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Nervenbotenstoffe: So aktivieren Sie Ihre körpereigenen Glücksdrogen

Glück ist heute käuflich geworden. Sie erhalten es in jeder Apotheke, in Pillen- und Tropfenform: gegen Depressio

Baby© Maksim Bukovski - Fotolia
nen und Antriebslosigkeit, gegen Schmerzen, für Euphorie, guten Schlaf, bessere Konzentration, gegen Vergessen und Angst. Warum aber Ihrem Körper ins Handwerk pfuschen mit Tabletten, die Sie abhängig machen können? Sie tragen in sich selbst den Schlüssel, um solche Emotionen herbeizurufen – ich zeige Ihnen, wie einfach das geht.

In Amerika ist es heute ganz normal, eine Pille gegen schlechte Laune, eine fürs Wachwerden und eine fürs Einschlafen zu nehmen. Alles Gefühle, die Ihr Körper eigentlich selbst erzeugen kann. Das funktioniert durch körpereigene Botenstoffe. Diese haben die Aufgabe, Informationen von Nerv zu Nerv weiterzugeben. Sie sind dafür verantwortlich, dass Sie Glück und Schmerz empfinden, gut schlafen und glasklar denken können.

Nach und nach haben schlaue Wissenschaftler entdeckt, dass man all diese wichtigen Botenstoffe im Labor nachbauen und in bunte Pillen packen kann. All die Beruhigungsmittel, Aufputschtabletten, Schmerzmittel und Psychopharmaka wirken wie Ihre körpereigenen Botenstoffe. Sie setzen sich an die Synapsen im Gehirn. Opium zum Beispiel, das auch als Schmerzmittel verwendet wird, setzt sich an die gleichen Synapsen wie Endorphine. Auch diese körpereigenen Stoffe haben die Fähigkeit, Schmerzen zu stillen.

Antidepressiva, so genannte Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, blockieren die Rezeptoren für Serotonin. Dadurch bleibt der körpereigene Botenstoff länger im synaptischen Spalt und kann für gute Laune sorgen.

Tabletten sind so praktisch – aber häufig auch gefährlich

 Es ist ja so praktisch, quasi auf Knopfdruck gute Laune zu haben und zu funktionieren. Viel einfacher zumindest, als selbst aktiv zu werden und die körpereigenen Botenstoffe zu locken.

Vor zwei Punkten möchte ich Sie allerdings warnen: Pillen sind immer Standard-Präparate mit einem festgesetzten Wirkstoffgehalt. Natürlich wird man versuchen, die für Sie passende Dosis herauszufinden – das ist allerdings ein sehr langwieriger Prozess. Das Ergebnis kann für Sie nie das Optimum sein, sondern nur akzeptabel im Rahmen der Möglichkeiten. Die Medikamentendosis kann für Sie je nach Ihrer Tagesform mal zu hoch oder zu niedrig sein.

Die zweite Gefahr ist die mögliche Abhängigkeit: Wenn Sie Ihre Botenstoffe durch Tabletten zu sich nehmen, hat Ihr Körper verlernt, selbst ausreichend Botenstoffe herzustellen. Falls Sie Ihre Tablette nun mal an einem Tag vergessen sollten oder sie in Eigenregie abrupt absetzen, entsteht ein Ungleichgewicht der Botenstoffe in Ihrem Körper. Es kann zu Entzugserscheinungen kommen wie Zittern, Konzentrationsschwäche, epileptische Anfälle bis hin zu Wahrnehmungsstörungen und schweren Krampfzuständen, je nach Medikament.

Sie sehen, ich bin kein Anhänger von künstlichen Botenstoffen in Pillenform. Denn nur Ihr Körper selbst ist in der Lage, die für Sie nötigen Botenstoffe in der richtigen Menge zur richtigen Zeit herzustellen und damit auch für das richtige Zusammenspiel der Botenstoffe untereinander zu garantieren – und das ganz ohne Nebenwirkungen.

So aktivieren Sie Ihre körpereigenen Glücksdrogen

 Treiben Sie Ihren Körper daher dazu an, die wichtigen Botenstoffe in ausreichendem Maße selbst zu produzieren. Dann sind Sie zur richtigen Zeit glücklich, kreativ, wach oder auch entspannt.

