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Multiple Sklerose: Die richtige Ernährung kann Ihre Beschwerden lindern

Lachs_mit_Spinat© jurajkovac - Fotolia
Multiple Sklerose (MS) gilt heute immer noch als eine der Erkrankungen, bei denen eine Heilung unmöglich ist.

Betroffene sind in vielen Fällen irgendwann im Verlauf der Erkrankung auf einen Rollstuhl angewiesen und müssen große Mengen starker Medikamente einnehmen.

Es gibt jedoch Möglichkeiten, die Beschwerden der MS zu lindern und ihren Verlauf zu verlangsamen: durch die richtige Ernährung.

Welche Lebensmittel hierzu gehören, erkläre ich Ihnen im folgenden Beitrag.

Bei Multipler Sklerose handelt es sich um eine neurologische Erkrankung. Die Theorie, dass bestimmte Lebensmittel sich positiv auf diese Erkrankung auswirken können, stammt daher, dass sie die Kraftwerke der Zellen anregen sollen.

Diese sogenannten Mitochondrien sollen durch die richtige Ernährung zu einer gesteigerten Energieproduktion „animiert“ werden.

 Zwar ist die positive Auswirkung der Ernährung auf den Verlauf der MS bisher in Studien immer noch nicht nachgewiesen.

Das liegt aber auch daran, dass es sich bei diesem Thema wieder um ein Studienobjekt handelt, an dem niemand etwas verdienen kann.

Denn Medikamente für MS bringen den Pharma-Unternehmen viel Geld – im Gegensatz zur einfachen Ernährungsumstellung.

Ernähren Sie sich so frisch wie möglich

Wichtig ist, dass Sie sich so ausgewogen wie möglich ernähren. Zudem sollten Sie die genannten Lebensmittel so frisch wie nur möglich zu sich nehmen – denn es ist wichtig, dass Sie die enthaltenen Nährstoffe in großer Menge zuführen.

Lagerung würde diese ­abbauen oder zerstören. Als Alternative sind Nahrungsergänzungsmittel zu empfehlen, wenn Sie die Lebensmittel nicht frisch bzw. regional kaufen können. ­

Allerdings sollten Sie deren Einnahme und Dosierung mit Ihrem Arzt besprechen – besonders dann, wenn Sie einen Blutverdünner zu sich nehmen.Grundsätzlich meiden sollten Sie zuckerhaltige oder auch verarbeitete Lebensmittel.

Die liefern Ihnen nur Kalo­rien, aber keine Nährstoffe, die sich positiv auf Ihre ­Erkrankung auswirken.

Ernährungsempfehlungen für MS-Kranke

  • Essen Sie vor allem ausgewogen und nicht einseitig.
  • Bereiten Sie sich viel frische vitaminund vitalstoffreiche Speisen zu.
  • Vermeiden Sie ein Zuviel an Kalorien.
  • Halten Sie Ihr Gewicht einigermaßen im Rahmen, das entlastet Bänder und Gelenke.
  • Schränken Sie Ihren Fettverzehr ein, meiden Sie vor allem tierische und gehärtete Fette. Schränken Sie Ihren Fleischkonsum ein. Machen Sie einen Bogen um fette Fleisch- und Wurstwaren, Sahne, Crème fraîche, Backwaren, Süßspeisen etc.
  • Verwenden Sie qualitativ hochwertige pflanzliche Öle.
  • Legen Sie Ihr Hauptaugenmerk auf pflanzliche Kost.
  • Essen Sie viel Getreideprodukte aus Vollkorn.
  • Halten Sie sich an die Regel „Five a Day“ – und essen Sie mindestens fünfmal am Tag Obst und Gemüse.
  • Essen Sie viel Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Soja.
  • Essen Sie ausreichend Fisch, damit Sie genügend Omega-3-Fettsäuren bekommen. Falls Sie keinen Fisch mögen, besorgen Sie sich Omega-3-Kapseln in der Apotheke.
  • Bei Milch und Milchprodukten darf‘s ruhig fettarm sein. Ansonsten sollten Sie jedoch nicht darauf verzichten.
  • Halten Sie Ihre Verdauung auf Trab.

