Migräne: Was verbirgt sich dahinter?
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Migräne plagt die Menschheit – vor allem die Frauen – seit urdenklichen Zeiten. Ihr Name leitet sich von der Bezeichnung ab, die im 2. Jahrhundert der griechisch-römische Arzt Galen dem Krankheitsbild gab: „Hemikranie“ – halbseitiger Kopfschmerz.
Im Gegensatz zu den Karikaturen der vergangenen Jahrhundertwende – die herablassend die „Madame“ leidend auf dem Sofa zeigten, wo sie frustriert „ihre Migräne nahm“, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken – zieht sich die Migräne als ein echtes Leiden durch alle sozialen Schichten; sie befällt beide Geschlechter und sogar Kinder. Obwohl bei Migräne die Hormone eine wichtige Rolle spielen, kann es also an ihnen allein nicht liegen. Aber das weibliche Geschlecht ist mit ca. 18 Prozent aller Frauen zwei- bis dreimal so häufig betroffen wie das männliche. Jede dritte Migränikerin ist während eines Anfalls einen oder mehrere Tage arbeitsunfähig.
Zum ersten Mal setzen die Attacken oft in oder nach der Pubertät ein, um nach der Menopause ebenso unvermittelt zu verschwinden. Sie können aber auch nach den Wechseljahren erstmalig auftreten. Die Varianten der Auftrittsmuster sind vielfältig. Sie haben aber eines gemeinsam: Medizinisch lässt sich eine Migräne nicht heilen, nur lindern. Während etwa jeder zweite männliche Betroffene erst gar nicht zum Arzt geht, sind Frauen eher bereit, etwas dagegen zu tun. Aber auch von ihnen geben viele nach einigen Arztbesuchen resigniert auf. Sie versuchen, mit freiverkäuflichen Schmerzmitteln die Leidenszeiten zu überdauern, und nehmen in Kauf, dass diese Magen- oder Nierenschäden sowie fast zwangsläufig eine Medikamentenabhängigkeit mit sich bringen. Es gibt aber viele andere Möglichkeiten der Schmerzlinderung.
Vor der eigentlichen Kopfschmerzphase erleben 10 bis 15 Prozent der Migränikerinnen eine Phase der Aura. Es handelt sich dabei meist um visuelle (das Sehen betreffende) Phänomene: In der linken oder rechten Hälfte des Gesichtsfeldes können Sehstörungen oder Flimmererscheinungen auftreten: Manche Frauen sehen nur verschwommene Teile, manche Zickzacklinien, andere sehen Flecken, die wandern oder wachsen (Skotome). Einige Frauen leiden an Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, andere sogar unter kurzzeitigen Sprachstörungen. Der Migränekopfschmerz entwickelt sich sofort nach der Auraphase.