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Karpaltunnelsyndrom: So einfach können Sie vorbeugen

In der heutigen Zeit, in der Computer nicht nur in fast jedem Büro stehen, sondern auch bei vielen Menschen zu Hause, gehen viele Menschen das Risiko eines Karpaltunnelsyndroms ein.

Aber einige Methoden können Ihnen bei der Vorbeugung und der Bekämpfung helfen.

Um diese Funktionsstörung zu bekämpfen, können Sie ganz simple Mittel einsetzen, z. B. indem Sie die Position Ihrer Hände beim Tippen verändern. Es gibt aber auch komplexe Methoden wie eine Operation.

Um einem Karpaltunnelsyndrom vorzubeugen, oder einen neuen und relativ harmlosen Fall zu behandeln, haben Sie mehrere relativ simple Methoden zur Auswahl.

Karpaltunnelsyndrom vorbeugen: So geht’s

– Machen Sie mal Pause, mindestens eine pro Stunde, strecken Sie währenddessen Ihre Muskeln. Wenn Sie der Meinung sind, sie hätten bereits ein Karpaltunnelsyndrom, vermeiden Sie Tätigkeiten, die es ausgelöst haben könnten für mindestens zwei Wochen.

Das ist sehr einfach, wenn es sich um Freizeit-Tätigkeiten wie z. B. Stricken handelt, die die Schmerzen verursachen. Aber wenn es sich um Tätigkeiten handelt, die zu Ihrer Arbeit gehören, ist das manchmal unmöglich. Machen Sie dann häufiger Pausen.

– Bleiben Sie in Form. Eine gute körperliche Verfassung kann dabei helfen, das Karpaltunnelsyndrom ganz zu vermeiden oder aber es zumindest schnell wieder abklingen zu lassen. Aerobic und auch Haltungsübungen wie zum Beispiel therapeutisches Yoga oder die Alexandertechnik bieten sich hier an.

– Achten Sie auf Ihre Haltung. Wenn ihr Karpaltunnelsyndrom dadurch ausgelöst wurde, dass Sie viel am Computer tippen, achten Sie auf Ihre Handposition. Ihre Hände, Handgelenke und Arme sollten eine Linie bilden.

– Verändern Sie Ihre Ernährung. Zu viel „Junk food“ kann Entzündungen im Körper verschlimmern. Achten Sie darauf, dass Sie genügend Omega–3-Fettsäuren zu sich nehmen, entweder durch Fisch oder durch Leinsamenkapseln.

– Benutzen Sie angemessene Hilfsmittel. Greifen Sie auf eine ergonomische Büroausstattung zurück, zum Beispiel Handgelenkauflagen oder geteilte Tastaturen. So bleiben Ihre Hände in der richtigen Position.

Karpaltunnelsyndrom: Wenn es Sie doch erwischt hat

– Kühlen Sie. Legen Sie Eis für zehn bis fünfzehn Minuten auf das Handgelenk – ein oder zweimal pro Stunde, je nachdem, wie sehr es schmerzt.

– Führen Sie Wechselbehandlungen durch. Wenn Sie starke Schmerzen mit Eis bekämpft haben, lassen Sie 5 Minuten lang heißes Wasser über die Stelle laufen, gefolgt von einer ein- bis zweiminütigen Eisauflage.

– Stützen Sie das Gelenk. Tragen Sie nachts eine Handgelenkschiene, wenn Sie mit Schmerzen und Taubheitsgefühl aufwachen.

Weitere Optionen bei Karpaltunnelsyndrom

Möglich ist auch eine Sporttherapie, bei der die Muskeln gestrecht und das Narbengewebe aufgebrochen wird.

Dies ist aber ein längerer Prozess, der auch erst begonnen werden kann, wenn die Entzündung behandelt wurde. Ansonsten kann sich das Problem noch verschlimmern.

Auch die Behandlung mit einem kalten Laser ist in der letzten Zeit groß in Mode gekommen. Aber einige neue klinische Studien haben mittlerweile gezeigt, dass dieser Niedrig-Energie-Laser bei der Behandlung eines Karpaltunnelsyndroms uneffektiv ist.

Eine Operation sollte immer die allerletzte Möglichkeit bleiben – wenn nichts anderes mehr hilft. Aber meistens ist sie vermeidbar, denn das Karpaltunnelsyndrom klingt in den meisten Fällen ab, wenn Sie die Gewohnheiten ändern, die es verursachen.

Wichtig ist, dass Sie nicht zu Ihren alten Gewohnheiten zurückkehren, wenn Sie beschwerdefrei sind – dann können Sie diese Funktionsstörung besiegen.

Wann wird es eng im Handgelenk?

Durch extreme Beuge- und Streckstellungen der Hand, die im Schlaf oft eingenommen werden, kommt es zu einer erheblichen Druckerhöhung auf den Nerven, wenn es im Kanal sowieso schon zu eng ist! Bei folgenden Umständen wird ebenfalls ein Karpaltunnelsyndrom begünstigt:

  • in der Schwangerschaft,
  • in den Wechseljahren,
  • bei Gewichtszunahme,
  • bei Stoffwechselstörungen wie z.B. beim Diabetes,
  • bei Rheumaerkrankungen,
  • bei Arthrose,
  • nach Knochenbrüchen in diesem Bereich,
  • bei schwerer körperlicher Arbeit.

Vielleicht finden Sie in dieser Aufzählung auch den begünstigenden Faktor für Ihre Beschwerden. Frauen erkranken übrigens häufiger (im Verhältnis 3:1) als Männer!

Karpaltunnelsyndrom: Sind Sie gefährdet?

Ein Karpaltunnelsyndrom kann sich bei jedem entwickeln. Besonders häufig betroffen sind Frauen mittleren Alters. Auch Diabetiker, Übergewichtige oder Patienten mit rheumatoider Arthritis haben ein erhöhtes Risiko.

Weitere Faktoren, die Ihr persönliches Risiko erhöhen, sind:

  • Arthrose, bedingt durch knöcherne Sporne, die sich an den Knochen des Handgelenks bilden können und so den Karpaltunnel verengen
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen
  •  Hormonschwankungen, die durch eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre bedingt sind
  • Einnahme von oralen Empfängnisverhütungsmitteln
  • Schwellungen des Arms oder der Hand nach sportlichen Aktivitäten
  • Erblich bedingter, verengter Handgelenkkanal

Ein Karpaltunnelsyndrom bildet sich vornehmlich bei Personen, die intensive Handarbeit betreiben, Gegenstände länger festhalten, vibrierende Werkzeuge benutzen oder Tätigkeiten verrichten, die kraftvolles und wiederholtes Zupacken oder Krümmen des Handgelenks erfordern.

Die Bedienung einer Computermaus, Schreibmaschinenschreibenund wiederholte Bewegungen der Finger und des Handgelenks beim Zusammensetzen von Gegenständen können die Symptome eines Karpaltunnelsyndroms verschlimmern.

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