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Parkinson: Behandlung

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Parkinson-Krankheit

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Bei der Behandlung der Parkinson-Krankheit muss Ihr Arzt für Ihr Krankheitsstadium die richtige Kombination von Medikamenten finden. Nicht jeder Patient reagiert auf dasselbe Medikament gleich. Im weiteren Krankheitsverlauf wird sich die Behandlung wahrscheinlich ändern. Zu Beginn der medikamentösen Therapie verschreibt Ihnen Ihr Arzt wahrscheinlich einen Wirkstoff aus den drei folgenden Medikamentenklassen:

  • Dopaminersatz – Levodopa (z. B. Dopaflex®), ein Medikament, das im Gehirn zu Dopamin umgewandelt wird, war bislang das am häufigsten eingesetzte Medikament zur Behandlung der Parkinson-Krankheit. Es wurde in den sechziger Jahren entwickelt und ermöglichte vielen Menschen, länger unabhängig zu leben, als dies vorher möglich war.

Levodopa wird als Carbidopa-Levodopa-Kombination (Levodopa-Carbi-Azu®) verschrieben. Carbidopa schützt das Levodopa vor dem Abbau im Stoffwechsel, bis es im Gehirn zu Dopamin umgewandelt wird. Carbidopa vermindert ebenfalls Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen, die gelegentlich bei Einnahme von Levodopa auftreten.

Levodopa hilft, Parkinson-Symptome zu reduzieren, insbesondere die Verlangsamung der Bewegung und die Rigidität. Jedoch kann die Wirkung zwischen den eingenommenen Dosen im Laufe der Zeit nachlassen. Das führt zu Schwankungen im Bewegungsablauf: Mal sind die Bewegungen normal und fließend, ein anderes Mal verlangsamt, verbunden mit Zittern oder gar überschießend (Dyskinesien).

Diese Effekte können gelindert werden, indem die Dosis verändert oder andere Medikamente hinzugefügt werden. Außerdem kann eine spezielle Darreichungsform der Carbidopa-Levodopa-Kombination, bei der die Freisetzung kontrolliert verzögert wird (Retard-Form), länger günstige Ergebnisse bringen.

  • Dopamin-Agonisten – Sie können die Wirkung des Dopamins im Gehirn nachahmen und allein oder in Kombination mit Levodopa eingesetzt werden. Oft werden sie im Krankheitsverlauf sehr früh angewandt oder später, wenn die Wirkung des Levodopa nachlässt. Sie sind genauso wirksam wie Levodopa, aber ihre Wirkung hält länger an.Sie sind im Allgemeinen teurer als Levodopa und können Nebenwirkungen wie Paranoia, Halluzinationen oder Benommenheit verursachen.

  • Hemmung des Dopaminabbaus – Diese neueren Medikamente helfen, die Wirkung des Dopamins zu steigern. Dies wird durch die Blockierung von Enzymen bewirkt, die Dopamin im Gehirn inaktivieren. Zu dieser Medikamentenklasse gehören Selegilin (z. B. Deprenyl®), Tolcapon (z. B. Tasmar®) und Entacapon (z. B. Comtess®).

    Selegilin verzögert den Abbau von Dopamin, indem es das Enzym Monoaminooxidase (MAO) Typ B hemmt. Manchmal wird es als einziges Medikament verordnet, bevor mit dem Einsatz von Levodopa begonnen wird. Es kann aber auch in Kombination mit Levodopa gegeben werden.

    Bei manchen Patienten, die Selegilin zusammen mit dem starken Schmerzmittel Meperidin (aus der Klasse der Opoid-Analgetika) eingenommen hatten, sind toxische Wirkungen aufgetreten.Entacapon verstärkt die Wirkung des Dopamins durch die Hemmung des Enzyms Catechol-O-Methyltransferase. Es wird in Kombination mit Levodopa angewandt. Jedoch hat Tolcapon in seltenen Fällen zu Leberversagen geführt.

    Daher ist bei der Einnahme dieses Wirkstoffs eine engmaschige Überwachung der Leberfunktion notwendig. Tolcapon ist in Deutschland nicht mehr zugelassen. Bei der Einnahme von Entecapon ist diese Nebenwirkung nicht beobachtet worden.Daneben gibt es noch Medikamente mit anderen Wirkprinzipien, die aber oft erst im weiteren Krankheitsverlauf sowie in Kombination mit den aufgeführten Medikamenten eingesetzt werden.


Auch eine chirurgische Behandlung ist möglich

Bei Personen, bei denen die Symptome nicht durch Medikamente eingedämmt werden können, kann ein chirurgischer Eingriff erwogen werden:

  • Tiefe Gehirnstimulation – Bei dieser Operationsmethode wird ein dünner Draht in den Thalamus (Sehhügel) eingepflanzt und mit einem elektrischen Stimulator, ähnlich einem Herzschrittmacher, verbunden. Wenn der Stimulator eingeschaltet ist, stoppen die elektrischen Impulse den Tremor auf einer Seite des Körpers. Ein weiterer Vorteil dieses Eingriffs ist, dass dabei kein Hirngewebe zerstört wird.

  • Pallidotomie – Diese Operation wird seit über 50 Jahren durchgeführt. Dabei wird ein Draht in eine tiefe Hirnregion, das so genannte Pallidum eingeführt. Durch Erhitzung der Drahtspitze wird das umgebende Gewebe zerstört. Dieser Eingriff vermindert das Zittern. Er kann eventuell auch andere Symptome der Parkinson-Krankheit lindern.

Weitere Behandlungsformen werden entwickelt und erprobt

Die Wissenschaft konzentriert sich darauf, neue Wege zur Behandlung und möglicherweise zur Heilung der Parkinson-Krankheit zu finden. Bei einer Methode, die zurzeit erprobt wird, wird fötales Nervengewebe eingepflanzt, um verloren gegangene Dopaminnervenfasern zu ersetzen.

Dies wirft ethische Fragen auf. Die Versuchsergebnisse waren zudem nicht eindeutig.

Eine weitere Methode bedient sich der Einpflanzung eines Gens in die betroffene Hirnregion, um den Verlust an Dopamin und Dopamin produzierender Zellen zu ersetzen.

Eine erfolgreiche Behandlung am Menschen mittels beider Methoden ist bislang nicht bewiesen.

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