  • Noradrenalin ist der Botenstoff für Kreativität und gutes Denken. Er fehlt Ihnen vor allem dann, wenn Sie unter großem Stress stehen. Stattdessen herrschen Adrenalin und Cortisol in Ihrem Körper vor, Sie sind auf Angst und/oder Flucht programmiert. Jegliche Kreativität wird im Keim erstickt. Was Sie brauchen, ist die optimale Dosis Stress, eine Herausforderung, die Sie nicht überfordert. Nur dann wird genügend Noradrenalin ausgeschüttet: Sie werden wach und kreativ. Ihr Leistungvermögen wird gesteigert und Ihr Denkvermögen angeregt. Um Ihre eigene Produktion von Noradrenalin anzuregen und aus dem „Zu-viel-Stress-Zustand“ herunterzuschalten, müssen Sie aktiv werden. Sie müssen also in Bewegung kommen – und dafür reicht der Weg vom Sofa zum Auto nicht aus. Hier kann Ihnen nur Sport helfen. Laufen Sie dreimal pro Woche 30 Minuten. Sie können jedoch auch walken oder Rad fahren.
  • Dopamin wird aus der Aminosäure Dopa gebildet und regt Ihre Kreativität an. Es wird in Ihrem Kopf produziert, genau an der Stelle, wo das Zentrum für Feinmotorik liegt. Dopamin macht Sie wach, aber auch fantasievoll, kreativ und regt Sie sexuell an. Wenn Sie dieses Hormon locken wollen, müssen Sie Ihre Feinmotorik sensibilisieren. Das können Sie zum Beispiel mit Jonglieren (eine Anleitung dazu finden Sie in Ausgabe Februar 2006.) Aber auch Zeichnen beansprucht Ihre Feinmotorik, genauso wie Musizieren mit Instrumenten, Basteln oder handwerkliche Tätigkeiten.
  • Endorphine verschaffen Ihnen Inspiration, Gedankenblitze und gute Ideen. Sie entstehen aber nur, wenn Sie entspannt sind und keinen negativen Stress verspüren. Die Bildung von Endorphinen können Sie einerseits wieder durch Ausdauertraining anregen: mindestens 3-mal wöchentlich 30 Minuten. Aber auch Ihre Lieblingsmusik regt Ihre Endorphine an, genauso wie Meditation. Eine Anleitung zum Meditieren, wie Sie sich in den Alpha-Zustand versetzen, habe ich Ihnen in der Ausgabe März 2005 gegeben.
  • Acetylcholin ist der Schlüssel zu Ihrer Erinnerung. Es ist dafür verantwortlich, dass Informationen im Gehirn gespeichert werden. Fehlt es, kommt es im schlimmsten Fall zu Alzheimer. Darüber hinaus schärft es Ihre Wahrnehmung und wirkt auch an der Stelle im Gehirn, wo sich Ihre Gedanken bilden. Acetylcholin können Sie durch Ihre Nahrung anregen. Setzen Sie Eier, Erdnüsse, Hafer oder Sojabohnen auf Ihren Speiseplan – und Sie halten Ihr Gehirn fit.

In Amerika ist es heute ganz normal, eine Pille gegen schlechte Laune, eine fürs Wachwerden und eine fürs Einschlafen zu nehmen. Alles Gefühle, die Ihr Körper eigentlich selbst erzeugen kann. Das funktioniert durch körpereigene Botenstoffe. Diese haben die Aufgabe, Informationen von Nerv zu Nerv weiterzugeben. Sie sind dafür verantwortlich, dass Sie Glück und Schmerz empfinden, gut schlafen und glasklar denken können.

Nach und nach haben schlaue Wissenschaftler entdeckt, dass man all diese wichtigen Botenstoffe im Labor nachbauen und in bunte Pillen packen kann. All die Beruhigungsmittel, Aufputschtabletten, Schmerzmittel und Psychopharmaka wirken wie Ihre körpereigenen Botenstoffe. Sie setzen sich an die Synapsen im Gehirn. Opium zum Beispiel, das auch als Schmerzmittel verwendet wird, setzt sich an die gleichen Synapsen wie Endorphine. Auch diese körpereigenen Stoffe haben die Fähigkeit, Schmerzen zu stillen.

Antidepressiva, so genannte Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, blockieren die Rezeptoren für Serotonin. Dadurch bleibt der körpereigene Botenstoff länger im synaptischen Spalt und kann für gute Laune sorgen.

Tabletten sind so praktisch – aber häufig auch gefährlich

 Es ist ja so praktisch, quasi auf Knopfdruck gute Laune zu haben und zu funktionieren. Viel einfacher zumindest, als selbst aktiv zu werden und die körpereigenen Botenstoffe zu locken.

Vor zwei Punkten möchte ich Sie allerdings warnen: Pillen sind immer Standard-Präparate mit einem festgesetzten Wirkstoffgehalt. Natürlich wird man versuchen, die für Sie passende Dosis herauszufinden – das ist allerdings ein sehr langwieriger Prozess. Das Ergebnis kann für Sie nie das Optimum sein, sondern nur akzeptabel im Rahmen der Möglichkeiten. Die Medikamentendosis kann für Sie je nach Ihrer Tagesform mal zu hoch oder zu niedrig sein.

Die zweite Gefahr ist die mögliche Abhängigkeit: Wenn Sie Ihre Botenstoffe durch Tabletten zu sich nehmen, hat Ihr Körper verlernt, selbst ausreichend Botenstoffe herzustellen. Falls Sie Ihre Tablette nun mal an einem Tag vergessen sollten oder sie in Eigenregie abrupt absetzen, entsteht ein Ungleichgewicht der Botenstoffe in Ihrem Körper. Es kann zu Entzugserscheinungen kommen wie Zittern, Konzentrationsschwäche, epileptische Anfälle bis hin zu Wahrnehmungsstörungen und schweren Krampfzuständen, je nach Medikament.

Sie sehen, ich bin kein Anhänger von künstlichen Botenstoffen in Pillenform. Denn nur Ihr Körper selbst ist in der Lage, die für Sie nötigen Botenstoffe in der richtigen Menge zur richtigen Zeit herzustellen und damit auch für das richtige Zusammenspiel der Botenstoffe untereinander zu garantieren – und das ganz ohne Nebenwirkungen.

So aktivieren Sie Ihre körpereigenen Glücksdrogen

 Treiben Sie Ihren Körper daher dazu an, die wichtigen Botenstoffe in ausreichendem Maße selbst zu produzieren. Dann sind Sie zur richtigen Zeit glücklich, kreativ, wach oder auch entspannt.

  • Noradrenalin ist der Botenstoff für Kreativität und gutes Denken. Er fehlt Ihnen vor allem dann, wenn Sie unter großem Stress stehen. Stattdessen herrschen Adrenalin und Cortisol in Ihrem Körper vor, Sie sind auf Angst und/oder Flucht programmiert. Jegliche Kreativität wird im Keim erstickt. Was Sie brauchen, ist die optimale Dosis Stress, eine Herausforderung, die Sie nicht überfordert. Nur dann wird genügend Noradrenalin ausgeschüttet: Sie werden wach und kreativ. Ihr Leistungvermögen wird gesteigert und Ihr Denkvermögen angeregt. Um Ihre eigene Produktion von Noradrenalin anzuregen und aus dem „Zu-viel-Stress-Zustand“ herunterzuschalten, müssen Sie aktiv werden. Sie müssen also in Bewegung kommen – und dafür reicht der Weg vom Sofa zum Auto nicht aus. Hier kann Ihnen nur Sport helfen. Laufen Sie dreimal pro Woche 30 Minuten. Sie können jedoch auch walken oder Rad fahren.
  • Dopamin wird aus der Aminosäure Dopa gebildet und regt Ihre Kreativität an. Es wird in Ihrem Kopf produziert, genau an der Stelle, wo das Zentrum für Feinmotorik liegt. Dopamin macht Sie wach, aber auch fantasievoll, kreativ und regt Sie sexuell an. Wenn Sie dieses Hormon locken wollen, müssen Sie Ihre Feinmotorik sensibilisieren. Das können Sie zum Beispiel mit Jonglieren (eine Anleitung dazu finden Sie in Ausgabe Februar 2006.) Aber auch Zeichnen beansprucht Ihre Feinmotorik, genauso wie Musizieren mit Instrumenten, Basteln oder handwerkliche Tätigkeiten.
  • Endorphine verschaffen Ihnen Inspiration, Gedankenblitze und gute Ideen. Sie entstehen aber nur, wenn Sie entspannt sind und keinen negativen Stress verspüren. Die Bildung von Endorphinen können Sie einerseits wieder durch Ausdauertraining anregen: mindestens 3-mal wöchentlich 30 Minuten. Aber auch Ihre Lieblingsmusik regt Ihre Endorphine an, genauso wie Meditation. Eine Anleitung zum Meditieren, wie Sie sich in den Alpha-Zustand versetzen, habe ich Ihnen in der Ausgabe März 2005 gegeben.
  • Acetylcholin ist der Schlüssel zu Ihrer Erinnerung. Es ist dafür verantwortlich, dass Informationen im Gehirn gespeichert werden. Fehlt es, kommt es im schlimmsten Fall zu Alzheimer. Darüber hinaus schärft es Ihre Wahrnehmung und wirkt auch an der Stelle im Gehirn, wo sich Ihre Gedanken bilden. Acetylcholin können Sie durch Ihre Nahrung anregen. Setzen Sie Eier, Erdnüsse, Hafer oder Sojabohnen auf Ihren Speiseplan – und Sie halten Ihr Gehirn fit.
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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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