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Darmbakterien wahrscheinlich Auslöser von Multipler Sklerose

Was ist der Auslöser von Multipler Sklerose (MS)? Nach diesem suchen Wissenschaftler schon lange. Bekannt war bisher, dass die Krankheit sowohl auf genetischen Ursachen als auch auf Umweltfaktoren beruhen kann. Forscher des Max-Plank-Instituts für Neurologie haben nun herausgefunden, dass eigentlich nützliche Darmbakterien der Auslöser sein können. Bei Menschen, die genetisch vorbelastet sind, können diese Bakterien dazu führen, dass es zu einer zu starken Reaktion des Immunsystems kommt. Daraufhin schädigt das Abwehrsystem die Nerven, wodurch es zu MS kommt.

Gentechnisch veränderte Mäuse halfen den Wissenschaftlern, zu dieser Erkenntnis zu kommen. Auch bei Mäusen kommt es zu den Entzündungsreaktionen, die bei MS beim Menschen auftreten. Mäuse, die in keimfreier Umgebung groß wurden, blieben gesund. Wenn diese Tiere mit ganz normalen Mikroorganismen geimpft wurden, entwickelten auch sie MS.

Noch wissen die Forscher nicht, welche Bakterien für den Krankheits-Ausbruch verantwortlich sind. Daher soll nun die Darmflora von gesunden und erkrankten Menschen untersucht werden, um hier vorhandene Unterschiede herauszufinden.

Die Wissenschaftler gehen aufgrund ihrer Erkenntnisse auch davon aus, dass die Ernährung ebenfalls das Entstehen von MS beeinflussen kann. Denn die Ernährung bestimmt, wie unser Darm besiedelt ist. So könnte sich auch erklären lassen, warum es in den asiatischen Ländern zu einem starken Anstieg der MS-Erkrankungen in den letzten Jahren gekommen ist. Hier hat sich in der jüngsten Vergangenheit die Ernährung stark verändert.

Auch wurde durch die Untersuchung klar, wie die Darmflora genau zum Ausbruch der MS führen kann. Grund ist wahrscheinlich, dass das Immunsystem in zwei Stufen aktiv wird. Erst kommt es zur Aktivität der T-Zellen in den Lymphgefäßen des Darms. Diese vermehren sich daraufhin.Hieran könnten, so die Wissenschaftler, Clostridien schuld sein, die zur gesunden Darmflora gehören. Sie kommen oft in Kontakt mit der Darmwand – dieser könnte bei genetisch belasteten Menschen zur Aktivierung der T-Zellen führen. Durch diese werden Körperreaktionen verursacht, die dann zu den Entzündungen im Gehirn führen, durch die es zu den Nervenschäden kommt.

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Dr. Martina Hahn-Hübner
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