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Ischias-Syndrom: Schmerzhafte Nervenentzündung

In letzter Zeit haben Sie ständig Rückenschmerzen. Der brennende Schmerz strahlt bis ins Bein aus.

Es fühlt sich an wie ein Kribbeln. Sie haben das Bedürfnis sich hinzusetzen, um den Schmerz zu lindern – aber Sitzen macht es noch schlimmer.

Was kann die Schmerzen verursachen?

Es ist sehr wahrscheinlich, dass eine Nervenwurzel des Ischiasnervs eingeklemmt ist.

Der medizinische Fachbegriff für diese Nervenentzündung ist lumbosakrales Wurzelirritations-Syndrom; landläufig bekannt als eingeklemmter Ischiasnerv.

Der Ischiasnerv und das Ischias-Syndrom

Der Ischiasnerv besteht aus einem Bündel von Nerven und ist der größte Nerv des menschlichen Körpers.

Er teilt sich im unteren Rückenbereich und verläuft dann beidseitig durch das Gesäß auf der Rückseite beider Beine.

Der Ischias hat seinen Ursprung im Beckenbereich, und setzt sich dort aus mehreren Rückennerven zusammen.

Diese Nerven treten aus dem Rückenmarkskanal der Wirbelsäule aus.

Die Wirbelsäule wiederum besteht aus einzelnen Wirbelkörpern, zwischen denen die Bandscheiben liegen. Sie haben eine Pufferfunktion und sollen Druck und Stöße auf die Wirbelsäule dämpfen.

Das Ischias-Syndrom tritt dann auf, wenn eine dieser Nervenwurzeln, die den Ischiasnerv bilden, eingeklemmt wird oder sich entzündet.

Nervenentzündung hat verschiedene Ursachen und kann jeden treffen

Die Nervenentzündung kann viele Ursachen haben; auch kann das Ischias-Syndrom Menschen jeden Alters treffen.

Bei Jüngeren ist es häufig mit einem Bandscheibenvorfall verknüpft, bei Älteren besteht oft ein Zusammenhang mit einer Stenose, die durch eine Arthritis oder eine Bandscheiben-Degeneration ausgelöst wird.

Hier einige mögliche Ursachen im Überblick:

  • Bandscheiben-Vorfall im Lendenwirbelbereich

    Dies ist die häufigste Ursache für ein Ischias-Syndrom. Ein Bandscheiben-Vorfall tritt auf, wenn der gelartige Inhalt einer Bandscheibe, der Bandscheibenkern, durch die äußere „Haut“, den Bandscheiben-Faserring, austritt und sich dort ausbeult. Diese Ausbeulung kann Druck auf Nervenwurzeln ausüben, die Teil des Ischiasnervs sind. 25- bis 45-Jährige sind am häufigsten von einem Bandscheiben-Vorfall betroffen.

  • Stenose (Verengung) im Rückenmarks-Kanal im Lendenwirbel-Bereich (Spinalkanal-Stenose)

    Bei diesem Auslöser des Ischias-Syndroms ist der Rückenmarks-Kanal verengt. Das betrifft meist Menschen, die älter als 60 Jahre sind. Die Verengung wird durch eine Knochen-Wucherung oder durch Knochen-Degeneration im Bereich der Wirbelsäule hervorgerufen, wo die Nerven aus der Wirbelsäule austreten.

  • Bandscheiben-Degeneration

    Im Laufe der Zeit schrumpfen die Bandscheiben und verlieren an Elastizität. Das ist eine natürliche Alterserscheinung, die zu einem Bandscheiben-Vorfall führen kann oder zu einer Verengung der Austrittsstelle des Nervs aus dem Wirbelkanal.

  • Wirbelgleiten (Spondylolisthese)

    Dabei verschiebt sich ein Wirbel nach vorne und verengt den Wirbelkanal. Dieses Wirbelgleiten mit begleitender Verengung des Spinalkanals kann ebenfalls ein Ischias-Syndrom auslösen.

Andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen

Es gibt zudem auch andere Erkrankungen, die die gleichen Symptome wie ein Ischias-Syndrom haben und dieses nachahmen.

Bei dem sogenannten Piriformis-Syndrom ist die Spannung des Piriformis-Muskels (Musculus pirifomis) erhöht.

Dieser Muskel kann den Ischiasnerv irritieren oder zusammendrücken, da Nerv und Muskel eng benachbart im Gesäß verlaufen.

Schmerzen, die durch das Piriformis-Syndrom verursacht werden, ziehen normalerweise nicht bis unter das Knie.

Das Gleiche gilt auch für Schmerzen, die durch Probleme im Iliosakral-Gelenk zwischen Kreuzbein und Darmbein in der Hüfte ausgelöst werden.

Die dadurch verursachten Schmerzen ähneln ebenfalls denen beim Ischias-Syndrom.

Allerdings führen die Hüftbeschwerden lediglich zu einem Missempfinden im unteren Rückenbereich und im Gesäß.

Behandlung des Ischias-Syndroms

Glücklicherweise können die Beschwerden oft innerhalb von wenigen Tagen bis zu einigen Monaten durch geeignete Behandlungsmethoden behoben werden.

Eine Operation ist meistens nicht erforderlich. Die Patienten bekommen i. d. R. Schmerzmittel verordnet.

Zur Therapie gehören auch Muskel-Dehnübungen, eine Gymnastik, die die Muskulatur stärkt sowie Maßnahmen zur Bewegungs- und Verhaltensänderung.

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