärkt die Lebensqualität, ja häufig sogar die Selbstheilungskräfte nachhaltig. So berichten Frauen wie Männer gleichermaßen, dass sie in der Gruppe lernten, „nein“ zu sagen. Gerade das fällt chronisch Kranken oft schwer. Häufig bestand dieses Problem vor der Erkrankung und führte zur Selbstüberforderung, die durchaus zum Entstehen des Leidens mit beitrug.

Selbsthilfegruppen: eine starke Lobby

Wer ungern mit anderen Menschen über seine Gefühle spricht, hat es in einer Gruppe natürlich schwer. Von einem Neuling erwartet man gewöhnlich nicht, dass er gleich sein Innerstes offenbart. Sie können sich langsam in das Gruppenleben hineinfinden. Oft bieten gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Ausflüge oder Sport eine gute Gelegenheit zum zwanglosen Kennenlernen. Viele Gruppen haben besondere Ansprechpartner für neue Mitglieder. Und Sie müssen nicht alle anderen in der Gruppe „mögen“. Eine Selbsthilfegruppe ist weder ein künstliches Paradies noch ein sozialer Schonraum. Sie hat durchaus Platz für Konflikte und Meinungsverschiedenheiten.

Bedenken Sie: In der Anzahl der Mitglieder einer Gruppe steckt Macht! Tausende Kranke sind eine starke Lobby, wenn es darum geht, sich für Therapiemöglichkeiten oder Rechte bei Krankenkassen und Behörden stark zu machen.

Kontaktmöglichkeiten

Bei häufigen chronischen Leiden wie Diabetes, Rheuma, Migräne, Krebs oder der Parkinson-Krankheit erhalten Sie vom Arzt geeignete Adressen. Bei seelischen Problemen und persönlichen Krisen helfen kirchliche oder kommunale Beratungsstellen sowie die Gesundheitsämter weiter. Zudem haben die großen Selbsthilfeorganisationen eine Internetseite mit örtlichen Ansprechpartnern.

Ansonsten sollten Sie sich an die Nationale Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen NAKOS wenden, die in praktisch jedem Fall Rat weiß. Sollte es in Ihrer Region tatsächlich noch keine passende Gruppe geben, dann unterstützt Sie NAKOS bei der Gründung einer eigenen Gruppe und gibt Tipps zur finanziellen Förderung durch Staat, Sozialversicherungsträger oder private Geldgeber.

Selbsthilfe bei Parkinson

Die Deutsche Parkinson-Vereinigung, eine unabhängige und gemeinnützige Selbsthilfeorganisation, besteht seit 1981 und zählt inzwischen über 19.000 Mitglieder. In den rund 400 Kontaktstellen und regionalen Selbsthilfegruppen treffen sich die Patienten und ihre Angehörigen, tauschen Informationen aus und unterstützen sich gegenseitig.

Die Deutsche Parkinson-Vereinigung vermittelt Adressen von Ärzten oder spezialisierten Krankenhäusern und Kurkliniken, aber auch von wohnortnahen Selbsthilfegruppen. Videos und Tonkassetten für Gymnastik und Sprachübungen sowie Informationsbroschüren können Sie, teilweise kostenlos, dort anfordern. Für weitere Informationen dazu oder für Anforderungen von Informationsmaterial (etwa der Check-Liste zum (Selbst)Te) wenden sich Interessierte an: Deutsche Parkinson Vereinigung e.V., Moselstraße 31, 41464 Neuss, Tel.: 02131 / 41016

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