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Kopfschmerzen: Rebound

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Übersichtsseite Kopfschmerzen

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Es ist ein Automatismus geworden: Wenn sich Kopfschmerzen ankündigen, greifen Sie zu Schmerzmitteln. Und manchmal, auf Grund häufiger Kopfschmerzen, nehmen Sie die Medikamente sogar vorbeugend ein. Aber ist das klug?

Sehr wahrscheinlich nicht. Wenn Sie Kopfschmerzmittel häufiger als an 2 bis 3 Tagen pro Woche einnehmen, kann der Wirkstoff sogar zu den Schmerzen beitragen. Dieses Phänomen wird, im Sinne eines Jojo-Effekts, Rebound- oder auch Analgetika-Kopfschmerz genannt.

Laut Angaben der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft entwickeln etwa 5% bis 10% aller Kopfschmerzpatienten einen so genannten medikamenteninduzierten Kopfschmerz.


Zuviel des Guten schadet

Rebound-Kopfschmerzen treten auf, wenn sich der Körper an die Anwesenheit von Schmerzmitteln anpasst. Bei Einnahme zu vieler Schmerzmedikamente kann das Gehirn in seiner Fähigkeit beeinträchtigt sein, Schmerz zu spüren und darauf zu reagieren.

Lässt die Wirkung des Medikaments nach, kommt der Kopfschmerz wieder, häufig schlimmer als vorher. Sie nehmen dann mehr Medikamente und der Kreislauf geht weiter. Ihr Körper kann aber auch unempfindlich gegenüber Schmerzmitteln werden, sodass Sie die Dosis erhöhen müssen, um die Schmerzen zu lindern.

Der einzige Weg, um dem Rebound-Kopfschmerz zu entkommen, besteht – unter ärztlicher Aufsicht – im Absetzen des Schmerzmittels, das ihn verursacht. Obwohl das zu kurzfristigem Unwohlsein führt, da sich Ihr Körper erst wieder vom Schmerzmittel entwöhnen muss, kann Ihre Lebensqualität langfristig deutlich verbessert werden.

Die üblichen Verdächtigen

Fast jedes Schmerzmittel, einschließlich der verbreiteten rezeptfreien Medikamente wie Acetylsalicylsäure (ASS, z. B. Aspirin®), Paracetamol und Ibuprofen, kann bei übermäßiger Einnahme Rebound-Kopfschmerzen verursachen. Koffein, ein häufiger Bestandteil in Schmerzmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln, kann ebenfalls dazu beitragen.

Einige Schmerzmittel oder -kombinationen lösen besonders häufig Rebound-Kopfschmerzen aus. Dazu gehören:

Kombinationspräparate – Schmerzmittel, die Koffein, ASS und/oder Paracetamol enthalten, sind stark mit Rebound-Kopfschmerzen verknüpft.

Migränemedikamente – Medikamente gegen Migräne können Rebound-Kopfschmerzen hervorrufen. Dazu gehören Ergotamin (Ergo-Kranit®) und Triptane (Almogran®, Relpax® u. a.). Der diesen Substanzen verwandte, zur Behandlung des niedrigen Blutdruckes eingesetzte Wirkstoff Dihydroergotamin (Effortil® u. a.) scheint diesbezüglich weniger verdächtig.

Opioide – In Kombinationspräparaten sind nicht selten Schmerzmittel enthalten, die sich vom Opium ableiten, wie Kodein in Verbindung mit Paracetamol (Azur®, Contraneural® u. a.). Diese Medikamente können nicht nur Rebound-Kopfschmerzen verursachen, sondern sogar süchtig machen.

Interessanterweise bekommen Menschen, die nicht für Kopfschmerzen anfällig sind und täglich Schmerzmittel wegen anderer Erkrankungen (z. B. Arthritis) einnehmen, im Allgemeinen keine Rebound-Kopfschmerzen.

Rebound-Kopfschmerz tritt in der Regel täglich auf. Manchmal weckt er Sie am Morgen und begleitet Sie durch den Tag. Obwohl jede Attacke verschieden sein kann, ist der Schmerz meist schwach, mit schwereren Episoden, nachdem die Medikamentenwirkung nachlässt.

Befreien Sie sich

Wenn Sie mehr als dreimal pro Woche Medikamente gegen Kopfschmerzen einnehmen oder glauben, an Rebound-Kopfschmerzen zu leiden, suchen Sie Ihren Arzt auf. Je nachdem, welches Medikament Sie eingenommen haben, kann Ihnen Ihr Arzt empfehlen, dieses sofort abzusetzen oder die Dosis allmählich auf nicht mehr als zweimal pro Woche zu reduzieren.

Ein kurzer Krankenhausaufenthalt kann ratsam sein, besonders wenn intravenöse Medikamente im Rahmen einer Behandlung eingesetzt werden.

Es ist nicht einfach, die Abhängigkeit von Schmerzmitteln zu durchbrechen. Ihre Kopfschmerzen werden wahrscheinlich schlimmer werden, und Sie können an Entzugserscheinungen wie Nervosität, Ruhelosigkeit, Übelkeit, Brechreiz, Schlaflosigkeit, Bauchschmerzen und Durchfall oder Verstopfung leiden.

Innerhalb von 7 bis 10 Tagen werden dann jedoch die Kopfschmerzen seltener und schwächer. Bei den meisten Menschen, die sich erfolgreich von den Schmerzmitteln entwöhnt haben, verschwindet der Rebound-Kopfschmerz innerhalb von 2 Monaten komplett. Sollten in dieser Zeit Arzneimittel, die Migräne-Kopfschmerzen vorbeugen, als prophylaktische Medikation nötig sein, können Ihnen diese vom Arzt verschrieben werden.

Gehirninformationen

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