Migräne: Medikamentöse Behandlung
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Die Palette der medikamentösen Hilfen
Die meisten gängigen Schmerzmittel eignen sich ebenfalls für Migräne. Auch für die freiverkäuflichen Schmerzmittel gilt, dass sie niemals im Dauergebrauch verwendet werden dürfen. Erstens kann eine Gewöhnung eintreten, die immer mehr Schmerzmittel erfordert; zweitens können die Mittel selber nach längerer Zeit der Einnahme Kopfschmerzen verursachen.
Die Folge ist ein „medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz“, der oft in die Medikamentenabhängigkeit führt. Ärzte warnen, Kombinationsmittel mit mehreren Substanzen einzunehmen.
Um das Erbrechen der Tabletten zu verhüten, empfiehlt es sich, 10 Minuten vor dem Schmerzmittel Tropfen mit der Substanz Metoclopramid (MCP) einzunehmen. Sie beschleunigen die Magenbewegungen; so erreicht der Wirkstoff der Schmerztablette schnell den Darm, wo er in den Organismus aufgenommen wird.
Die meistgebrauchten Mittel gegen Migräne mit Aura sowie leichte und mittelschwere Migräneanfälle sind die freiverkäuflichen Schmerzmittel. Ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit ist individuell verschieden (Beipackzettel beachten!). Sie werden am besten bei einem nahenden Anfall genommen:
- Acetylsalicylsäure (ASS, 1.000 Milligramm; s. Aspirin 11/99, S. 10),
- Ibuprofen, wie ASS ein nicht-steroidales Antirheumatikum (d. h. ohne Kortison),
- Paracetamol, wie Ibuprofen eine magenfreundlichere Alternative zu ASS.
Zu den verschreibungspflichtigen Migränemitteln gehören
- Valproinsäure – eigentlich ein Antiepileptikum. In niedriger Dosierung dient es zur Verhütung einer drohenden Migräne-Attacke.
- Betarezeptorenblocker (eigentlich Medikamente gegen Bluthochdruck) werden Patientinnen verordnet, die mehr als drei Attacken pro Monat erleiden und die schlecht auf eine andere Behandlung ansprechen. Diese müssen längere Zeit genommen werden.
Für schwere Attacken gibt es die verschreibungspflichtigen
- Mutterkornalkaloide (Ergotamine)
- Triptane, selektive Serotonin-Agonisten, die speziell für die Behandlung von Migräne entwickelt wurden.
Ergotamine gibt es seit Jahrzehnten. Sie sind allerdings nur bei 50 bis 60 Prozent der Migränepatientinnen ausreichend wirksam. Bis zum Wirkungseintritt dauert es einige Zeit (nur ein Ergotamin-Spray wirkt schnell), und da sie Übelkeit und Magenbeschwerden verursachen können, benötigen viele Migränikerinnen ein zusätzliches Medikament gegen die Nebenwirkung; außerdem können sie Durchblutungsstörungen an Händen und Füßen verursachen. Ergotamine werden im Körper nur langsam abgebaut. Sie kosten viel weniger als die überaus teuren Triptane; ein Dauerkopfschmerz kann sich nach 5 bis 10 Jahren der Einnahme einstellen.
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