Diese 5 Lebensmittel können sich positiv auf Ihre MS auswirken

  1. Schwefelhaltiges Gemüse: Weißkohl, Grünkohl und andere Kohlarten sollten hier Ihre Lebensmittel erster Wahl sein. Denn sie liefern, genau wie Spargel, große Mengen an Schwefel. Dieser wird im Körper (neben anderen Stoffen) zu sogenannter Gamma-Aminobuttersäure umgewandelt. Dabei handelt es sich um einen Botenstoff, der einen zu frühen Verfall der Gehirnzellen verhindert. So nehmen Sie genügend Schwefel zu sich: Sie sollten dreimal täglich Gemüse verzehren – die Portionsgröße sollte ungefähr der Größe einer Tasse entsprechen. Eine Portion sollte schwefelhaltig sein. Alternativ können Sie auch zu Beerenobst greifen, das Sie gerade jetzt noch frisch, später dann tief­gefroren kaufen können.
  2. Coenzym Q10: Als potenzielle Auslöser von MS gelten unter anderem ­Umweltgifte. Reinigungsmittel, Quecksilber und auch Pflanzenschutzmittel können zum Ausbruch der Erkrankung führen, aber auch zu Demenz und Parkinson. Ein Mittel gegen diese Schadstoffe ist das Coenzym Q10, auch als ­Ubichinon bezeichnet. Es handelt sich dabei um einen Stoff, der den Vitaminen zugeordnet ist, aber eigentlich nur vitaminähnlich ist. Coenzym Q10 hat die Fähigkeit, die schädliche Wirkung der Gifte zu unterdrücken, indem es die zelleigene Energieproduktion erhöht. Der Körper kann diesen Stoff selbst herstellen. Leider lässt die produzierte Menge im Alter nach. Und wenn Sie Statine nehmen, verringert sich außerdem die körpereigene Produktion. So nehmen Sie genügend Coenzym Q10 zu sich: Dieser Stoff ist in tierischen Quellen vorhanden – daher sollte einmal pro Woche Fleisch bei Ihnen auf dem Speiseplan stehen. Ich rate Ihnen dabei, zu Biofleisch zu greifen. Essen Sie kein Fleisch oder wollen bzw. dürfen Sie es nicht verzehren, können Sie alternativ auch zu Fisch greifen. Gute Quellen sind Sardinen, Heringe und Regenbogenforellen. Zudem gibt es auch Coenzym- Q10-haltige Nahrungsergänzungsmittel. Sie erhalten sie in der Drogerie oder Apotheke – die Kapseln liefern pro Stück 30 mg Q10 und kosten rund 10 € für 30 Stück.
  3. Omega-3-Fett­säuren: Diese Fett­säuren haben viel­fältige Wirkungen im Körper. Die bekannteste ist der Herzschutz. Nicht so bekannt ist, dass der Körper aus ihnen auch die Myelin-Scheiden herstellt. Sie umhüllen die Nerven von Gehirn und Rückenmark. Myelin ist zudem in der Lage, Schäden, die durch die MS ausgelöst wurden, wieder zu reparieren. Zudem wirken sich die Fettsäuren auch positiv auf andere chronische Erkrankungen aus: Sie beugen Depressionenvor. So nehmen Sie genügend Omega-3-Fettsäuren zu sich: In fetten ­Kaltwasserfischen sind Omega-3-Fettsäuren von Natur aus enthalten. Gerade Lachs und Sardinen, aber auch Makrelen sind reich an diesen Fetten. Daher sollten Sie durchaus dreimal pro Woche Fisch verzehren. Mögen Sie keinen Fisch oder haben Sie keine Möglichkeit, ihn zu kaufen, können Sie auch zu Fischölkapseln greifen. Achten Sie darauf, dass sie mindestens 500 mg pro Kapsel enthalten, denn Sie sollten zwischen 2.000 und 3.000 mg pro Tag zu sich nehmen. Entsprechende Kapseln können Sie zum Beispiel von Abtei erwerben – 85 Stück kosten rund 5 €.
  4. Tang oder Algen: Bei uns haben sich weder Tang noch Algen bisher richtig durchgesetzt, im Gegensatz zu den asiatischen Ländern, wo sie regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Dabei ist beides zu empfehlen. Tang und Algen haben die Fähigkeit, giftige Schwermetalle im Verdauungstrakt des Körpers zu binden und so für ihren Abtransport zu sorgen, bevor sie schädliche Wirkungen entfalten können. So nehmen Sie genügend Algen bzw. Tang zu sich: Sie erhalten getrocknete Algen in Biosupermärkten und können diese zum Beispiel nutzen, um Suppen zu ver­feinern. Alternativ gibt es Tang und Algen auch als Nahrungsergänzungsmittel. Ein Hersteller ist Aalborg Pharma. 60 Kapseln kosten rund 10 €. Ihre Tagesdosis sollte 500 mg betragen. Greifen Sie zu Algenpulver statt zu Algentabletten, liegt die empfohlene Tagesdosis bei 1.500 bis 2.000 mg Algen­extrakt. Denken Sie daran, Ihren Arzt zu fragen, ob ­Algenpräparate bzw. der Verzehr von getrockneten Algen für Sie infrage kommen, wenn Sie unter Schilddrüsen­problemen leiden.
  5. Grüner Tee: Diese Teesorte ist reich an Quercetin. Dabei handelt es sich um einen speziellen Wirkstoff, der in der Lage ist, entzündliche Prozesse im Körper zu stoppen. Außerdem verändert grüner Tee die Struktur fettlöslicher Gifte. So werden die im Körper gesammelten Gifte schneller vom Körper abtransportiert und ausgeleitet. So nehmen Sie genügend grünen Tee zu sich: Sie sollten jeden Tag drei bis fünf Tassen davon trinken. Achten Sie darauf, dass Sie möglichst den sogenannten Matcha-Tee kaufen. Hierbei handelt es sich um einen asiatischen Tee, der in sehr feiner Pulverform verkauft wird. Sie erhalten ihn in Teeläden: Kaufen Sie ihn am besten dort. 50 Gramm des Tees kos­ten 8 bis 10 €. Hier wird man Ihnen auch erklären, wie Sie den Tee am besten zubereiten. Verzichten Sie auf einen Einkauf dieses Tees in Asia-Shops. Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Qualität oft nicht dem Standard entspricht und die Ware durchaus mit Giftstoffen ­belastet sein kann. Diese wiederum können Ihrer Gesundheit schwer schaden.

Hanf blockiert schlafende Erreger

Wie das britische Forschungsmagazin BMC Medicine im September 2004 berichtete, hemmt THC die Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus (Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers).

Dieses Virus aus der Gruppe der gefährlichen Gamma-Herpes-Viren nistet sich nach der Erstinfektion in Zellen der Immunabwehr (B-Lymphozyten) ein und schwächt sie.

Zahlreiche neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass das Virus auf diese Weise zur Entstehung der Multiplen Sklerose beiträgt.

Das Team aus fünf Mikrobiologen stellte bei seinen intensiven Untersuchungen an menschlichen Zellkulturen fest, dass der Hanfwirkstoff gezielt die Vermehrung des Epstein-Barr-Virus sowie anderer krebserregender Viren aus der Herpes-Familie hemmt.

Diese Erkenntnisse nutzt man nun umgehend zur Entwicklung spezifischer Arzneimittel. In der Therapie der Multiplen Sklerose setzen die Ärzte Hanfpräparate bereits jetzt ein – teilweise mit guten Erfolgen.

Hanfwirkstoff löst MS-Krämpfe

Kleine Studien lieferten bereits erste Hinweise auf die Wirksamkeit von Hanfpräparaten bei Multipler Sklerose.

Nun belegte eine große Untersuchung an 500 Patienten mit der progressiven Form dieser Nervendegeneration eindeutig: Der Hanfwirkstoff Delta-9-THC löst die gefürchteten Muskelkrämpfe, senkt Schmerzen und verbessert so den Schlaf der Patienten.

Zu diesem Thema erschien im Februar 2006 ein Bericht in der Fachzeitschrift Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry.

Dieser handelte von einer Studie von Neurologen der Medizinischen Hochschule in Plymouth (Großbritannien). Sie verabreichten den Probanden entweder 14 Wochen lang den künstlich hergestellten Hanfwirkstoff, natürliche Hanfpräparate oder ein Placebo.

Noch ein Jahr später konnte man die positive Wirkung aller Hanfmittel (Cannabioide) nachweisen, erläuterte der leitende Neurologe Dr. John Zajicek.

Nach dem im Januar 2006 veröffentlichten „Hanf-Urteil“ des Bundesverwaltungsgerichts erhalten Sie als Patient beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn eine Ausnahmegenehmigung zur medizinischen Anwendung ansonsten illegaler Cannabisprodukte.

Dazu stellt Ihr Arzt direkt beim Institut eine Ausnahmegenehmigung nach § 3 des Betäubungsmittelgesetzes.

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Dr. Michael Spitzbart
Über den Autor Dr. med. Michael Spitzbart

Dies ist das Profil von Dr. med. Michael Spitzbart, dem Chefredakteur von "Dr. Spitzbart´s Gesundheits-Praxis". Hier gibt‘s alle Infos.

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