MenüMenü

Migräne bleibt oft unerkannt: Symptome und Vorboten

Millionen Deutsche leiden unter quälenden Kopfschmerzen. Trotzdem wissen viele Betroffene nicht, dass eine Migräne die Ursache ihrer Qual ist.

Leiden Sie unter dem Gewitter im Kopf?

Laut Definition der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft ist die Migräne ein anfallsartiger (episodischer) Kopfschmerz von 4 bis 72 Stunden Dauer. Typisch für diese Art von Kopfschmerz sind mindestens zwei der folgenden Kriterien. Die typischen Schmerzen

  • treten einseitig auf
  • weisen pulsierenden Charakter auf
  • sind von mittlerer oder starker Intensität
  • verstärken sich durch körperliche Routineaktivitäten

Der Schmerz kann vom Nacken her aufsteigen oder in der Schläfe hinter einem Auge beginnen. Typischerweise wird die Attacke begleitet von Übelkeit, Erbrechen und schmerzhafter Lichtempfindlichkeit. Diese vegetativen (vom Willen nicht beeinflussbaren) Symptome treten aber nicht bei allen Migränikern auf.

Machen Sie den Test!

Leiden Sie wirklich unter Migräne oder plagen Sie vielleicht doch nur Spannungskopfschmerzen? Die richtige Diagnose ist die Basis für eine wirksame Behandlung. Echte Migräne spüren Sie einfach durch den Kopfschütteltest auf.

  1. Wenn der Kopfschmerz einsetzt, lassen Sie den Kopf locker nach vorne hängen.
  2. Schütteln Sie Ihren Kopf ein paar Mal hin und her.
  3. Wird Ihr Kopfschmerz durch das Schütteln stärker, leiden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit unter Migräne. Der Grund: Nur diese Kopfschmerzen verschlimmern sich durch diese Bewegung.

So kündigt sich eine Migräne an

Etwa jeder dritte Betroffene spürt bis zu zwei Tage vor Beginn einer Attacke, was (wieder) auf ihn zukommt. Vorboten (Prodromalsymptome) können sein:

  • Heißhunger auf bestimmte Speisen (Süßigkeiten)
  • seelische Verstimmung / Müdigkeit    oder
  • verstärkte Aktivität bis zur Hektik

Dies sind alles Hinweise auf eine nahende Attacke, aber niemals die Ursachen. Die Vorboten zu erkennen, ist für Betroffene besonders wichtig. Jetzt können Sie noch etwas unternehmen, beispielsweise ein leichteres Schmerzmittel als sonst einnehmen, das im Vorstadium besser wirkt und deshalb sparsamer eingesetzt werden kann. Oder Sie können andere Hilfsmaßnahmen ergreifen, um den drohenden Anfall abzukürzen (kupieren) und abzuschwächen. Die wirksamste Maßnahme gegen eine Migräne-Attacke besteht aus einer Kombination vorbeugender Hilfen.

Was passiert während einer Migräneattacke?

Grundlage der Migräne ist eine Reizverarbeitungsstörung, die in Ihren Genen verankert ist. Migräne ist also erblich. Während einer Migräneattacke kommt es zu einer vorübergehenden Fehlfunktion Ihrer schmerzregulierenden Systeme.

Sie reagieren überempfindlich auf eigentlich harmlose Reize (Stress, Freude, Lebensmittel). Eine zentrale Rolle spielt ein Ungleichgewicht des körpereigenen Botenstoffs Serotonin in Ihrem Gehirn. Die Folge: Blutgefäße im Bereich der Hirnhaut weiten oder entzünden sich. Das löst Nervensignale aus, die dann die typischen Migränesymptome verursachen können. Ihr Nervensystem beeinflusst, ob und wie sich Ihre Blutgefäße weiten oder verengen. Das erklärt, warum seelische Belastungen so eng mit dem Auftreten von Migräneattacken in Zusammenhang stehen.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten