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Hanfwirkstoff löst Krämpfe

Die für die schmerzstillende und berauschende Wirkung von Hanf (Cannabis sativa) verantwortliche Substanz Tetrahydrocannabiol (THC) blockiert schlafende Viren im menschlichen Körper. Das fand ein Forscherteam unter der Leitung von Dr. Maria M. Medveczky an der Universität Tampa in Florida heraus.

Hanf blockiert schlafende Erreger

Wie das britische Forschungsmagazin BMC Medicine im September 2004 berichtete, hemmt THC die Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus (Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers). Dieses Virus aus der Gruppe der gefährlichen Gamma-Herpes-Viren nistet sich nach der Erstinfektion in Zellen der Immunabwehr (B-Lymphozyten) ein und schwächt sie. Zahlreiche neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass das Virus auf diese Weise zur Entstehung der Multiplen Sklerose beiträgt.

Das Team aus fünf Mikrobiologen stellte bei seinen intensiven Untersuchungen an menschlichen Zellkulturen fest, dass der Hanfwirkstoff gezielt die Vermehrung des Epstein-Barr-Virus sowie anderer krebserregender Viren aus der Herpes-Familie hemmt. Diese Erkenntnisse nutzt man nun umgehend zur Entwicklung spezifischer Arzneimittel. In der Therapie der Multiplen Sklerose setzen die Ärzte Hanfpräparate bereits jetzt ein – teilweise mit guten Erfolgen.

Hanfwirkstoff löst MS-Krämpfe

Kleine Studien lieferten bereits erste Hinweise auf die Wirksamkeit von Hanfpräparaten bei Multipler Sklerose. Nun belegte eine große Untersuchung an 500 Patienten mit der progressiven Form dieser Nervendegeneration eindeutig: Der Hanfwirkstoff Delta-9-THC löst die gefürchteten Muskelkrämpfe, senkt Schmerzen und verbessert so den Schlaf der Patienten. Zu diesem Thema erschien im Februar 2006 ein Bericht in der Fachzeitschrift Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry. Dieser handelte von einer Studie von Neurologen der Medizinischen Hochschule in Plymouth (Großbritannien). Sie verabreichten den Probanden entweder 14 Wochen lang den künstlich hergestellten Hanfwirkstoff, natürliche Hanfpräparate oder ein Placebo.

Noch ein Jahr später konnte man die positive Wirkung aller Hanfmittel (Cannabioide) nachweisen, erläuterte der leitende Neurologe Dr. John Zajicek. Nach dem im Januar 2006 veröffentlichten „Hanf-Urteil“ des Bundesverwaltungsgerichts erhalten Sie als Patient beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn eine Ausnahmegenehmigung zur medizinischen Anwendung ansonsten illegaler Cannabisprodukte. Dazu stellt Ihr Arzt direkt beim Institut eine Ausnahmegenehmigung nach § 3 des Betäubungsmittelgesetzes.

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